Letzte Woche wurde es mir noch einmal bewusst, wie lange ich schon Kundalini-Yoga und Meditation praktiziere. Wir folgten dem Ruf von Harchand Singh und fuhren zum Strand von San Juan bei Alicante. Gemeinsam wollten wir 2,5 Stunden lang zusammen mit rund 30 Leuten zum Sonnenuntergang meditieren.

Die Meditation am Strand
Wir praktizierten eine Atem-Meditation (Pranayama) mit einem Mantra. Ich fand es wunderbar und habe mich sehr gefreut, endlich mal wieder in Gemeinschaft zu meditieren, denn die Energie in einer Gruppe ist viel stärker.
Es fiel mir leicht, diese Zeit gemeinsam und gleichzeitig ganz in mich gekehrt zu verbringen. Ich war glücklich und tief bei mir. Die zweieinhalb Stunden vergingen wie im Fluge, es war viel schneller vorbei, als ich erwartet hatte.
Während der Meditation bemerkte ich allerdings, dass sich die Menschen rechts und links von mir immer wieder bewegten. Die Frau zu meiner linken Seite hatte sich irgendwann hingelegt, und rechts war meine Freundin plötzlich verschwunden. Auch meine Enkeltochter, die hinter mir gesessen hatte, erzählte mir später, dass sie nach etwa 20 Minuten nicht mehr konnte und stattdessen schwimmen gegangen war.
Für Ungeübte ist es oft gar nicht so einfach, so lange mit sich selbst zu verbringen. Auch das lange Sitzen und dabei scheinbar nichts zu tun, kann ungewohnt und herausfordernd sein.
Im Nachhinein habe ich erfahren, dass tatsächlich nur eine Handvoll Menschen die gesamten zweieinhalb Stunden durchgehend meditiert hatten. Alle anderen hatten sich zwischendurch entspannt, den Kreis verlassen, etwas getrunken oder sogar gegessen.
Und das ist auch völlig in Ordnung. Jeder macht das, was er kann und was sich für ihn richtig anfühlt.
Für diejenigen, die sich zwischendurch im Kreis hingelegt und einfach entspannt hatten, haben wir die Energie gehalten. So konnten auch sie von der gemeinsamen Energie und dem Reinigungsprozess profitieren.
Am Ende war es für alle ein richtig schönes und kraftvolles Erlebnis. Jeder auf seine eigene Weise – und genau das macht eine Gemeinschaft aus.
In der Meditation kannst du dich selber reflektieren und dich am besten kennenlernen.
Meditation erfahren viele Menschen ganz individuell. Eine Freundin fragte mich mal: „was machst du, wenn du da so lange sitzt und nichts tust“. Eben, ich tue nichts und unterhalte mich mit meiner Seele.

Was ist Meditation
Die Meditation kann für dich bedeuten, dass du zur inneren Ruhe kommst, geistig wie auch körperlich. Manchmal stellt sich stilles Glück und Frieden ein. Möglich ist auch, dass du neue Einsichten, Lösungen und Ideen erfährst. Meditation beinhaltet jedoch immer, dass du bei dir selbst bist. Somit bezeichnet Meditation einen Bewusstseinszustand.
Diesen erreichst du mit Hilfe der Meditationstechniken aus dem Yoga
Welche Meditations-Techniken und Hilfen gibt es?
Die Praxis ist eigentlich simpel. Dafür musst du kein Yogi sein. Die simpelsten Sachen sind manchmal die Effektivsten.
Die geführte Meditationen – Sie sind oft der Einstieg. Du sitzt oder liegst entspannt und jemand gibt dir genaue Anweisungen, wie du atmen sollt und was du gerade denken sollst. Sie führen dich in eine imaginäre Umgebung und lassen dich das spüren oder fühlen, was gerade dein Thema ist. So kann es für dich klarer werden und du kannst es vielleicht loszulassen. Ich habe ein paar geführte Meditationen auf „Insight Timer“ für dich hochgeladen.
Pranajama – Atem-Meditationen. -Du konzentrierst dich auf deine Atmung. Es gibt verschiedene Atem-Techniken für unterschiedliche Themen wie Energieschöpfung, Reinigung, Beruhigung oder auch Überwindung von Gelüsten nach was auch immer.
Die Mantra-Meditation – Du beruhigst deinen Geist mit einem Mantra, dass du chantest/singst oder flüsterst, lauft aufsast oder eben nur im Geist rezitierst.
Celiste Kommunikation – das Mantra in Bewegung. Das heißt wir machen noch eine bestimmte Bewegungsabfolge zu dem Mantra. So kann der Geist nichts mehr denken.
Alle Hilfen dienen dazu, unserem Geist; dem Affen auszuschalten, er bekommt quasi eine Banane, damit er uns zufriedenlässt. Denn es gehört sehr viel Übung dazu tatsächlich nichts zu denken.
Was bewirkt Meditation?
Meditation entspannt das Nervensystem wunderbar, was ganz wichtig ist, um Stress zu reduzieren. Dies hat einen positiven Effekt auf stressbedingte Krankheiten, wie erhöhter Blutdruck und Kopfschmerzen. Durch Meditation harmonisiert sich das Hormonsystem und das Immunsystem wird gestärkt.
Mit der Meditation kommen auch die Gedanken zur Ruhe. Du spürst, wie du gelassener im Alltag wirst. Gleichzeitig fördert Meditation auch dein Konzentrationsvermögen. Mit der Zeit kannst du Einfluss auf dein Denken nehmen. Ok, bis du dahin gelangst, mag das etwas dauern, übe dich einfach in Geduld und meditiere weiter…
Meditation zeigt uns auch, dass Glück nicht von äußeren Umständen abhängt, sondern von unserer eigenen inneren Haltung. Das ist vielleicht das größte Geschenk, das uns die Meditation geben kann.
Die Reise zu mir selber – eine meiner ersten Meditationserfahrungen
Vor über 25 Jahren hat meine eigene Reise zu mir selbst begonnen. Mit einer einzigen Kundalini-Yogastunde bei Karta Purkh. Eine Yogaeinheit, die für mich vollkommen anders war, berührend, bewegend, verrückt und gleichzeitig Himmel und Hölle in einem. Danach fühlte ich mich so voller Energie und doch so beruhigt und zufrieden.
Ich wollte mehr davon, kaufte mir sofort ein Buch. Das erste deutsche Kundalini-Yoga-Buch von Anand Kaur Seitz, meine spätere Ausbilderin aus Bremen. Mit ihrem Buch habe ich jahrelang meine Reise durch die Chakren und meine Sadhana geübt und bin immer tiefer in die Meditation eingetaucht.
Irgendwann wollte ich dann mehr und bin zum internationalen Yogafestival nach Frankreich gefahren. Dort habe ich mich beim weißen Tantra richtig kennengelernt.
Das weiße Tantra
Für jeden Neuling ist es immer sehr spannend. Was ist das und auf was lasse ich mich da ein? Auf dem Festival praktizieren wir drei Tage weißes Tantra. Im Weißen Tantra meditieren wir und werden eins mit allem. Es gibt auch das rote Tantra, eine körperliche sexuelle Erfahrung und das schwarze Tantra, das mit schwarzer Magie zu tun hat.
Wir praktizieren nur das Weiße. Im weißen Tantra haben wir ebenfalls einen Partner/in. Wir sitzen uns gegenüber und bilden dabei lange Reihen. Hinter unserem Rücken sind enge Gänge zum durchgehen. Die Meditationen dauern in der Regel 30 -90 Minuten. Wir bekommen vorher genau erklärt, welche Stellung wir einnehmen (beispielsweise halten wir uns an den Händen), ob wir uns in die Augen schauen oder sie schließen können und das Mantra, das wir laut singen oder im Stillen rezitieren. Einmal haben wir auch 30 Minuten gepfiffen. Also es gibt unterschiedliche Ausführungen. Es klingt für den Neuling komisch, aber der Reinigungsprozess ist enorm und nach den drei Tantra-Tagen fühlt man sich so entspannt und resettet, es ist unglaublich.
Während der Meditation lernt man sich besser selber kennen. Da kommen Gedanken und Themen hoch, denen man im Alltag ausweicht oder Ablenkung sucht. Ich teile mit euch heute mein Erlebnis an meinem ersten Tantra-Tag.
Wir saßen uns gegenüber in der einfachen Haltung mit geschlossen Augen und Blick auf 3. Auge und sollen ein Mantra singen. Ach wir schön einfach, dachte ich. Das Mantra wurde mit Musikuntermalung gesungen. Also der Rhythmus war vorgegeben. Der Tantra Partner meiner Nachbarin sang trotzdem extrem falsch und brachte mich immer wieder aus meinem Rhythmus. Sie begann über ihn zu lachen und versuchte ihm immer wieder einzustimmen.
Und ich — ich kam irgendwie überhaupt gar nicht in meine Meditation. Ich beobachtete nur dieses Pärchen neben mir. Überlegte, dass ich wahrscheinlich sauer auf meinen Partner wäre. Womöglich würde ich mich für ihn auch noch fremdschämen. Es wäre mir die Situation auch unangenehm gewesen, weil wir ja die anderen stören würden. Auf keinen Fall könnte ich es so leicht hinnehmen und einfach so herzlich darüber lachen wie sie. Wobei sie ihn nicht auslachte, sondern sich wirklich amüsierte. Es war auch komisch. Es war diesem Pärchen gar nicht unangenehm, sie waren einfach mit sich selber beschäftigt. Dann dache ich, dass mich das alles gar nichts anginge. Ich sollte ja bei mir bleiben und meditieren und nicht über die anderen nachdenken. Mir wurde bewusst, wie leicht ich mich denn von meinem Weg abbringen ließ? Ich erkannte, wie sehr ich immer noch im Außen lebte, mich von Erwartungen, Reizen und den Meinungen anderer treiben ließ– und wie wenig ich wirklich bei mir selbst angekommen war.
Seitdem hat sich meine Leben sehr verändert und Bewusstheit ist kein „Nice to have“ mehr – sondern eine tragende Säule in meinem Leben geworden.
Meine Meditations-Ausbildung
Ich bin tatsächlich in die Yogalehrer-Ausbildung eingestiegen indem ich das Modul Meditation besuchte. Ich wollte nur tiefer in die Meditation einsteigen und gar nicht Yogalehrerin werden. Denn als Bewegungstherapeutin, Pilates-Trainerin und Yogakursleitern kannte ich die Atemtechniken und die Asanas schon. Damlas unterrichtete ich Yogilates. Das war auch schön und sehr sanft. Nur eben nicht meditativ.
Ich wollte also nur meditieren und vor allem tiefer in die Meditation einsteigen. So belegte ich den Meditationsteil an 3 Wochenenden. Der Unterricht begann freitags nachmittags und endete um ca. 22 Uhr. Morgens starteten wir um 5 Uhr mit der Sadhana in den Tag und sonntags nachmittags war ich dann ganz traurig, dass es schon zu Ende war. Während der Ausbildung erlebte ich auch meinen ersten Schweigetag. Das war ein ganz besonderes Erlebnis. Wir meditierten in der Gemeinschaft und verbrachten die Pausen und die Mahlzeiten in Stille.
Ich begegnete so wundervollen Menschen an diesen Wochenenden und fühlte mich so gut aufgehoben, dass ich danach noch weitere Ausbildungsmodule buchte. Alle Module waren sehr interessant und brachten mir neue Erkenntnisse, ich lernte so viel über unseren Körper und die Zusammenhänge wurden auf einmal glasklar. Ich durchlebte einen großen, positiven Veränderungsprozess.
Durch die Meditation habe ich einen Ort gefunden, den ich immer wieder betreten kann. Dort kann ich frei sein, mit mir alleine sein und mich verbunden und zuhause fühlen. Das ist so unglaublich erfüllend.
Während der Ausbildung freute ich mich sehr über meinen spirituellen Namen.
Tej Krishan Kaur, sie ist diejenige, die Licht und Hoffnung bringt – und das möchte ich für dich tun! .
Steige direkt mit mir in diesen Raum. Es gibt verschiedene Möglichkeiten:
Einige Meditationen findest du auf „Insight Timer“ und demnächst auch auf „8Breath“, der deutschsprachigen Achtsamkeits-App.
Meditation biete ich online zu den Jahreswenden an
Bei meinen Yoga-Verwöhn-Tagen hier in Spanien meditieren wir täglich und an einem Vormittag auch für 2,5, Stunden.
Schreibe mit gerne, wenn du Fragen dazu hast.