Letzte Woche wurde es mir noch einmal bewusst, wie lange ich schon Kundalini-Yoga und Meditation praktiziere. Wir folgten dem Ruf von Harchand Singh und fuhren zum Strand von San Juan bei Alicante. Gemeinsam wollten wir 2,5 Stunden lang zusammen mit rund 30 Leuten zum Sonnenuntergang meditieren.
unsere Meditationsgruppe
Die Meditation am Strand
Wir praktizierten eine Atem-Meditation (Pranayama) mit einem Mantra. Ich fand es wunderbar und habe mich sehr gefreut, endlich mal wieder in Gemeinschaft zu meditieren, denn die Energie in einer Gruppe ist viel stärker.
Es fiel mir leicht, diese Zeit gemeinsam und gleichzeitig ganz in mich gekehrt zu verbringen. Ich war glücklich und tief bei mir. Die zweieinhalb Stunden vergingen wie im Fluge, es war viel schneller vorbei, als ich erwartet hatte.
Während der Meditation bemerkte ich allerdings, dass sich die Menschen rechts und links von mir immer wieder bewegten. Die Frau zu meiner linken Seite hatte sich irgendwann hingelegt, und rechts war meine Freundin plötzlich verschwunden. Auch meine Enkeltochter, die hinter mir gesessen hatte, erzählte mir später, dass sie nach etwa 20 Minuten nicht mehr konnte und stattdessen schwimmen gegangen war.
Für Ungeübte ist es oft gar nicht so einfach, so lange mit sich selbst zu verbringen. Auch das lange Sitzen und dabei scheinbar nichts zu tun, kann ungewohnt und herausfordernd sein.
Im Nachhinein habe ich erfahren, dass tatsächlich nur eine Handvoll Menschen die gesamten zweieinhalb Stunden durchgehend meditiert hatten. Alle anderen hatten sich zwischendurch entspannt, den Kreis verlassen, etwas getrunken oder sogar gegessen.
Und das ist auch völlig in Ordnung. Jeder macht das, was er kann und was sich für ihn richtig anfühlt.
Für diejenigen, die sich zwischendurch im Kreis hingelegt und einfach entspannt hatten, haben wir die Energie gehalten. So konnten auch sie von der gemeinsamen Energie und dem Reinigungsprozess profitieren.
Am Ende war es für alle ein richtig schönes und kraftvolles Erlebnis. Jeder auf seine eigene Weise – und genau das macht eine Gemeinschaft aus.
In der Meditation kannst du dich selber reflektieren und dich am besten kennenlernen.
Meditation erfahren viele Menschen ganz individuell. Eine Freundin fragte mich mal: „was machst du, wenn du da so lange sitzt und nichts tust“. Eben, ich tue nichts und unterhalte mich mit meiner Seele.
Was ist Meditation
Die Meditation kann für dich bedeuten, dass du zur inneren Ruhe kommst, geistig wie auch körperlich. Manchmal stellt sich stilles Glück und Frieden ein. Möglich ist auch, dass du neue Einsichten, Lösungen und Ideen erfährst. Meditation beinhaltet jedoch immer, dass du bei dir selbst bist. Somit bezeichnet Meditation einen Bewusstseinszustand. Diesen erreichst du mit Hilfe der Meditationstechniken aus dem Yoga
Welche Meditations-Techniken und Hilfen gibt es?
Die Praxis ist eigentlich simpel. Dafür musst du kein Yogi sein. Die simpelsten Sachen sind manchmal die Effektivsten.
Die geführte Meditationen – Sie sind oft der Einstieg. Du sitzt oder liegst entspannt und jemand gibt dir genaue Anweisungen, wie du atmen sollt und was du gerade denken sollst. Sie führen dich in eine imaginäre Umgebung und lassen dich das spüren oder fühlen, was gerade dein Thema ist. So kann es für dich klarer werden und du kannst es vielleicht loszulassen. Ich habe ein paar geführte Meditationen auf „Insight Timer“ für dich hochgeladen.
Pranajama – Atem-Meditationen. -Du konzentrierst dich auf deine Atmung. Es gibt verschiedene Atem-Techniken für unterschiedliche Themen wie Energieschöpfung, Reinigung, Beruhigung oder auch Überwindung von Gelüsten nach was auch immer.
Die Mantra-Meditation – Du beruhigst deinen Geist mit einem Mantra, dass du chantest/singst oder flüsterst, lauft aufsast oder eben nur im Geist rezitierst.
Celiste Kommunikation – das Mantra in Bewegung. Das heißt wir machen noch eine bestimmte Bewegungsabfolge zu dem Mantra. So kann der Geist nichts mehr denken.
Alle Hilfen dienen dazu, unserem Geist; dem Affen auszuschalten, er bekommt quasi eine Banane, damit er uns zufriedenlässt. Denn es gehört sehr viel Übung dazu tatsächlich nichts zu denken.
Was bewirkt Meditation?
Meditation entspannt das Nervensystem wunderbar, was ganz wichtig ist, um Stress zu reduzieren. Dies hat einen positiven Effekt auf stressbedingte Krankheiten, wie erhöhter Blutdruck und Kopfschmerzen. Durch Meditation harmonisiert sich das Hormonsystem und das Immunsystem wird gestärkt.
Mit der Meditation kommen auch die Gedanken zur Ruhe. Du spürst, wie du gelassener im Alltag wirst. Gleichzeitig fördert Meditation auch dein Konzentrationsvermögen. Mit der Zeit kannst du Einfluss auf dein Denken nehmen. Ok, bis du dahin gelangst, mag das etwas dauern, übe dich einfach in Geduld und meditiere weiter…
Meditation zeigt uns auch, dass Glück nicht von äußeren Umständen abhängt, sondern von unserer eigenen inneren Haltung. Das ist vielleicht das größte Geschenk, das uns die Meditation geben kann.
Die Reise zu mir selber – eine meiner ersten Meditationserfahrungen
Vor über 25 Jahren hat meine eigene Reise zu mir selbst begonnen. Mit einer einzigen Kundalini-Yogastunde bei Karta Purkh. Eine Yogaeinheit, die für mich vollkommen anders war, berührend, bewegend, verrückt und gleichzeitig Himmel und Hölle in einem. Danach fühlte ich mich so voller Energie und doch so beruhigt und zufrieden.
Ich wollte mehr davon, kaufte mir sofort ein Buch. Das erste deutsche Kundalini-Yoga-Buch von Anand Kaur Seitz, meine spätere Ausbilderin aus Bremen. Mit ihrem Buch habe ich jahrelang meine Reise durch die Chakren und meine Sadhana geübt und bin immer tiefer in die Meditation eingetaucht.
Irgendwann wollte ich dann mehr und bin zum internationalen Yogafestival nach Frankreich gefahren. Dort habe ich mich beim weißen Tantra richtig kennengelernt.
Das weiße Tantra Für jeden Neuling ist es immer sehr spannend. Was ist das und auf was lasse ich mich da ein? Auf dem Festival praktizieren wir drei Tage weißes Tantra. Im Weißen Tantra meditieren wir und werden eins mit allem. Es gibt auch das rote Tantra, eine körperliche sexuelle Erfahrung und das schwarze Tantra, das mit schwarzer Magie zu tun hat.
Wir praktizieren nur das Weiße. Im weißen Tantra haben wir ebenfalls einen Partner/in. Wir sitzen uns gegenüber und bilden dabei lange Reihen. Hinter unserem Rücken sind enge Gänge zum durchgehen. Die Meditationen dauern in der Regel 30 -90 Minuten. Wir bekommen vorher genau erklärt, welche Stellung wir einnehmen (beispielsweise halten wir uns an den Händen), ob wir uns in die Augen schauen oder sie schließen können und das Mantra, das wir laut singen oder im Stillen rezitieren. Einmal haben wir auch 30 Minuten gepfiffen. Also es gibt unterschiedliche Ausführungen. Es klingt für den Neuling komisch, aber der Reinigungsprozess ist enorm und nach den drei Tantra-Tagen fühlt man sich so entspannt und resettet, es ist unglaublich.
Während der Meditation lernt man sich besser selber kennen. Da kommen Gedanken und Themen hoch, denen man im Alltag ausweicht oder Ablenkung sucht. Ich teile mit euch heute mein Erlebnis an meinem ersten Tantra-Tag.
Wir saßen uns gegenüber in der einfachen Haltung mit geschlossen Augen und Blick auf 3. Auge und sollen ein Mantra singen. Ach wir schön einfach, dachte ich. Das Mantra wurde mit Musikuntermalung gesungen. Also der Rhythmus war vorgegeben. Der Tantra Partner meiner Nachbarin sang trotzdem extrem falsch und brachte mich immer wieder aus meinem Rhythmus. Sie begann über ihn zu lachen und versuchte ihm immer wieder einzustimmen. Und ich — ich kam irgendwie überhaupt gar nicht in meine Meditation. Ich beobachtete nur dieses Pärchen neben mir. Überlegte, dass ich wahrscheinlich sauer auf meinen Partner wäre. Womöglich würde ich mich für ihn auch noch fremdschämen. Es wäre mir die Situation auch unangenehm gewesen, weil wir ja die anderen stören würden. Auf keinen Fall könnte ich es so leicht hinnehmen und einfach so herzlich darüber lachen wie sie. Wobei sie ihn nicht auslachte, sondern sich wirklich amüsierte. Es war auch komisch. Es war diesem Pärchen gar nicht unangenehm, sie waren einfach mit sich selber beschäftigt. Dann dache ich, dass mich das alles gar nichts anginge. Ich sollte ja bei mir bleiben und meditieren und nicht über die anderen nachdenken. Mir wurde bewusst, wie leicht ich mich denn von meinem Weg abbringen ließ? Ich erkannte, wie sehr ich immer noch im Außen lebte, mich von Erwartungen, Reizen und den Meinungen anderer treiben ließ– und wie wenig ich wirklich bei mir selbst angekommen war.
Seitdem hat sich meine Leben sehr verändert und Bewusstheit ist kein „Nice to have“ mehr – sondern eine tragende Säule in meinem Leben geworden.
Meine Meditations-Ausbildung
Ich bin tatsächlich in die Yogalehrer-Ausbildung eingestiegen indem ich das Modul Meditation besuchte. Ich wollte nur tiefer in die Meditation einsteigen und gar nicht Yogalehrerin werden. Denn als Bewegungstherapeutin, Pilates-Trainerin und Yogakursleitern kannte ich die Atemtechniken und die Asanas schon. Damlas unterrichtete ich Yogilates. Das war auch schön und sehr sanft. Nur eben nicht meditativ.
Ich wollte also nur meditieren und vor allem tiefer in die Meditation einsteigen. So belegte ich den Meditationsteil an 3 Wochenenden. Der Unterricht begann freitags nachmittags und endete um ca. 22 Uhr. Morgens starteten wir um 5 Uhr mit der Sadhana in den Tag und sonntags nachmittags war ich dann ganz traurig, dass es schon zu Ende war. Während der Ausbildung erlebte ich auch meinen ersten Schweigetag. Das war ein ganz besonderes Erlebnis. Wir meditierten in der Gemeinschaft und verbrachten die Pausen und die Mahlzeiten in Stille.
Ich begegnete so wundervollen Menschen an diesen Wochenenden und fühlte mich so gut aufgehoben, dass ich danach noch weitere Ausbildungsmodule buchte. Alle Module waren sehr interessant und brachten mir neue Erkenntnisse, ich lernte so viel über unseren Körper und die Zusammenhänge wurden auf einmal glasklar. Ich durchlebte einen großen, positiven Veränderungsprozess.
Durch die Meditation habe ich einen Ort gefunden, den ich immer wieder betreten kann. Dort kann ich frei sein, mit mir alleine sein und mich verbunden und zuhause fühlen. Das ist so unglaublich erfüllend.
Während der Ausbildung freute ich mich sehr über meinen spirituellen Namen. Tej Krishan Kaur, sie ist diejenige, die Licht und Hoffnung bringt – und das möchte ich für dich tun! .
Steige direkt mit mir in diesen Raum. Es gibt verschiedene Möglichkeiten:
Einige Meditationen findest du auf „Insight Timer“ und demnächst auch auf „8Breath“, der deutschsprachigen Achtsamkeits-App.
Meditation biete ich online zu den Jahreswenden an
Bei meinen Yoga-Verwöhn-Tagen hier in Spanien meditieren wir täglich und an einem Vormittag auch für 2,5, Stunden.
Tageträume sind doch etwas Herrliches. Wir alle benötigen Zeit zum Relaxen und zum Träumen! Doch wir füllen unsere Zeit immer mit Sinnvollem, sonst würden wir uns gleich schlecht fühlen, weil wir ja nichts getan haben.
Träumen bei Sonnenaufgang
Eine meiner Teilnehmerin beantwortete meine Frage: „was machst du denn Schönes in deinem Urlaub?“ mit „endlich habe ich Zeit um meinen Schreibtisch aufzuräumen und die Buchhaltung zu erledigen“. Auch wenn es ihr ein beruhigendes Gefühl gibt, das ist kein Urlaub!
Urlaub ist dann, wenn es nichts zu tun gibt und dafür den ganzen Tag Zeit.
Genau das habe ich die letzten zwei Monate getan! Es war herrlich und manchmal auch echt langweilig. Denn das süße Nichtstun, „la dolcevita“, wie es so schön auf italienisch heißt, muss man auch aushalten können. Hauptsächlich habe ich tagsüber in meinem abgedunkelten Haus herum gelegen oder gesessen. Draußen ist es viel zu heiß, das Mittelmeer zu warm, die Strände zu voll. So habe ich meine Zeit mit lesen, meditieren, malen oder träumen verbracht.
Die meisten Menschen träumen ihr Leben lang davon, relaxter und stärker zu sein.
Sie malen sich aus, wie es wäre…
gut ausgeschlafen morgens aufzuwachen
Entspannt in den Tag zu starten
Die Arbeit als Freude zu empfinden
Zeit für Freunde und Familie zu haben
wie oft hast du schon gesagt: „Irgendwann verändere ich etwas“?
Irgendwann. Dieses Wort, das Träume begräbt.
Monat um Monat und Jahr um Jahr verstreichen. Du schaust den anderen zu und denkst, das kann ich nicht. Du hörst die Erfolgsgeschichten und siehst wie relaxed manche Leute sind und träumst davon auch beweglicher und flexibler zu sein.
Aber dann? Wieder nur Träume.
Was dich von deinem entspannten Leben trennt, ist nicht dein fehlendes Talent.
Es ist DEINE Entscheidung.
Du brauchst in der Tat kein weiteres Sportprogramm – du braucht etwas, um dein Nervensystem zu beruhigen!
„Morgens 30 Minuten nur für dich – damit der Arbeitstag dich nicht sofort überrollt“
Die kleinen einfachen Bewegungen, noch im Bett, wenn du willst, verändern:
– wie klar du denkst – wie sehr dein Rücken zieht – wie viel Energie du um 11 Uhr hast und – wie entspannt du am Nachmittag und am Abend bist
.Dein Licht ist bereits in dir. Yoga hilft dir, es zum Leuchten zu bringen.
✨atme ✨fühle ✨vertraue ✨erinnere dich daran, wer du wirklich bist.
Furchtlos ✨ Zuversicht ✨Intuition ✨ Klarheit✨ Zufriedenheit ✨ VollkommenheitTauche ein in ein neues Panorama voller Möglichkeiten, wecke deine Lebenskraft, spüre deine Energie und begegne dem Leben furchtlos.
Durch achtsame Bewegung, bewusstem Atem und Meditation stärkst du deine Intuition, findest Klarheit und kommst ganz bei dir selbst an.
Jede Yogastunde ist eine Einladung loszulassen, aufzutanken und dich mit deiner Seele zu verbinden
In all meinen Unterrichtsstunden erlebst du Kundalini Yoga nach Yogi Bhajan mit energetischen Körper- und Atemübungen, tiefer Entspannung und Meditation, oft begleitet von Mantras.
Alle Yoga-Stunden werden auf Video aufgezeichnet. Du kannst also auch teilnehmen, wenn du nicht live dabei sein kannst!
Der GutenMorgenClub enthält:
Sonntags Live Yoga von 10:00 – 11:00 Uhr
Donnerstags Live Yoga von 7.30 – 8:00 Uhr via Zoom
Aufzeichnung 72 h verfügbar
5-Minuten Notfall-Video
Monatsmitgliedschaft
Bonus: an all den anderen Wochentagen morgens Yoga mit meinen Kollegen Und das alles für nur 35 € pro Monat
Falls du aber meinst, du benötigst einen kompletten Reseat, dann bist du bei meinen Yoga-Verwöhn-Tagen hier an der Costa Blanka genau richtig.
Noch einmal Sonne tanken bevor der Winter vor der Tür steht!
Mit dem Juli beginnt die Urlaubszeit hier in Europa. Jetzt ist der Zeitpunkt zum entspannen und auszuruhen. Dabei denken wir oft über den tieferen Sinn unserer Existenz nach. Wenn wir uns vom Alltag zurückziehen, sich das Leben verlangsamt, kommen automatische die Gedanken. Wir reflektieren unsere Vergangenheit und versuchen unser kosmisches Muster zu verstehen. Meditiere und lasse dich ein. Dabei kann großartiges herauskommen.
Die 7 steht für die Aura, die uns beschützt. Sie kann uns aber auch den Weg weisen.
Mein Buch steht bei Amazon im Bücherregal
Gerade jetzt am 8. Juli wurde mein Buch veröffentlicht: „Es war einmal ein Paradies“ Es war für mich ein großer Schritt, mich in aller Offenheit der Welt zu präsentieren. Denn eigentlich hatte ich das Buch nur für mich geschrieben, um mein Erlebnis der letzten Jahre zu verarbeiten. Wie es dazu kam, dass ich mit 63 Jahren zur Auswanderin wurde, wie ich im Alter die Liebe erlebte, in der wilden Natur lebte und dann am Ende das Paradies wieder verloren habe. Mir war während des Schreibens gar nicht klar, dass es ein Buch werden würde und schon gar nicht habe ich darüber nachgedacht, ob sich jemand für meine kleine Geschichte interessiert. Erst als meine Freundin Gabriela mich fragte, ob sie es lesen dürfte und es dann als spannend befand, kam die Idee zur Veröffentlichung.
In mir wurde ein großer Konflikt entfacht
Ist es wirklich Interessant für andere? Ist es gut genug? Ich bin keine Schriftstellerin, es sind nur meine Gedanken! Kann es anderen Mut und Hoffnung machen? Mit dem Schreiben meiner Erlebnisse und Gefühle wollte ich das Thema in mir verarbeiten und begraben. Eine Veröffentlichung bedarf aber viel Arbeit. Korrektur lesen wollte ich gar nicht und schob es immer wieder auf. Denn ich war fertig mit der Geschichte. Ich wollte sie abschließen. Dann setzte ich mich doch immer wieder hin und las das Buch noch einmal durch. Es war sehr schwer und ließ mich alles noch einmal durchleben. Auch sieht man seine eigenen Fehler kaum. Gabriela hat mir geholfen aber dann ist der PC abgestürzt und alle Korrekturen waren verschwunden. Dann hat Uschi noch mal Korrektur gelesen. Ich danke beiden ganz herzlich. Es werden trotzdem immer noch Fehler da sein. Ich bitte diese zu verzeihen. Dann kam die Formatierung. Das hatte ich in der Form noch nie gemacht. Ich schreibe ja einfach immer drauf los und der Verlag übernimmt die Formatierung, wenn ich Artikel für das Yogajournal schreibe. Für Taschenbücher und auch für E-books gibt es strenge Formatvorgaben. Ich musste mich das erste Mal in meinem Leben, obwohl ich 30 Jahre lang Protokolle geschrieben habe, intensiv mit Word auseinandersetzen.
Alles zusammen hat es ein Jahr gedauert. Viel länger als die Geschichte zu schreiben. Ja, aber auch, weil ich es immer wieder von mir geschoben habe. Und auch jetzt, während ich diesen Blog schreibe, um dir liebe Leserin, lieber Leser mitzuteilen, dass mein Buch nun zu haben ist, bin ich so unsicher und innerlich aufgewühlt, ob es die richtige Entscheidung war. Doch jetzt lege ich es dir in deine Hände und lasse dich an meiner Geschichte teilhaben. Vielleicht ist es ja ein unterhaltsame Sommerlektüre für dich.
…. der GutenMorgenClub, jeden Morgen Yoga Live zu unterschiedlichen Zeiten mit diversen Yogalehrern oder nur donnerstags um 7.30 Uhr bei mir mit einer Aufzeichnung für einen entspannten Alltag. Es geht ab September wieder los
….. Frühstücksyoga jeden Sonntag von 10-11 Uhr live oder per Aufzeichnung ab 2. August Passend zur Jahresqualität geht es dann um die Erfahrung des 8. und 9. Körpers, des Prana-und des Subtilkörpers 😇, und die Entwicklung der damit verbundenen Qualitäten: ✨Furchtlos ✨ Zuversicht✨Intuition ✨ Klarheit✨Zufriedenheit ✨
Tauche ein in ein neues Panorama voller Möglichkeiten, wecke deine Lebenskraft, spüre deine Energie und begegne dem Leben furchtlos.
……Yoga4You, in den Einzelstunden gehen wir speziell auf dein Thema ein. Zeit nach Vereinbarung
Kundalini-Yoga und Meditation wirken besonders intensiv auf das Nerven- und Immunsystem und helfen innere Stabilität, Gelassenheit und Lebensmut aufzubauen, um den wachsenden Herausforderungen im Alltag erfolgreich zu begegnen und neue Perspektiven zu entwickeln.
Du kannst mich jederzeit ansprechen, auch wenn ich jetzt eine kleine Auszeit nehme und mal gar nichts tun werde. Mich nur noch ausruhen und innere Einkehr betreiben. Das geht wunderbar in der Hitze. Deswegen meditiere ich auch so gerne in der Wüste.
Sofort denken wir an unser Shashara, unser Kronen-Chakra, denn sein Thema ist die Grenzenlosigkeit – Licht und Leichtigkeit, Weisheit und Harmonie. Über das Kronen-Chakra oder auch das 7. Chakra verbinden wir uns mit der Unendlichkeit. Wir können über dieses Chakra ein Einheitsbewusstsein entwickeln und uns mit der Welt und der Unendlichkeit eins fühlen. So verbinden wir uns mit dem Universum oder mit dem Göttlichen. Auch öffnet sich dieses Chakra für den Transfer unserer Seele in die Unendlichkeit am Ende unseres menschlichen Daseins hier auf Erden.
Wenn die Kundalini-Energie nicht bis in das 7. Chakra hochsteigen und es öffnen kann, kann der Mensch die Unendlichkeit nicht bemerken, sie nicht erfahren und nicht genießen. (YB)
Hier oben beim 7. Chakra sitzt bekanntlich die Epiphyse, oder auch Zirbeldrüse bezeichnet. Sie produziert das Schlafhormon Melatonin. Wir versuchen in der Meditation diese Drüse anzuregen. Diese Drüse wird auch durch Licht stimuliert, wenn wir nicht genug Licht haben werden wir depressiv (Winterdepression). Das 7. Chakra arbeitet mit Licht und wird in vielen Religionen mit dem Heiligenschein dargestellt.
Das Kronen-Chakra ist also der Ort, an dem wir die Erfahrung der Grenzenlosigkeit machen können. Über das Kronen-Chakra können wir den Ruf tätigen und mit dem höheren Selbst kommunizieren, beten oder Hilfe rufen!
Wenn wir meditieren, geht es allein darum unseren Körper und unseren Geist zu befreien. So dass wir die Stimme Gottes und die Stimme der eigenen Seele hören können.
Manipura unser Nabel-Chakra
Doch mein zweiter Gedanke war, was ist denn mit unserem Manipura Chakra, dem Nabel-Chakra. Es ist doch direkt mit der Sonne verbunden und sie hat doch wohl die größte Leuchtkraft in unserem Universum. Darum steht dieses Chakra auch in Verbindung mit dem Solarplexus und wird als gelber Kristall dargestellt.
Sein Thema ist die Kraft die Entschlossenheit, Identität und Selbstbewusstsein. Ja, die Sonne ist männlich und darum geht es hier um Konfliktfähigkeit, Tatkraft, Fülle und Macht.
Wenn wir mit dem Nabel-Chakra, der Nabel-Energie arbeiten, spüren wir, z. B. nach der Sat Kriya die Wärme in unserem Bauch. Die kleine Sonne in uns, die uns ein aktives, dynamisches Lebensgefühl schenkt. Wenn dieses Chakra intakt ist, führt es zu innerer Balance.
Natürlich geht es hier um unser Bauchgefühl. Es hilft uns bei der Entscheidung, ob etwas für uns gut ist oder nicht.
Wenn dieses Chakra blockiert ist, spürt man nicht die Lebensfreude und Lebendigkeit, dann ist man passiv und unentschlossen oder baut Luftschlösser und hat niemals die Kraft, sie in die Tat umzusetzen.
Von daher ist das 3. Chakra für mich eines der wichtigsten, um uns selber mit Hilfe der Kraft der Sonne zum Leuchten zu bringen.
Aura – Chakra
Und da kommen wir auch schon zur Aura, die ja im Kundalini-Yoga als 8. Chakra bezeichnet wird.
Manche Menschen können die Aura der Menschen lesen, d. h. Sie können sie sehen. Keine Aura ist wie die andere, alle leuchten wir in unterschiedlichen Farben.
Dazu möchte ich das Gedicht von Eduardo Galeano aus dem „Buch der Umarmungen“ (1989) zitieren: frei übersetzen aus dem Spanischen
„Ein Meer kleiner Feuer“
Ein Mann aus dem Dorf Neguá an der kolumbianischen Küste konnte in den Himmel aufsteigen.
Nach seiner Rückkehr erzählte er seine Geschichte. Er sagte, er habe von dort oben das menschliche Leben betrachtet. Und er sagte, wir seien ein Meer kleiner Feuer.
„So ist die Welt“, verriet er. „Unzählige Menschen, ein Meer kleiner Feuer“.
Kein Feuer gleicht dem anderen. Jeder Mensch leuchtet mit seinem eigenen Licht inmitten aller anderen. Es gibt große und kleine Feuer und Feuer in allen Farben. Es gibt Menschen mit einem sanften Feuer, die den Wind nicht einmal bemerken, und es gibt Menschen mit einem wilden Feuer, die die Luft mit Funken erfüllen. Manche Feuer, törichte Feuer, leuchten nicht und brennen nicht; andere aber brennen mit solcher Intensität, dass man sie nicht ansehen kann, ohne zu blinzeln, und wer ihnen zu nahekommt, fängt Feuer.“
Dieses Aura-Chakra ist also das strahlende Licht, dass unseren Körper umgibt und es ist unsere Ausstrahlung, die auch andere wahrnehmen können. In der Aura werden die Wirkungen aller Chakras komprimiert. Wir sind mit einem Energie- oder Lichtfeld umgeben und fühlen uns dadurch sicher und mit der Unendlichkeit verbunden.
Bist du von einem starken Energie-Feld umgeben, verbessert es auch die Arbeitsweise des anderen Chakras und verwebt sich mit dem Universum.
Wenn du mehr über die Chakren erfahren möchtest besuch doch einen meiner Yogakurs oder vereinbare eine Privatstunde mit mir.
Yoga4You
Im Einzel-Unterricht widmen wir uns nur Dir! …. wie geht es Dir? …. was bewegt dich? …. welche Bewegung tut dir wirklich gut? Hier kannst du sein, wie du bist!
Der Juni, der 6 Monat des Jahres bringt eine dynamische Energie mit sich. Die Nummer 6 steht für das Feuerelement. Du kannst spüren, wie es sich unter der Oberfläche zusammenbraut. Egal in welchem Bereich, die Unzufriedenheit macht sich breit. Wir sind genervt, frustriert und wünschen uns Veränderung. Die 6 stellt wichtige Bereiche, wie Familie, Gerechtigkeit, Gemeinschaftsgefühl und unseren eigenen Selbstrespekt auf die Probe. Jeder hat sein eigenes Thema und dann ist da immer noch das Gemeinschaftsthema, wie Ausdauer, Schutz, Eigenständigkeit und Belastbarkeit. All dieses birgt ein hohes Maß an Stress mit sich.
Die 6 ist Gemeinschaft, und so ist der Austausch mit Familie und Freunden so wichtig wie das Atmen. Niemandem geht es allein gut. Also ändere den Gang und wechsle die Spur, um Konflikte in diesem Monat aus dem Weg zu gehen.
Es ist die Zeit, in der das Licht sein Zenit erreicht, die Sommersonnenwende steht auf dem Programm.
So ist der Juni auch die Zeit, in der wir reflektieren und neu bewerten und unsere Themen für dieses Jahr wirklich noch einmal besser planen könnten.
Um noch besser in dich hinein zu spüren biete ich ein besonderes Online-Event
Erwecke die Feuer in Dir
Ein Yin & Yang Workshop zur Sommer-Sonnenwende Mo, 21. Juni | 19:00–20:30 Uhr
Sommersonnenwende
Die Sommersonnenwende ist der lichtvollste Tag des Jahres, denn die Sonne hat ihren höchsten Punkt erreicht. Die Natur zeigt sich in ihrer Fülle.
Gleichzeitig beginnt mit diesem Zenit die Umkehr und von nun an werden die Tage wieder kürzer.
Dieser besondere Moment ist das Tor, das dich einlädt bewusst innezuhalten: das Leben zu feiern, deine Energie zu fühlen und Dankbarkeit für die Fülle des Sommers zu spüren und gleichzeitig Raum für das Kommende zu öffnen. Wohin führt dich dein Weg bis zum Jahresende? Ein kraftvoller Moment zwischen Fülle und Wandel – um tief in dich hinein zu spüren.
Ich finde es so schön, dass hier in Spanien zur Sommersonnenwende „San Juan“ gefeiert wird. Man trifft sich als Familie am Strand (es können auch Freunde sein), isst gemeinsam und lässt das Halbjahr Revue passieren. Es gibt reinigende Feuer und Rituale. Um Mitternacht nehmen alle ein reinigendes Bad im Mittelmeer. Dann sind wir bereit für das zweite Halbjahr. Auch hier gibt es die Möglichkeit die Spur zu wechseln.
Das Nabel Cakra
Die Kraft in deiner Mitte
Wünschst du dir mehr Leichtigkeit, Zufriedenheit und Erdung in deinem Alltag? Das Geheimnis für diese spürbare Stabilität liegt in deiner Mitte.
Unser Nabel Chakra ist eine wichtige Quelle unserer Lebensenergie, das dich dabei unterstützt, deine innere Balance zu nähren und deine Mitte spürbar zu stärken. Wenn dieses Chakra stark ist, schenkt es dir nicht nur eine gute Verbindung zu dir selber, sondern du fühlst dich zentriert, kannst deine Projekte in die Tat umsetzen, das Leben mit Freude „verdauen“ und ganz bei dir sein.
Hier sitzt auch das Feuer, deine Power, deine Kraft, dein Durchhaltevermögen. Es macht also noch mehr Sinn die Bauchmuskeln zu trainieren, nicht nur wegen der Bikinifigur.
Um dich dabei zu unterstützen gibt es den Guten-Morgen-Club. Beim morgendlichen Yoga regst du nicht nur deine Lymphen an, stretcht deine Faszien, wirst allgemein flexibler sondern stärkst auch deine Bauchmuskeln. Gerade ich habe immer einen Fokus auf das Nabel Chakra, denn mir fehlt schon mein ganzes Leben das Feuer. Wer mich kennt, glaubt es nicht, aber ich habe die Feuer in mir immer erwecken müssen.
Es besteht die Möglichkeit donnerstags morgens um 7 h, live mit mir 30 Minuten Yoga zu praktizieren und mit der Aufzeichnung die Übungen täglich zu deiner Lieblingszeit zu wiederholen oder auch bei meinen 4 Kollegen an den anderen Wochentagen morgens mitzumachen. (Online via Zoom)
Und das alles zu einem phänomenalen Monatsbeitrag von nur 15 €. (jederzeit kündbar)
Meine To Want Liste für das zweite Halbjahr
Gerade bin ich voller Energie und somit schreibe ich diesen Artikel. Doch weiß ich natürlich, dass der Sommer beginnt und erst einmal ein ausgiebiges Ausruhen bei der großen Hitze hier in Spanien vor mir liegt. Es ist auch sehr wichtig, dass wir alle einen Gang im Sommer runterschalten und uns Zeit für uns nehmen. Ich freue mich auf das Rumgammeln, mehr lesen, malen, handarbeiten, weil es hier viel zu heiß wird, um sich zu bewegen. Sogar das Meer wird zu warm und bietet keine Erfrischung mehr.
Solange mein Hirn also noch kein Brei ist, schreibe ich diese Liste:
Fußleisten anbringen
Sonnenuhr malen
Fliesen ölen
Blaues Bild malen, das schon so lange in meinem Kopf ist
Ausruhen fällt mir schwer
Yoga praktizieren (das mache ich immer)
Wassergymnastik mit den Dorffrauen
Einen Roman auf Spanisch lesen
Meditieren
Buch veröffentlichen
Shakti-Dance-Kurs besuchen
Erwecke die Göttin in dir Einen relaxten Retreat mit wunderbaren Frauen im Herbst erleben
Außerdem stehen noch einige Handwerkerarbeiten hier im Hause an. Dazu habe ich eine zwiegespaltene Meinung. Einerseits freue ich mich auf die Ergebnisse. Andererseits graut mir vor dem Dreck. Ich möchte den Flur und das Wohnzimmer streichen lassen. Einige Heizkörper austauschen und den Pool nach der Badesaison fliesen lassen.
Dieses Jahr bot mein Yogaverband 3HO eine kleine spannende Rundreise durch Nordindien, bis zu den Ausläufern des Himalayas an. Es sollte eine spirituelle Reise werden, die uns von den Sikhs über die Hindus zu den Buddhisten führen würde.
Eine Anreise mit Umwegen
Amritsar und der goldene Tempel
Katra und die Pilgerwanderung zu Mata Devi
Die Fahrt zum Kangra-Tal und der versteckte Krishna
Palampur, Himachal Pradesh – die Teeplantagen und die Dörfer der Buddhisten
Dharamsala und das Gespräch mit der deutschen Nonne statt mit dem Dalai Lama
New Delhi und Old Delhi
Rishikesh – Bollywoodund die Erholung im Wellnesshotel
Die Rückreise
1. Eine Anreise mit Umwegen
Es war nicht wirklich einfach. Meine Mutter feierte ihren 95igsten Geburtstag gerade dann, als die Gruppe sich auf den Weg nach Indien machte. Am 22. sollten wir uns in Delhi treffen. Am 24. ginge es weiter nach Amritsar. OK dachte ich, der Geburtstag am 21. ist wichtig für Mama, also feiere ich mit ihr und fahre dann am 23. April mittags mit dem Zug nach Frankfurt, direkt bis zum Flughafen, checke ein und fliege über Nacht nach Delhi, habe dort morgens einen Anschlussflug nach Amritsar und treffe noch vor der Gruppe dort ein. Wunderbar!
Gedacht, getan. Ich flog von Alicante nach Bremen. Wir feierten mit der gesamten Familie den Ehrentag meiner Mama und am 23. setzte ich mich voller Vorfreude in den Zug nach Frankfurt zum Airport. Noch im Zug erhielt ich die Meldung, dass mein Flug gecancelt sei. Ich wurde auf den nächsten Flug, morgens um 8 Uhr umgebucht. Was nun, ich musste mir ein Hotel am Flughafen suchen. Es gibt dort viele, in allen möglichen Preislagen. Ich buchte ein einfaches Haus, so nah wie möglich. Trotzdem musste ich ein Taxi nehmen, weil es keinen Fußweg zum Flughafen gibt.
Die Umgebung des Flughafens ist eine richtige kleine Yuppie-Stadt und dementsprechend gibt es hippe Restaurants. So konnte ich noch erstaunlicherweise eine Gemüse-Bowl verspeisen, aber meine Nacht war kurz und unruhig. Um 5 Uhr stand ich auf, verließ das Hotel, um ein Taxi zu nehmen. Zum Glück wusste der Taxifahrer von welchem Terminal Air India fliegt. Dort wurde mir mitgeteilt, dass ich 600 € erstattet bekäme. Das wäre super, freute ich mich, denn wegen des Krieges in der arabischen Region hatte ich zwei Rückflüge gebucht und so würde mir einer erstattet, Juhu!
Vor langer Zeit hatte ich den kürzeren und kostengünstigeren Flug über Abu Dhabi nach Madrid gebucht. Doch inzwischen war ich mir unsicher, ob dieser Weg noch sicher ist und hatte einen zweiten Rückflug über Frankfurt dazu gebucht. Viele Flüge über Dubai, Doha und Abu Dhabi wurde derzeit gecancelt. Das pubertäre Verhalten von Israel und Iran, der eine fühlt sich bedroht und der andere antwortet ebenfalls mit einer Bombardierung als Rückdrohung. Für mich sind diese Irren schon lange nicht wirklich erwachsen. Dazu kommt noch dieser völlig verrückte amerikanische Präsident, der Israel unterstütz und damit einen 3. Weltkrieg provoziert. Schon hatte die Bombardierung der Emirate, die ja Verbündete der Amerikaner sind begonnen. Der Krieg brachte nicht nur die Flugpläne durcheinander, sondern auch unsere Flugzeit betrug jetzt zehn Stunden statt acht. Die Flugzeuge fliegen einen größeren Bogen um das Kriegsgebiet herum. Das war auch sinnvoll!
Mein Flug war sehr entspannt, das Flugzeug nur halb voll. Ich hatte die gesamte Sitzreihe für mich und konnte mich ein wenig bewegen. Der Service ist immer sehr gut bei Air India und so kam ich recht gechillt in Delhi am Abend an. Leider gab es keinen Flug mehr nach Amritsar. So musste ich auschecken und wieder einchecken. Also Koffer abholen aus dem Gebäude raus, zu einem anderen Terminal rollen und dort meinen Koffer wieder aufgeben. Um 4 Uhr morgens sollte wir nach Amritsar starten. Ich verbrachte also die Nacht auf dem Flughafen. Ich wanderte dort herum, draußen und drinnen, kaufte mir einen Tee und dann noch einen, besuchte das Bad, schaute mir diverse Läden an, ohne wirkliches Interesse, denn eigentlich wurde ich immer müder. Eine Stunde vor Abflug ließen sie uns zu unserem Gate, doch dort war so wenig Platz, dass es keinen Sitzplatz mehr gab. Ich war so froh endlich auf meinem Platz im Flieger zu sitzen, dass ich dort sofort eindöste. Doch die Flugzeit beträgt nur eine gute Stunde.
In Amritsar verließ ich das Flughafengebäude und wegen der frühen Stunde standen im Nu 20 Taxifahrer um mich herum und buhlten um meine Aufmerksamkeit. Ich ließ sie diskutieren und sie untereinander entschieden, wer mich fährt.
Mein Taxi war etwas schrottig, aber tüchtig geputzt. Der Taxifahrer zeigte mir seine Fahrtkünste und sauste die Straßen entlang. Ich war so glücklich aus dem Fenster zu schauen und wieder in Amritsar zu sein. Ich sog Indien quasi auf. Unser Hotel liegt am Anfang der Fußgängerzone, die zum Tempelgelände führt. Ich war froh, so müde wie ich war, ein bekanntes Hotel zu betreten und in der Empfangshalle Danveer, unseren Guide zu treffen. Vasiliki, mit ihr teilte ich mir das Zimmer, war zum Glück schon wach. Wir begrüßten uns, ich sprang kurz unter die Dusche, eine Wohltat, legte mich hin und war sofort eingeschlafen. An diesem Morgen gab es weder Yoga noch Frühstück für mich.
Der goldene Tempel
2. Amritsar und der goldene Tempel
Wie im letzten Jahr verzauberte mich Amritsar und der goldene Tempel erneut. Die spirituelle Atmosphäre dort ist wie ein Rausch. Es ist fast unwirklich. Ich umwanderte das riesige Wasserbecken, in dem der Tempel steht, ich saß und meditierte unter dem Schlafbeerenbaum mit Blick auf den Tempel und bin immer wieder tief beeindruckt.
Auf dem Tempelgelände gibt es eine Küche und zwei Speisesäle. Hier werden täglich 25.000 Essen an die Gläubigen herausgegeben. Auch dieses Mal wollten wir Seva leisten. Letztes Jahr spülte ich mit den Inderinnen Geschirr und in diesem Jahr war ich in der Backstube. Dort rollte ich Chapati. Die Inderinnen nahmen die kleinen Teigkugeln und machten mit Hilfe des Nudelholzes runde Fladen, die dann ausgebacken werden. Ich schwitzte in der warmen Backstube neben den Inderinnen und gab mein Bestes, jedoch meine Chapatis waren oval oder unförmig und fransig. Sie lachten über mich und formten meine merkwürdigen Fladen wieder zu Kugeln, um sie erneut auszurollen. Ich war einfach zu ungeübt!
Unser zehnter Guru ist ein großes Buch. Das heilige Buch heißt Guru Granth Sahib. Es gilt als der ewige, lebendige Guru und enthält viele Hymnen der Sikh-Gurus und anderer Heiliger in Gurmukhi-Schrift. Der 9. Guru, Gobind Singh ernannte es 1708 zum unsterblichen Nachfolger, weshalb es wie ein König behandelt und verehrt wird. Es wird abends so geben 11 Uhr mit einer Zeremonie ins Bett gebracht und morgens gegen 3 Uhr wieder zurück in den goldenen Tempel. Beide Zeremonien haben wir dieses Jahr miterlebt. Unglaublich viele Sikhs nachts anwesend waren, um ihm singend zu geleiten. Es war sehr spirituell und machtvoll, Gänsehaut pur.
Amritsar hat außer dem Tempelgelände nicht sehr viel zu bieten. Es gibt eine Fußgängerzone um das Tempelgelände herum mit vielen bunten Läden, ein Museum zur Stadtgeschichte und einen sehr schönen versteckten, geschichtsträchtigen Park. Hier hinein sind 1919 während einer friedlichen Demonstration (Sikhs, Hindus und Moslems), die gegen die Inhaftierung ihrer Führer protestierten, geflohen. Sie wurde von den Engländern einfach niedergeschossen, wenn sie sich nicht vorher in den unendlich tiefen Brunnen gestürzt hatten.
Viel Spaß hatten wir in diesem Park mit einer von unseren Teilnehmerinnen, die in Yogaklamotten, Leggins und Top, mit uns Yogis durch die Stadt zog. Sie hatte gedacht, sie ginge auf eine Yoga-Reise und hatte eben nur Yoga-Outfits dabei. Weil sie blond ist und uns auch noch überragte, war sie die Attraktion für Inder und gefühlt jeder zweite wollte ein Foto mit ihr. Sie konnte sich kaum vor ihnen retten.
3. Katra und die Pilgerwanderung zu Mata Vaishno Devi
Nach vier Tage brachen wir auf Richtung Katra, der Basisstadt für den berühmten Pilgerweg zum Mata Vaishno Devi Tempel im Trikuta-Gebirge in Kashmir. Der Schrein liegt in einer Höhle auf ca. 1600 Höhe, die über einen etwa 13 km langen Aufstieg zu erreichen ist. Der Pilgerweg zieht jährlich Millionen von Anhängern an, die die Göttin (eine Manifestation von Kali, Lakshmi und Saraswati) verehren und sich erhoffen, dass sie ihre Wünsche erfüllt.
Die Pilgerreise ist für viele ein tiefgreifendes spirituelles Erlebnis. So war es auch für uns 20 Westler, die mit den gefühlten 150 tausend Indern wanderten. Es war nicht einfach für unseren Guide überhaupt eine Genehmigung für uns zu erhalten. Normalerweise gibt es hier keine Westler. Nur weil er mehrmals Bitschreiben geschickt und uns als weit spirituell fortgeschritten bezeichnet hatte, ist es ihm gelungen. Wir wussten nicht, was auf uns zu kam (zum Glück) wir kannten nur die Geschichte von Mata Devi, die sich aus Südindien kommend in diese Höhle zurückgezogen hatte.
Uns in Katra zu registrieren war die zweite Hürde, d. h. wir mussten unsere Pässe vorlegen und wurden dort in eine Liste eingetragen. Weil ein so großer Andrang herrschte, hat sich ein kleiner energischer, Testosteron gesteuerter, indischer Mitarbeiter um uns bemüht. Er fühlte sich sehr stark und führte uns durch einen merkwürdigen Hintereingang, an allen anderen vorbei, zur Registration. Während wir ihm folgten und immer wieder seinem Ruf „Jai Mata Di“ erwiderten, ließ er sich mehrmals mit uns fotografieren. Wir erhielten unser Registrierband, was man sich um den Kopf band und durften uns nach der Taschenkontrolle (wie im Flughafen) auf den Weg machen.
Mit dem Wort „Pilgerweg“ zu einer Höhle, hatte ich an einen schönen Bergweg gedacht. Doch dem war nicht so! Es ist ein eingezäunter, betonierter Weg, der sich nach oben schlängelt. Beschallt mit Bajans und nach jedem Kilometer wurde wir von Trommler angefeuert. Immer wieder riefen die Leute sich „Jai Mata Di!“ zu. Junge, Alte, gebrechliche, Frauen mit Babys und kleine Kinder, ganze Familien, Geschäftsleute, manche Barfuß, in Flipflops oder zu in zu großen Turnschuhen. Alle waren auf dem Weg. Es war unglaublich. Mit den Menschenmassen wanderten wir, jeder in seinem Rhythmus nach oben. Die, die nicht mehr laufen konnten, ließen sich in einer Sänfte von sechs Männer hochtragen. Auch gab es Männer, die die Fußkranken in verstärkten Kindersportkarren nach oben fuhren. Natürlich gegen Bezahlung. Am Rand des Weges gab es Restaurants und Café-Buden. Man musste wirklich sehr spirituell sein, um diesen Weg meditativ nach oben zu steigen und den Wahnsinn um einen herum auszublenden oder sich einfach mittreiben zu lassen. Unterwegs traf ich Inge, auch eine Teilnehmerin aus unserer Gruppe. Wir hatten den gleichen Tritt und wanderten die 2. Hälfte zusammen. Da wir 1,5 Stunden vor dem Rest der Gruppe oben ankamen, freute ich mich dort nicht alleine warten zu müssen, denn wir waren ziemlich erschöpft. Auf dem letzten Km gab es natürlich nichts mehr zu kaufen, weder Getränke noch etwas zu Essen. Außer einem Müsliriegel und einem Kaffee, den wir unterwegs getrunken hatten, hatte ich noch nichts zu mir genommen. Leider bekommt mir das indische Frühstück nicht. Morgens schon Dal und Reis geht gar nicht. Ich kämpfe eh immer mit Durchfall in Indien und wenn ich morgens schon Reis essen würde, wäre es bestimmt noch schlimmer. Da ich aber auch kein Gluten vertrage (hat eine ähnliche Wirkung bei mir), kann ich auch nicht englisch Toast mit Marmelade essen. Auch Milch verursacht mir Übelkeit und es gibt meistens Tee oder Kaffee mit Milch. Ich war also erschöpft und hatte Hunger. Die Wartezeit auf dem Betonboden sitzend, war lang. Endlich kamen die anderen und wir mussten wieder durch die Taschenkontrolle, um in den Innenbereich des kleinen Bergdörfchens zu gelangen.
Auf der Pilgerwanderung
Hier herrschte ein unglaublicher Trubel. Es gab Fressmeilen und Pilgerunterkünfte. Es ging zu wie auf dem Jahrmarkt und die Stimmung war euphorisch. Weiterhin riefen alle mit großer Freude „Jai Mata Di“ und wir antworteten dem Ruf. In einem riesigen Selbstbedienungsladen kauften wir uns etwas zu essen. Dummerweise kenne ich die Lebensmittel nicht auf englisch und bin immer etwas aufgeschmissen mit den indischen und englischen Begriffen. Ich bestellte mir etwas mit Gemüse und Salat, weil ich so ein Bedürfnis nach etwas Frischem hatte, erhielt aber wieder Dal und ein wenig gebratenes Gemüse, dazu Chapati, die ich ja eigentlich nicht essen kann. Die Portion war sehr klein, mehr wie eine Tapa, aber immerhin hatte ich etwas gegessen. Danveer hatte auch dafür gesorgt, dass wir eine Unterkunft im Pilgerhotel hatten. Wunderbar, wir bekamen zu fünft ein eigenes Zimmer mit einem Doppelbett und einer Couch; Die Luxusvariante. Viele Inder lagen überall draußen und in den Fluren einfach auf dem Boden. Das gesamte Bergdörfchen ist nachts hell erleuchtet. Vor unserem Fenster blinkten die Lampen in den Chakra Farben. Die Geräuschkulisse der tausenden von Menschen war groß aber noch intensiver die Energie, die ich spürte. Ich kam nicht wirklich zur Ruhe in dieser Nacht. Auch begann sich in dieser Nacht der eine oder andere nicht wohl zu fühlen.
Morgens bekamen wir ein indisches Frühstück und dann sollte es endlich in die heilige Höhle gehen. Ich war gespannt. Zu der kleinen Höhle im Berg führt ein langer schmaler Gang. Im Gänsemarsch, eng hintereinander schoben wir uns langsam zum Heiligtum vor. Eigentlich gab es nicht zu sehen, außer drei geschmückten Hügelchen und schon waren wir dran vorbei und wieder draußen. Hier erhielten wir unser Prasad. Und das war es.
Wow, so viel Aufwand für so einen kleinen Moment? Oder war es doch ein großes spirituelles Erlebnis?
Natürlich hatte ich meinen Wunsch an Mata Devi formuliert. Das Wollbändchen, was ich u.a. im Prasad fand, trage ich noch immer an meinem Handgelenk. Mata Devi begann sofort an meinem Wunsch zu arbeiten, an meiner Verdauung und an meinem Bauchweh. Es geschah erst einmal eine große Reinigung (den totalen Durchfall) und bis heute spüre ich ihre Arbeit in mir.
Wir machten uns an den Abstieg und, schlugen dieses Mal den alten Weg ein. Er war ebenfalls betoniert und vergittert, aber viel schmaler. Außerdem kamen hier zu den Sänften und Sportkarren noch Pferde dazu. Die Tiere galoppierten mit ihren oft unkundigen Reitern zwischen den Fußgängern rauf und auch runter, so dass ich mich ein paarmal mit einem Sprung an den Zaun retten musste. Wieder bewältigten Inge und ich gemeinsam den Abstieg. Unserer Schritte waren einfach gleich! Unsere Bedürfnisse ebenfalls. Jede zweite Toilette war meine. Zwischendurch fing es an zu gewittern und zu regnen. Der Pferdemist wurde durch die Nässe zu einer braunen klebrigen Masse, in der ich ausrutschte.
Etwas lädiert kamen wir am Ende des Weges an und sollten wieder warten. Hier gab es einen ungefähr 3 Kilometer langen Markt zu beiden Seiten des Weges. Man konnte alles kaufen, was das Herz begehrte. Es roch verführerisch nach Essen. Ich hatte mal wieder Hunger, traute mich aber nicht etwas zu kaufen. Bunte Stoffe, Souvenirs, Marktschreier und der Weg eng gedrängelt, voller Menschen, Sänften, Pferde …. So stelle ich mir das Mittelalter vor. Leider war ich schon wieder extrem erschöpft, konnte es nicht wirklich genießen und wollte nur ins Hotel und ins Bett. Dort endlich angekommen, habe ich 10 Stunden geschlafen, dann gut gegessen und mich langsam wieder als Mensch gefühlt.
Der Pilgerweg in der Nacht
4. Die Fahrt zum Kangra-Tal und der versteckte Krishna
Fast alle in unserer Gruppe hatten Erschöpfungsanfälle und mit Verdauungsproblemen zu kämpfen. Mit unseren Bussen fuhren wir nach einem Erholungstag weiter. Zwei Personen mussten wir zurücklassen, weil es ihnen extrem schlecht ging. Die Fahrt ging von Katra entlang der „Foothills der Himalayas“ bis in das liebliche Kangra-Tal. Es waren nur 230 km, aber es dauerte 10 Stunden bis wir ankamen. Wir fuhren die gesamte Strecke auf einer Baustelle mit ca. 20-40 km/h.
In Katra und auch auf der Fahrt waren die Straßen sehr mit Müll verdreckt. Bis heute verstehe ich nicht, warum die so reinlichen Inder all ihren Plastikmüll einfach aus dem Fenster werfen. Ob hinter das Haus oder aus dem Autofenster. Es liegt alles voll. Ist es Desinteresse oder Überforderung? Ich denke ich brauche noch ein wenig, um es zu verstehen.
Der endlose Brückenbau
Die Landschaft veränderte sich und in Pradesh wurde es auch viel sauberer als in Kashmir.
Zum Glück gab auf unserer endlosen Fahrt zwei Pausen. Eine Teepause im Garten eines sehr schönen Hotels. Wir lagen auf der Wiese schauten in den blauen Himmel und tranken unseren Tee.
Unsere zweite Pause führte uns zu einer Ruinenstadt, Nidhivan (Uttar Pradesh). Sie gilt als ein heiliger und besonders geheimnisvoller Ort, an dem Krishna und Radha ihre nächtlichen Tänze aufführen sollen. Auch die Bäume rundherum sollen tagsüber Gopis sein, die sich nachts in ihre wahre Gestalt verwandeln, um zu tanzen. Die Bäume sind merkwürdig verdreht, wachsen in Paaren und ihre Äste beugen sich nach unten, was die verwobenen Paare symbolisieren soll. Im Tempel befindet sich auch ein Bett, wo Krishna und Radha nach dem Tanz ruhen sollen. Jeden Abend bereiten Priester das Bett vor und stelle Süßigkeiten und Wasser auf. Am nächsten Morgen werden die Speisen oft als teilweise verzehrt und das Bett als benutzt vorgefunden.
Das Gelände ist nachts verschlossen und es heißt, dass auch die Tiere, Affen und Vögel das Gelände nach Sonnenuntergang verlassen.
Ich mag diesen singenden und tanzenden Gott, hat er doch immer etwas Schalk in den Augen und macht sich ein wenig über unsere Anstrengungen lustig.
In der Abenddämmerung erreichten wir dann endlich unseres prächtiges Heritage-Hotel. An der Rezeption wartete ein Arzt auf die vielen Kranken in unserer Gruppe. Wir checkten ein. Vasiliki und ich hatten ein herrliches Zimmer und es wartete auf uns ein „Diätessen“.
5. Palampur, Himachal Pradesh – die Teeplantagen und die Dörfer der Buddhisten
Unser Hotel Taragarh Palace ist ein traumhaft gelegenes Haus mit verwunschenen Plätzen im paradiesischen Garten. Es liegt in der bergigen Landschaft und im Hintergrund sind die schneebedeckten Berge des Himalayas zu sehen. Das prächtige Anwesen ist etwas ungepflegt und teils reparaturbedürftig. Es liegt mitten in einem Arjuna-Wald. Ich wusste gar nicht, dass diese heiligen Bäume so riesig werden. Die Affen waren hier besonders frech und manchmal schossen die Mitarbeiter mit Luftgewehren in die Luft, damit sich die Affen erschrecken und weglaufen. Affen werden niemals getötet, denn sie sind die Kinder Hanumans. Der ehemalige Besitzer war ein Maharadscha und das Haus hat sehr viel prominente Gäste gesehen. Es gibt riesige Zimmer und Bäder und auch nette Salons für Empfänge. Wir haben unseren Aufenthalt hier sehr genossen und die Gruppe konnte sich etwas regenerieren. Für mich war das Größte, dass ich endlich ein Fenster in unserem Zimmer öffnen konnte. In den vorherigen Hotels waren die Fenster alle verschlossen und die Zimmer nicht zu belüften, was mir immer einen morgendlichen Kopfschmerz einbrachte.
Merkwürdiges widerfuhr mir nachts. Wenn ich ins Bad ging, saß dort eine handgroße Spinne. Ich freute mich nicht sie zu sehen, es gruselte mich der Gedanke, dass sie unter der Badezimmertür durch krabbeln könne und zu mir ins Bett käme. Morgens war sie verschwunden. Vasiliki und das Personal sahen sie nie. Der Manager meinte, sie würde mir Glück bringen.
Ich war glücklich! Wenn ich morgens, inzwischen alleine im Garten Yoga praktizierte, auf die schneebedeckten Berge schaute und dem Vogelgesang lauschte, war so viel Freude in mir. Einmal kam eine wiederkäuende Kuh, scharte im Blumenbeet und glotzte mich interessiert an. Auch die Affen beobachten mich, doch der Boy trieb alle immer wieder von mir weg.
Während die Gruppe weiterhin größtenteils Diät aß und untereinander Pillen tauschte, machten wir uns zu zweit und dann auch noch mit einer kleinen Gruppe auf den Weg und erkundeten die Umgebung. Rundherum gab es zahlreiche Teeplantagen und zwei kleine Dörfer, wo Menschen lebten, die auf den Plantagen arbeiteten. Sie luden uns zum Tee ein, zeigten uns, wie sie lebten und erzählten, dass sie Lipton belieferten und dieses große Teekonzern doch sehr die Preise drücken würde. Erstaunt hat mich, dass diese Dörfer eine ganz andere Architektur hatten, wie ich es aus Indien gewohnt war. Sie sind solide und fantasievoll gebaut, bunt angestrichen, sehr sauber, mit kleinen angelegten Gärten. Auch die umliegende Landschaft war sehr gepflegt.
Am dritten Tag unseres Aufenthalts machten wir eine Wanderung in ein etwas weiter oben gelegenes Dor, das sich um ein in der Mitte gelegenes Klostergelände angesiedelt hatte. Ja, nun waren wir im Buddhismus angekommen. Von weiten konnten wir schon die zahlreichen Gebetsfahnen sehen. Wir kamen zum Tempel und meditierten dort. Danach stiegen wir den Berg noch weiter hoch und besuchten einen Guru. Er hat mit uns auch meditiert und wir durften ihm Fragen stellen. Auf dem Abstieg kehrten wir noch in einem Café ein, wo es leckeren Ingwertee und selbstgebackenen Karottenkuchen gab. Daneben stellte ein Maler in einen eigenen Ausstellungsraum seine fantastischen Buddhisvatas aus. Ich erstand eine grüne Tara, die mir Gesundheit bringen soll.
Auch am nächsten Morgen fuhren wir auf dem Weg nach Dharamsala noch einmal in das Dorf, denn hier fand heute eine buddhistische Zeremonie statt. Wir durften uns an den Rand setzen und sie miterleben.
Das Leben hier bei den Buddhisten erscheint wohlhabender, friedvoller, und ruhiger.
Der Tempel der Buddhisten im Kangra Tal
Der Unterschied zwischen Yoga/Pantanjoli und Buddhismus:
Im Yoga fragen wir uns: „wie beruhige ich meinen Geist, damit ich meine Seele verstehe?“ und der Buddhist fragt: „warum leide ich und was ist dieses Ich eigentlich?
6. Dharamsala und das Gespräch mit der deutschen Nonne statt mit dem Dalai Lama
Dharamsala bedeutet Haus des Dharma (Pilgerhaus) und liegt wunderschön angeschmiegt an die Berge. Der einstig kleine Ort ist wohl in den letzten Jahrzehnten gewachsen. Er lebt hauptsächlich vom Tourismus. Der Dalai Lama ist 1959 aus Tibet hierher geflohen und wohnt etwas oberhalb des Ortes in McLeod Ganj. Er lebt hier mit Zustimmung der indischen Regierung unter vielen Tibetern.
Der Dalai Lama ist für mich immer noch die letzte Person auf dieser Welt, die sich offiziell für den Frieden ausspricht. Nun ist er schon über 90 Jahre. Wie wird die Welt wohl ohne ihn sein? Er war zwar zu Hause, hat uns aber leider nicht persönlich empfangen. Es war aber trotzdem sehr interessant sein Wohnhaus und die Umgebung kennen zu lernen. Sein Wohnsitz ist im Quadrat gebaut, wie die Universitäten in Marokko, aber schmucklos. Auf der einen Seite des Innenhofs steht sein persönliches Haus mit einer Wache vor der Tür. Gegenüber befindet sich der Tempel und andere Veranstaltungsräume. Bevor man in den Tempel geht, umrundet man ihn und betätigt alle Gebetsmühlen und dann erst betritt man den heiligen Raum. Buddhistische Tempel empfinde ich als richtig gemütlich mit den vielen bunten Sitzkissen. Rot ist die vorherrschende Farbe, meine Lieblingsfarbe. Die Buddha-Statuen sind unglaublich und jede sieht anders aus. Rechts und links zwischen Wohnhaus und Tempel befinden sich die Zimmer der Klosterschüler. Im Hof konnten wir sie bei ihren Depattier-Übungen, die sie fast den gesamten Tag betreiben, beobachten
Unser Hotel lag noch höher im letzten Ortsteil. Dahinter gab es nur noch Berge und Wald des Himalayas. Leider hatten wir Pech mit dem Wetter. Es gewitterte immer wieder. Jedoch konnten wir morgens Yoga auf der Dachterrasse praktizieren. Von dort hatten wir einen herrlichen Blick. Wie auch aus jedem Zimmer! Dieser Ortsteil erinnerte mich an meine Jugend auf Ibiza. Freakige Leute, flippige Kleider, Yogaklamotten und Schmuck, dazwischen kleine schnuckelige Bars und Teehäuser.
Am nächsten Morgen streiften wir durch die Berge, kletterten hoch zu einem Wasserfall und genossen den weiteren Aufstieg ins Gebirge. Es gibt zahlreche Wanderwege. Das war der richtige ein Ort für mich, ein Wohlfühlort, fast wie Zuhause.
Von hieraus beginnen auch einige Treckingtouren, z.B. nach Tirund (3350 m) und zum Inderhara-Pass (4350 m).
In Lower Dharamsala gibt es einen phantastischen Park, in dem ebenfalls ein sehr schöner Tempel steht. In den angrenzenden Häusern befindet sich das Audienzzimmer des Dalai-Lamas mit einem angrenzenden Ruheraum, damit er sich zwischendurch erholen kann. Außerdem wird hier in den Nebengebäuden die alte, traditionale, tibetische Handwerkkunst ausgeführt, erlernt und präsentiert. Es ist ein Projekt des Dalai Lama diese Künste zu fördern. Es war sehr aufschlussreich diese Ateliers zu besuchen. Auch befindet sich in der Nähe ein Nonnenkloster. Da wir keine Gelegenheit hatten mit den Dalai Lama persönlich zu sprechen, freuten wir uns auf den Nachmittag mit der deutschen Buddhistischen Nonne. Wir konnten sie alles fragen und das taten wir auch.
Hier die Zusammenfassung ihrer Antworten. Sie wurde Nonne, weil sie immer mehr und intensiver mit dem Buddhismus beschäftigte und irgendwann keinen weltlichen Job in Deutschland mehr ausführen wollte. So entschied sie Nonne werden und den Buddhismus zu studieren. Mit der Ordination erhielt sie das rote Gewand, das aus einem Rock und einem T-Shirt besteht, worüber der lange rote Schal gewickelt wird. Ähnlich wie der in Indien übliche Sari. Auch die Glatze gehört zum Outfit. In den Haaren sitzen unsere Erfahrungen. Aus diesem Grunde schneiden z.B. die Sikhs niemals ihre Haare. Sie wollen nichts vergessen. Im Gegensatz der Buddhist, er möchte alle Anhaftungen loslassen. Ihre Mutter hat ihre Entscheidung respektiert, während ihr Vater mit ihr gebrochen hat sowie auch einige Freunde sich ebenfalls von ihr abwandten. Jedoch das erleben auch andere Menschen, wenn sie einen neuen Weg beschreiten. Der Alltag im Kloster ist wie im Ashram. Ein frühes Aufstehen so gegen 4 Uhr und Meditation, dann folgt Praxis, wie gemeinsames Rezitieren der Sutras. Weiter geht es mit Seva, also Karma Yoga, wie Pflichten im Haushalt des Klosters, dann der wichtigste Teil, das Studium der buddhistischen Lehren. Die Nahrung besteht aus Dal mit Reis und Reis mit Dal. Was mich überraschte war, die Nonnen müssen sich selber finanzieren. Es gibt keine Zuschüsse. Sie geben also nicht ihr Vermögen ab und erhalten dann alles was sie benötigen, sondern sie verfügen über eigenes Geld. Obwohl die Regel ja besagt, dass sie einfach und besitzlos leben sollten. Sie haben weder eine Krankenkasse noch bekommen sie sonstige Sozialleistungen. Man muss es sich also leisten können, Nonne zu werden. Das Kloster finanziert sich über die Gäste, die dort klösterliche Tage verbringen. Doch das langt nicht, um die Kosten zu decken.
7. New Delhi und Old Delhi – die Stadt mit vielen Perspektiven
Vom kleinen Flughafen in Dharamsala flogen wir nach Delhi. Dort verabschiedete ich die Gruppe, die sich zurück auf den Weg nach Deutschland machten. Ich hatte mich entschlossen noch eine Woche an die gemeinsame Zeit anzuhängen und alleine noch ein paar Abenteuer zu erleben. Discovery Journey (unser indischer Reiseveranstalter) hatte die Fahrkarten und Hotels für mich organisiert
Wow – erstaunlicherweise wurde ich von einer dicken Limousine und einem sehr gut aussehenden Sikh abgeholt und zu meinem Hotel gebracht. Dieses lag mitten in Delhi in einem Wohnviertel an einer großen verkehrsreichen Straße. Aber mein Zimmer war ordentlich, sauber und ruhig nach hinten raus. Ich konnte mit offenem Fenster schlafen. Auch wanderte ich ein wenig durch den Stadtteil und stellte fest dass es interessante Architektur bei Mietshäusern gibt, mit Bäumen gesäumte Straßen, überall zwischendrin kleine Parks und unterschiedliche Geschäfte. So ganz anders, als dort, wo die Touristen laufen. Mir gefiel es hier.
In Amritsar hatte ich eine Inderin aus Delhi kennengelernt und mit ihr verabredete ich mich für den Abend. Ich sollte zu einem Starbrocke am Connaught Place kommen. Ohne zu wissen was mich erwartet, nahm ich mir ein Tucktuck und ließ mich zu dem Platz fahren. Der Platz ist riesig. Gebaut in den 30igern im Kolonialstil sieht er aus wie ein europäisches Zentrum mitten in Indien. Er besteht aus einem inneren Zirkel in dem sich ein gigantischer Park befindet und einem äußern Zirkel mit radialen sternenförmigen Straßen. Es ist eine überdimensionale Shoppingmeile. Wie sollte ich hier Starbrock finden. Zumal leider mein Telefon außerhalb des Hotels nicht funktionierte. Ich hatte es nicht geschafft, mir eine E-SIM runterzuladen. An zahlreichen Geschäften vorbeischlendernd wurde ich von einem Inder angesprochen, der mir Komplimente zu meinem roten Kleid machte und meinte ich sehe aus, als wenn ich etwas suchen würde. Wohlwissend, das manche Menschen Geld damit verdienten, das sie anderen dorthin führen oder etwas zeigen, antwortete ich, dass ich mit einer Freundin bei Starbrock verabredet sei und nicht genau wüsste, wo es ist. Ich hatte es mir zwar vorher im Internet angeschaut, wäre aber überfordert mit der Größe des Platzes. Es war gar nicht mehr weit und er brachte mich dort hin und lud mich noch auf einem Café ein. Wie überraschend. Wir plauderten nicht lang, denn er musste weiter. Ich kaufte mir noch ein Brötchen und wartete. Doch Harsimran kam nicht. Nach einer Stunde fragte ich meine Tischnachbarin, ob ich mich mit ihrer Telefonnummer ins W-LAN ein loggen könnte (es ging nur mit einer indischen Nummer). Und siehe da, Harsimran saß in einem anderen Starbrock, ziemlich weit von mir entfernt und wartete auch schon eine Stunde. Da sie mit ihrer kleinen Tochter unterwegs war, wurde es ihr inzwischen zu spät. Schade, so haben wir uns verpasst. Ich hätte sie gern wieder getroffen und mehr von dem Leben in Delhi aus erster Hand erfahren.
Das Rote Fort
Am darauffolgenden Tag machte ich mich auf den Weg mit dem Tucktuck nach Old Delhi.
Das war sehr spannend. So gegen 9 h morgens ging ich ein Stück in die Hauptstraße entlang, gegenüber des roten Forts, dass ich später besichtigen wollte. Die Straße war wuselig. Links und rechts säumten sehr alte, teilweise prachtvolle, aber total zerfallene Häuser die Straße. Unten gab es zahlreiche Läden. Hier fuhren zwischen den Fußgängern nur noch Fahrräder und Rikschas. Doch Touristen wie ich waren noch nicht unterwegs. So genoss ich die lebendige Atmosphäre und bekam an einem Blumenstand, den ich bewunderte, eine Blume geschenkt. Ich steckte sie ins Haar, trank noch einen Tee in einem kleinen Teehaus und ging die Straße zurück zum roten Fort.
Der Mogulkaiser Shah Jahan ließ das Rote Fort als kaiserliche Residenz in der von ihm neu gegründeten Hauptstadt Shahjahanabad zwischen 1639 und 1648 erbauen (er hat auch den Taj Mahal bauen lassen).
Das Rote Fort hat mich echt beeindruckt. Es ist aus rotem Sandstein gebaut und besteht aus mehreren Gebäuden, die in einem herrlichen angelegten Park stehen. Die Paläste habe ich sehr bestaunt. Zu den beeindruckendsten Bauwerken gehören das Trommelhaus, die Perlenmoschee und das Khas Mahal. Das Khas Mahal ist der Privatbereich des Kaisers und hat total aufwendige Verzierungen, die den Glanz und die Pracht der Mogulzeit widerspiegeln. Im Süden der Anlage ist das Mumtaz Mahal, auch bekannt als „Palast der Juwelen“ zu sehen. Es wurden persische, indische und islamische Architekturstile auf harmonische Weise verbunden. Die äußeren mehreren Mauern sind 2,5 Kilometer lang und umschließen die Palast- und Festungsanlage. Die Festung wurde direkt an den Fluss Yamuna gebaut. Denn wie in jedem orientalisch, moslemischem Gebäude gibt es zahlreiche Wasserspiele und Springbrunnen. „Wasser ist Leben“ sagen die Orientalen.
Doch in der Vergangenheit wurde es immer wieder von verschiedenen Völkern kriegerisch angegriffen und erobert. 1737 von der Armee des persischen Shah und 1761 wurde es erneut erobert und geplündert, diesmal von einer afghanischen Armee. Nach der Niederschlagung des indischen Aufstandes 1858 und der Absetzung des letzten Großmoguls, übernahmen die Briten das Fort und zerstörte einige der Pavillons und Gärten, um Kasernen zu errichten. Das gesamte Mobiliar der Residenz wurde ebenfalls von ihnen zerstört oder entwendet.
Um die Jahrhundertwende, 1900 wurden Teile der Anlage und der Gärten restauriert. Heute gehört das Rote Fort zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Indiens. Seit Juni 2007 ist die gesamte Festungs- und Palastkomplex in die Liste des schützenswerten Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.
Nach der Besichtigung benötigte ich eine Stärkung und ließ mich auf eine Fahrt mit der Rikscha durch Old-Delhi ein. Mein netter Rikscha-Fahrer zeigte mir die Sehenswürdigkeiten von Old-Delhi, das Rathaus, den wunderschönen Sikh-Gurdwara, aber am meisten hat mich der Gewürzmarkt begeistert. Hier war es so eng, dass auch mein Rikscha-Fahrer mit mir zu Fuß ging und der Geruch so intensiv, dass ich ständig nießen musste. Es war so lebendig, farbenfroh, laut und interessant. Hier kauften auch die Großhändler. Männer schleppten riesige Säcke und überall wurde gehandelt. Ich habe eine kleine Tüte von einer Gewürzmischung für Kartoffeln gekauft. Mal sehen wie es schmeckt.
Danach machten wir uns hungrig auf zu einem Stand, der lecker Street Food verkaufte. Wir aßen zusammen. Hm, das war das Beste, was ich in Delhi gegessen hatte.
8. Rishikesh – Bollywoodund die Erholung im Veda 5
Früh morgens holte mich meine Limousine mit dem netten Sikh-Fahrer wieder ab und brachte mich zum Bahnhof. Denn ich hatte eine Fahrkarte nach Hardiwar. Das ist das Nachbarstädtchen von Rishikesh. Meine Zugfahrt dorthin dauerte 5 Stunden, obwohl es nur ca. 230 km entfernt von Delhi ist. Zum Glück wird man im Zug mit Süßigkeiten, Tee, Kaffee und sogar mit Mittagessen versorgt. Alles im Preis (20 €) inbegriffen. Die Zugfahrt war kurzweilig, weil eine nette Inderin neben mir saß, die hervorragend englisch sprach.
Ab Hardiwar nahm ich mir ein Taxi nach Rishikesh. Für mich war Rishikesh die „Welthauptstadt des Yoga“. Es liegt am Ganges im indischen Uttarakhand am Fuße des Himalayas.
Auf Empfehlung einer Freundin hatte ich ein Wellnesshotel gebucht. Nach Rishikesh fährt man ungefähr eine Stunde mit dem Auto. Doch oh Wunder, wir fuhren durch die Stadt durch auf einen landwirtschaftlichen Nutzweg. Meine Frage wohin es denn ginge, beantwortete der Fahrer mir: Veda 5 liegt außerhalb“. Es war gefühlt sehr weit außerhalb! Noch eine Stunde fuhren wir über die stark befahrene Hoppel Piste entlang des Ganges. Hier stellte ich fest, dass Rishikesh neben Yoga ein Hotspot für Abenteuersportarten wie Wildwasser-Rafting, Bungee-Jumping, Camping und Trekking ist – und scheinbar alle auf diesem Weg unterwegs waren, hauptsächlich mit Jeeps und Schlauchbooten auf dem Dach.
Nun gut, irgendwann kamen wir an! Alle Glocken läuteten, als ich das sehr weit oben am Berg gelegene Gelände von Veda 5 erreichte. Ich wurde mit einem Erfrischungsgetränk begrüßt, bekam einen Punkt zwischen die Augenbrauen gemalt und einen bunten Schal umgelegt. Ich fühlte mich willkommen und angekommen. Dann bezog ich mein wunderbares großes, geräumiges Zimmer mit einem Bad, wie ein Haman. Dazu gehörte auch ein großer Balkon, die Tür sollte ich allerdings immer schließen, wenn ich nicht da sei, weil die Affen gerne die Zimmer durchstöbern.
In einer malerischen Umgebung mit Dschungel und Bergen verbrachte ich nun 4 erholsame Tage nach all meinen Abenteuern. Jeden Tag hatte ich ayurvedische Anwendungen und Massagen, besuchte 2 Yogastunden, lag am Pool, ging zur angeleiteten Meditation und erhielt gesundes Essen nach meinem Dosha. Dabei lernte ich die anderen Gäste kennen. Es gibt nur 26 Zimmer. Wir waren aber nie mehr als 12 – 15 Gäste. Es war ein wunderbarer Ort, um zu relaxen.
Einmal fuhr ich mit dem Taxi nach Rishikesh rein. Schließlich wolle ich es erleben. Der Ort bietet eine Mischung aus Ashrams und Yogaschulen und ein Gefühl in Bollywood zu sein. Reisende aus der ganzen Welt sind von diesem Ort angezogen, alle auf Sinnsuche und Abenteuer. Es ist eine einzigartige Mischung aus tiefer Spiritualität und Naturerlebnis. Ich ließ mich durch den Ort treiben und ihn auf mich wirken, nahm mein Bad im heiligen Ganges, der hier noch sauber ist und ging über die berühmte Lakshmi Brücke. Jeden Abend findet hier die Ganga Aarti, eine wundervolle spirituelle Lichtzeremonie statt. Es werden kleine Öllampen entzündet und Blüten dem Gott Ganga geopfert. Dabei singen die Kinder aus dem Ashrams Bajans. Sehr spirituell und berührend.
Außerdem besuchte ich den ehemalige Beatles-Ashram (Mahesh Yogi Ashram). Maharishi war der Yogi, der bekannt wurde, weil er die transzentrale Meditation in den Westen brachte. Es handelt sich dabei um eine stille Meditation mit Hilfe eines Mantras.
Zerfallen und verwildert liegt er nun gegenüber von Rishikesh mit Blick auf den Ganges. Ich bestaunte die Größe des Ashrams, die runden Häuschen, wie im Trulli-Land in Italien, die großen Meditationsräume und schaute mir die vergilbten Fotos der Beatles von 1968 an, als sie hier ihre Spiritualität entdeckten. Zahlreiche Songs wurden hier geschrieben und sind an den Wänden verewigt. Auch Fotos und Songs von anderen Musikgrößen hingen hier aus.
Ringo und Georg 1968
9. Die Rückreise
Da die Zugfahrt ließ ich sausen und entschied mich kurzfristig nach Delhi zu fliegen. Lara, eine attraktive junge Frau, die ich im Hotel kennen gelernt hatte und ich hatten denselben Flug und teilten uns das Taxi zum Flughafen. Der Fahrer hatte drei Stunden für die Fahrt eingeplant, doch wir waren schneller. So saßen wir dann drei Stunden auf dem Flughafen rum. Ich hatte meinen schweren Rucksack dabei. Auf den Langstreckenflügen darf der Koffer 20 kg Gewicht haben, aber auf den Inlandsflügen nur 15 Kg. Ich hatte ziemlich viel eingekauft. Das rächte sich jetzt, denn ich musste die 5. Kg in meinen Rucksack umlagern und sie schleppen.
Spät abends kamen wir in Delhi an. Leider konnte ich mich nicht mehr von Lara verabschieden, denn Amresh von Discovery Journey erwartet mich mit meiner Limousine und brachte mich zum Hotel. Ich fühlte mich wie eine Prinzessin, so behütet und versorgt. Das Hotel war unglaublich, sehr feudal aber ein wenig in die Jahre gekommen. Mein Zimmer hatte noch ein richtiges Schloss und lag im Erdgeschoss. Eine große Terassentür führte in den bezaubernden Garten. Der süßliche, unbeschreiblich Duft Delhis empfing mich und die Wärme streichelte meinen Körper. Leider flog ein Mückenschwarm in mein Zimmer so hatte ich die Nacht mit tanzenden Männern und singenden Frauen zu tun und habe nicht wirklich gut geschlafen. Dafür habe ich bei Sonnenaufgang das Jabji gelesen, Yoga praktiziert und meditiert. Die Pfauen im Garten wanderten schreiend an mir vorbei. Gerne wäre ich noch geblieben….
Jedoch nach dem Frühstück wurde ich abgeholt und zum Flughafen gebracht. Der Flug nach Frankfurt war lang. Dort angekommen nahm ich die S-Bahn zum Bahnhof. Wir fuhren vorbei am Stadion, das gleich neben den Gebäuden des Deutschen Turnerbundes lag. Alte Erinnerungen stiegen in mir hoch, hatte ich doch 25 Jahre hier viel Zeit verbracht.
Der Weg vom Bahnhof zum Hotel war nur 15 Minuten. Nie wieder werde ich mit einem großen Koffer reisen, das schwor ich mir auf diesem nächtlichen Weg. Das kleine, nette Hotel unter iranischer Führung war sehr gepflegt und die Rezeptionisten überaus sympathisch. Am nächsten Morgen hatte ich ja noch Zeit, bevor ich den Bus nach Frankfurt Hahn nehmen musste, so unternahm ich einen Rundgang durch die Stadt. Frankfurt hat mir all die Jahre immer gut gefallen. Auch heute schien die Sonne über den Main. Vom Ufer aus hat man eine gute Übersicht. Frankfurt ist eigentlich klein. Rechts vom Main liegt die Kunsthalle und die kleinen Häuser von Sachsenhausen, der Frankfurter Partymeile, gegenüber die Hochhäuser der Finanzwelt. Frankfurt ist das führende Finanzzentrum Deutschlands und einer der wichtigsten weltweit. Hier ist der Sitz der europäischen Zentralbank.
Nun war ich wieder im Christentum angekommen – komplett anderers. Für mich glauben die Christen an das Geld. Geld ist Macht. Begnadet ist der Reiche. Die Erde kann man ausbeuten, denn Gott sitzt im Himmel und da will der Christ ja auch mal hin. Ich als Turnerin muss da auch noch erwähnen, dass die Turnbewegung in Frankfurt für Freiheit, Demokratie und vor allem für mehr Gerechtigkeit gestritten hat. Hier tagte 1948 auch die erste deutschen Nationalversammlung. Doch die Revolution scheiterte und die Turnvereine wurde verboten. Deshalb gibt es keine Turnvereine, die vor 1860 gegründet wurden. Zu dem Zeitpunkt wurde es den Arbeitern wieder erlaubt Sport zu treiben. Aber politische Arbeit blieb verboten.
Mittags nahm ich dann den Bus zum Flughafen Hahn und flog zurück nach Alicante. Am nächsten Tag begann mein Retreat „Erwecke die Göttin ich dir“! mit sechs wunderbaren Menschen, die mich schon freudig erwarteten.