Meine 2. Indienreise

Dieses Jahr bot mein Yogaverband 3HO eine kleine spannende Rundreise durch Nordindien, bis zu den Ausläufern des Himalayas an. Es sollte eine spirituelle Reise werden, die uns von den Sikhs über die Hindus zu den Buddhisten führen würde.

  1. Eine Anreise mit Umwegen
  2. Amritsar und der goldene Tempel
  3. Katra und die Pilgerwanderung zu Mata Devi
  4. Die Fahrt zum Kangra-Tal und der versteckte Krishna
  5. Palampur, Himachal Pradesh – die Teeplantagen und die Dörfer der Buddhisten
  6. Dharamsala und das Gespräch mit der deutschen Nonne statt mit dem Dalai Lama
  7. New Delhi und Old Delhi
  8. Rishikesh – Bollywood und die Erholung im Wellnesshotel
  9. Die Rückreise

1. Eine Anreise mit Umwegen

Es war nicht wirklich einfach. Meine Mutter feierte ihren 95igsten Geburtstag gerade dann, als die Gruppe sich auf den Weg nach Indien machte. Am 22. sollten wir uns in Delhi treffen. Am 24. ginge es weiter nach Amritsar. OK dachte ich, der Geburtstag am 21. ist wichtig für Mama, also feiere ich mit ihr und fahre dann am 23. April mittags mit dem Zug nach Frankfurt, direkt bis zum Flughafen, checke ein und fliege über Nacht nach Delhi, habe dort morgens einen Anschlussflug nach Amritsar und treffe noch vor der Gruppe dort ein. Wunderbar!

Gedacht, getan. Ich flog von Alicante nach Bremen. Wir feierten mit der gesamten Familie den Ehrentag meiner Mama und am 23. setzte ich mich voller Vorfreude in den Zug nach Frankfurt zum Airport. Noch im Zug erhielt ich die Meldung, dass mein Flug gecancelt sei. Ich wurde auf den nächsten Flug, morgens um 8 Uhr umgebucht. Was nun, ich musste mir ein Hotel am Flughafen suchen. Es gibt dort viele, in allen möglichen Preislagen. Ich buchte ein einfaches Haus, so nah wie möglich. Trotzdem musste ich ein Taxi nehmen, weil es keinen Fußweg zum Flughafen gibt.

Die Umgebung des Flughafens ist eine richtige kleine Yuppie-Stadt und dementsprechend gibt es hippe Restaurants. So konnte ich noch erstaunlicherweise eine Gemüse-Bowl verspeisen, aber meine Nacht war kurz und unruhig. Um 5 Uhr stand ich auf, verließ das Hotel, um ein Taxi zu nehmen. Zum Glück wusste der Taxifahrer von welchem Terminal Air India fliegt. Dort wurde mir mitgeteilt, dass ich 600 € erstattet bekäme. Das wäre super, freute ich mich, denn wegen des Krieges in der arabischen Region hatte ich zwei Rückflüge gebucht und so würde mir einer erstattet, Juhu!

Vor langer Zeit hatte ich den kürzeren und kostengünstigeren Flug über Abu Dhabi nach Madrid gebucht. Doch inzwischen war ich mir unsicher, ob dieser Weg noch sicher ist und hatte einen zweiten Rückflug über Frankfurt dazu gebucht. Viele Flüge über Dubai, Doha und Abu Dhabi wurde derzeit gecancelt. Das pubertäre Verhalten von Israel und Iran, der eine fühlt sich bedroht und der andere antwortet ebenfalls mit einer Bombardierung als Rückdrohung. Für mich sind diese Irren schon lange nicht wirklich erwachsen. Dazu kommt noch dieser völlig verrückte amerikanische Präsident, der Israel unterstütz und damit einen 3. Weltkrieg provoziert. Schon hatte die Bombardierung der Emirate, die ja Verbündete der Amerikaner sind begonnen.  Der Krieg brachte nicht nur die Flugpläne durcheinander, sondern auch unsere Flugzeit betrug jetzt zehn Stunden statt acht. Die Flugzeuge fliegen einen größeren Bogen um das Kriegsgebiet herum. Das war auch sinnvoll!

Mein Flug war sehr entspannt, das Flugzeug nur halb voll. Ich hatte die gesamte Sitzreihe für mich und konnte mich ein wenig bewegen. Der Service ist immer sehr gut bei Air India und so kam ich recht gechillt in Delhi am Abend an. Leider gab es keinen Flug mehr nach Amritsar. So musste ich auschecken und wieder einchecken. Also Koffer abholen aus dem Gebäude raus, zu einem anderen Terminal rollen und dort meinen Koffer wieder aufgeben. Um 4 Uhr morgens sollte wir nach Amritsar starten. Ich verbrachte also die Nacht auf dem Flughafen. Ich wanderte dort herum, draußen und drinnen, kaufte mir einen Tee und dann noch einen, besuchte das Bad, schaute mir diverse Läden an, ohne wirkliches Interesse, denn eigentlich wurde ich immer müder. Eine Stunde vor Abflug ließen sie uns zu unserem Gate, doch dort war so wenig Platz, dass es keinen Sitzplatz mehr gab. Ich war so froh endlich auf meinem Platz im Flieger zu sitzen, dass ich dort sofort eindöste. Doch die Flugzeit beträgt nur eine gute Stunde.

In Amritsar verließ ich das Flughafengebäude und wegen der frühen Stunde standen im Nu 20 Taxifahrer um mich herum und buhlten um meine Aufmerksamkeit. Ich ließ sie diskutieren und sie untereinander entschieden, wer mich fährt.

Mein Taxi war etwas schrottig, aber tüchtig geputzt. Der Taxifahrer zeigte mir seine Fahrtkünste und sauste die Straßen entlang. Ich war so glücklich aus dem Fenster zu schauen und wieder in Amritsar zu sein. Ich sog Indien quasi auf. Unser Hotel liegt am Anfang der Fußgängerzone, die zum Tempelgelände führt. Ich war froh, so müde wie ich war, ein bekanntes Hotel zu betreten und in der Empfangshalle Danveer, unseren Guide zu treffen. Vasiliki, mit ihr teilte ich mir das Zimmer, war zum Glück schon wach. Wir begrüßten uns, ich sprang kurz unter die Dusche, eine Wohltat, legte mich hin und war sofort eingeschlafen. An diesem Morgen gab es weder Yoga noch Frühstück für mich. 

Der goldene Tempel

2. Amritsar und der goldene Tempel

Wie im letzten Jahr verzauberte mich Amritsar und der goldene Tempel erneut. Die spirituelle Atmosphäre dort ist wie ein Rausch. Es ist fast unwirklich. Ich umwanderte das riesige Wasserbecken, in dem der Tempel steht, ich saß und meditierte unter dem Schlafbeerenbaum mit Blick auf den Tempel und bin immer wieder tief beeindruckt.

Auf dem Tempelgelände gibt es eine Küche und zwei Speisesäle. Hier werden täglich 25.000 Essen an die Gläubigen herausgegeben. Auch dieses Mal wollten wir Seva leisten. Letztes Jahr spülte ich mit den Inderinnen Geschirr und in diesem Jahr war ich in der Backstube. Dort rollte ich Chapati. Die Inderinnen nahmen die kleinen Teigkugeln und machten mit Hilfe des Nudelholzes runde Fladen, die dann ausgebacken werden. Ich schwitzte in der warmen Backstube neben den Inderinnen und gab mein Bestes, jedoch meine Chapatis waren oval oder unförmig und fransig. Sie lachten über mich und formten meine merkwürdigen Fladen wieder zu Kugeln, um sie erneut auszurollen. Ich war einfach zu ungeübt!

Unser zehnter Guru ist ein großes Buch. Das heilige Buch heißt Guru Granth Sahib. Es gilt als der ewige, lebendige Guru und enthält viele Hymnen der Sikh-Gurus und anderer Heiliger in Gurmukhi-Schrift. Der 9. Guru, Gobind Singh ernannte es 1708 zum unsterblichen Nachfolger, weshalb es wie ein König behandelt und verehrt wird. Es wird abends so geben 11 Uhr mit einer Zeremonie ins Bett gebracht und morgens gegen 3 Uhr wieder zurück in den goldenen Tempel. Beide Zeremonien haben wir dieses Jahr miterlebt. Unglaublich viele Sikhs nachts anwesend waren, um ihm singend zu geleiten. Es war sehr spirituell und machtvoll, Gänsehaut pur.

Amritsar hat außer dem Tempelgelände nicht sehr viel zu bieten. Es gibt eine Fußgängerzone um das Tempelgelände herum mit vielen bunten Läden, ein Museum zur Stadtgeschichte und einen sehr schönen versteckten, geschichtsträchtigen Park. Hier hinein sind 1919 während einer friedlichen Demonstration (Sikhs, Hindus und Moslems), die gegen die Inhaftierung ihrer Führer protestierten, geflohen. Sie wurde von den Engländern einfach niedergeschossen, wenn sie sich nicht vorher in den unendlich tiefen Brunnen gestürzt hatten.

Viel Spaß hatten wir in diesem Park mit einer von unseren Teilnehmerinnen, die in Yogaklamotten, Leggins und Top, mit uns Yogis durch die Stadt zog. Sie hatte gedacht, sie ginge auf eine Yoga-Reise und hatte eben nur Yoga-Outfits dabei. Weil sie blond ist und uns auch noch überragte, war sie die Attraktion für Inder und gefühlt jeder zweite wollte ein Foto mit ihr. Sie konnte sich kaum vor ihnen retten.

3. Katra und die Pilgerwanderung zu Mata Vaishno Devi

Nach vier Tage brachen wir auf Richtung Katra, der Basisstadt für den berühmten Pilgerweg zum Mata Vaishno Devi Tempel im Trikuta-Gebirge in Kashmir. Der Schrein liegt in einer Höhle auf ca. 1600 Höhe, die über einen etwa 13 km langen Aufstieg zu erreichen ist. Der Pilgerweg zieht jährlich Millionen von Anhängern an, die die Göttin (eine Manifestation von Kali, Lakshmi und Saraswati) verehren und sich erhoffen, dass sie ihre Wünsche erfüllt.

Die Pilgerreise ist für viele ein tiefgreifendes spirituelles Erlebnis. So war es auch für uns 20 Westler, die mit den gefühlten 150 tausend Indern wanderten. Es war nicht einfach für unseren Guide überhaupt eine Genehmigung für uns zu erhalten. Normalerweise gibt es hier keine Westler. Nur weil er mehrmals Bitschreiben geschickt und uns als weit spirituell fortgeschritten bezeichnet hatte, ist es ihm gelungen. Wir wussten nicht, was auf uns zu kam (zum Glück) wir kannten nur die Geschichte von Mata Devi, die sich aus Südindien kommend in diese Höhle zurückgezogen hatte.

Uns in Katra zu registrieren war die zweite Hürde, d. h. wir mussten unsere Pässe vorlegen und wurden dort in eine Liste eingetragen. Weil ein so großer Andrang herrschte, hat sich ein kleiner energischer, Testosteron gesteuerter, indischer Mitarbeiter um uns bemüht. Er fühlte sich sehr stark und führte uns durch einen merkwürdigen Hintereingang, an allen anderen vorbei, zur Registration. Während wir ihm folgten und immer wieder seinem Ruf „Jai Mata Di“ erwiderten, ließ er sich mehrmals mit uns fotografieren. Wir erhielten unser Registrierband, was man sich um den Kopf band und durften uns nach der Taschenkontrolle (wie im Flughafen) auf den Weg machen.

Mit dem Wort „Pilgerweg“ zu einer Höhle, hatte ich an einen schönen Bergweg gedacht. Doch dem war nicht so! Es ist ein eingezäunter, betonierter Weg, der sich nach oben schlängelt. Beschallt mit Bajans und nach jedem Kilometer wurde wir von Trommler angefeuert.  Immer wieder riefen die Leute sich „Jai Mata Di!“ zu. Junge, Alte, gebrechliche, Frauen mit Babys und kleine Kinder, ganze Familien, Geschäftsleute, manche Barfuß, in Flipflops oder zu in zu großen Turnschuhen. Alle waren auf dem Weg. Es war unglaublich. Mit den Menschenmassen wanderten wir, jeder in seinem Rhythmus nach oben. Die, die nicht mehr laufen konnten, ließen sich in einer Sänfte von sechs Männer hochtragen. Auch gab es Männer, die die Fußkranken in verstärkten Kindersportkarren nach oben fuhren. Natürlich gegen Bezahlung. Am Rand des Weges gab es Restaurants und Café-Buden. Man musste wirklich sehr spirituell sein, um diesen Weg meditativ nach oben zu steigen und den Wahnsinn um einen herum auszublenden oder sich einfach mittreiben zu lassen. Unterwegs traf ich Inge, auch eine Teilnehmerin aus unserer Gruppe. Wir hatten den gleichen Tritt und wanderten die 2. Hälfte zusammen. Da wir 1,5 Stunden vor dem Rest der Gruppe oben ankamen, freute ich mich dort nicht alleine warten zu müssen, denn wir waren ziemlich erschöpft. Auf dem letzten Km gab es natürlich nichts mehr zu kaufen, weder Getränke noch etwas zu Essen. Außer einem Müsliriegel und einem Kaffee, den wir unterwegs getrunken hatten, hatte ich noch nichts zu mir genommen. Leider bekommt mir das indische Frühstück nicht. Morgens schon Dal und Reis geht gar nicht. Ich kämpfe eh immer mit Durchfall in Indien und wenn ich morgens schon Reis essen würde, wäre es bestimmt noch schlimmer. Da ich aber auch kein Gluten vertrage (hat eine ähnliche Wirkung bei mir), kann ich auch nicht englisch Toast mit Marmelade essen. Auch Milch verursacht mir Übelkeit und es gibt meistens Tee oder Kaffee mit Milch. Ich war also erschöpft und hatte Hunger. Die Wartezeit auf dem Betonboden sitzend, war lang. Endlich kamen die anderen und wir mussten wieder durch die Taschenkontrolle, um in den Innenbereich des kleinen Bergdörfchens zu gelangen.

Auf der Pilgerwanderung

Hier herrschte ein unglaublicher Trubel. Es gab Fressmeilen und Pilgerunterkünfte. Es ging zu wie auf dem Jahrmarkt und die Stimmung war euphorisch. Weiterhin riefen alle mit großer Freude „Jai Mata Di“ und wir antworteten dem Ruf. In einem riesigen Selbstbedienungsladen kauften wir uns etwas zu essen. Dummerweise kenne ich die Lebensmittel nicht auf englisch und bin immer etwas aufgeschmissen mit den indischen und englischen Begriffen. Ich bestellte mir etwas mit Gemüse und Salat, weil ich so ein Bedürfnis nach etwas Frischem hatte, erhielt aber wieder Dal und ein wenig gebratenes Gemüse, dazu Chapati, die ich ja eigentlich nicht essen kann. Die Portion war sehr klein, mehr wie eine Tapa, aber immerhin hatte ich etwas gegessen. Danveer hatte auch dafür gesorgt, dass wir eine Unterkunft im Pilgerhotel hatten. Wunderbar, wir bekamen zu fünft ein eigenes Zimmer mit einem Doppelbett und einer Couch; Die Luxusvariante. Viele Inder lagen überall draußen und in den Fluren einfach auf dem Boden. Das gesamte Bergdörfchen ist nachts hell erleuchtet. Vor unserem Fenster blinkten die Lampen in den Chakra Farben. Die Geräuschkulisse der tausenden von Menschen war groß aber noch intensiver die Energie, die ich spürte. Ich kam nicht wirklich zur Ruhe in dieser Nacht. Auch begann sich in dieser Nacht der eine oder andere nicht wohl zu fühlen.

Morgens bekamen wir ein indisches Frühstück und dann sollte es endlich in die heilige Höhle gehen. Ich war gespannt. Zu der kleinen Höhle im Berg führt ein langer schmaler Gang. Im Gänsemarsch, eng hintereinander schoben wir uns langsam zum Heiligtum vor. Eigentlich gab es nicht zu sehen, außer drei geschmückten Hügelchen und schon waren wir dran vorbei und wieder draußen. Hier erhielten wir unser Prasad. Und das war es.

Wow, so viel Aufwand für so einen kleinen Moment? Oder war es doch ein großes spirituelles Erlebnis?

Natürlich hatte ich meinen Wunsch an Mata Devi formuliert. Das Wollbändchen, was ich u.a. im Prasad fand, trage ich noch immer an meinem Handgelenk. Mata Devi begann sofort an meinem Wunsch zu arbeiten, an meiner Verdauung und an meinem Bauchweh. Es geschah erst einmal eine große Reinigung (den totalen Durchfall) und bis heute spüre ich ihre Arbeit in mir.

Wir machten uns an den Abstieg und, schlugen dieses Mal den alten Weg ein. Er war ebenfalls betoniert und vergittert, aber viel schmaler. Außerdem kamen hier zu den Sänften und Sportkarren noch Pferde dazu. Die Tiere galoppierten mit ihren oft unkundigen Reitern zwischen den Fußgängern rauf und auch runter, so dass ich mich ein paarmal mit einem Sprung an den Zaun retten musste.  Wieder bewältigten Inge und ich gemeinsam den Abstieg. Unserer Schritte waren einfach gleich! Unsere Bedürfnisse ebenfalls. Jede zweite Toilette war meine. Zwischendurch fing es an zu gewittern und zu regnen. Der Pferdemist wurde durch die Nässe zu einer braunen klebrigen Masse, in der ich ausrutschte.

Etwas lädiert kamen wir am Ende des Weges an und sollten wieder warten. Hier gab es einen ungefähr 3 Kilometer langen Markt zu beiden Seiten des Weges. Man konnte alles kaufen, was das Herz begehrte. Es roch verführerisch nach Essen. Ich hatte mal wieder Hunger, traute mich aber nicht etwas zu kaufen. Bunte Stoffe, Souvenirs, Marktschreier und der Weg eng gedrängelt, voller Menschen, Sänften, Pferde ….  So stelle ich mir das Mittelalter vor. Leider war ich schon wieder extrem erschöpft, konnte es nicht wirklich genießen und wollte nur ins Hotel und ins Bett. Dort endlich angekommen, habe ich 10 Stunden geschlafen, dann gut gegessen und mich langsam wieder als Mensch gefühlt.

Der Pilgerweg in der Nacht

4. Die Fahrt zum Kangra-Tal und der versteckte Krishna

Fast alle in unserer Gruppe hatten Erschöpfungsanfälle und mit Verdauungsproblemen zu kämpfen. Mit unseren Bussen fuhren wir nach einem Erholungstag weiter. Zwei Personen mussten wir zurücklassen, weil es ihnen extrem schlecht ging. Die Fahrt ging von Katra entlang der „Foothills der Himalayas“ bis in das liebliche Kangra-Tal. Es waren nur 230 km, aber es dauerte 10 Stunden bis wir ankamen. Wir fuhren die gesamte Strecke auf einer Baustelle mit ca. 20-40 km/h. 

In Katra und auch auf der Fahrt waren die Straßen sehr mit Müll verdreckt. Bis heute verstehe ich nicht, warum die so reinlichen Inder all ihren Plastikmüll einfach aus dem Fenster werfen. Ob hinter das Haus oder aus dem Autofenster. Es liegt alles voll. Ist es Desinteresse oder Überforderung? Ich denke ich brauche noch ein wenig, um es zu verstehen.

Der endlose Brückenbau

Die Landschaft veränderte sich und in Pradesh wurde es auch viel sauberer als in Kashmir.

Zum Glück gab auf unserer endlosen Fahrt zwei Pausen. Eine Teepause im Garten eines sehr schönen Hotels. Wir lagen auf der Wiese schauten in den blauen Himmel und tranken unseren Tee.   

Unsere zweite Pause führte uns zu einer Ruinenstadt, Nidhivan (Uttar Pradesh). Sie gilt als ein heiliger und besonders geheimnisvoller Ort, an dem Krishna und Radha ihre nächtlichen Tänze aufführen sollen.  Auch die Bäume rundherum sollen tagsüber Gopis sein, die sich nachts in ihre wahre Gestalt verwandeln, um zu tanzen. Die Bäume sind merkwürdig verdreht, wachsen in Paaren und ihre Äste beugen sich nach unten, was die verwobenen Paare symbolisieren soll. Im Tempel befindet sich auch ein Bett, wo Krishna und Radha nach dem Tanz ruhen sollen. Jeden Abend bereiten Priester das Bett vor und stelle Süßigkeiten und Wasser auf. Am nächsten Morgen werden die Speisen oft als teilweise verzehrt und das Bett als benutzt vorgefunden.

Das Gelände ist nachts verschlossen und es heißt, dass auch die Tiere, Affen und Vögel das Gelände nach Sonnenuntergang verlassen.

Ich mag diesen singenden und tanzenden Gott, hat er doch immer etwas Schalk in den Augen und macht sich ein wenig über unsere Anstrengungen lustig.

In der Abenddämmerung erreichten wir dann endlich unseres prächtiges Heritage-Hotel. An der Rezeption wartete ein Arzt auf die vielen Kranken in unserer Gruppe. Wir checkten ein. Vasiliki und ich hatten ein herrliches Zimmer und es wartete auf uns ein „Diätessen“.

5. Palampur, Himachal Pradesh – die Teeplantagen und die Dörfer der Buddhisten

Unser Hotel Taragarh Palace ist ein traumhaft gelegenes Haus mit verwunschenen Plätzen im paradiesischen Garten. Es liegt in der bergigen Landschaft und im Hintergrund sind die schneebedeckten Berge des Himalayas zu sehen. Das prächtige Anwesen ist etwas ungepflegt und teils reparaturbedürftig. Es liegt mitten in einem Arjuna-Wald. Ich wusste gar nicht, dass diese heiligen Bäume so riesig werden. Die Affen waren hier besonders frech und manchmal schossen die Mitarbeiter mit Luftgewehren in die Luft, damit sich die Affen erschrecken und weglaufen. Affen werden niemals getötet, denn sie sind die Kinder Hanumans. Der ehemalige Besitzer war ein Maharadscha und das Haus hat sehr viel prominente Gäste gesehen. Es gibt riesige Zimmer und Bäder und auch nette Salons für Empfänge. Wir haben unseren Aufenthalt hier sehr genossen und die Gruppe konnte sich etwas regenerieren. Für mich war das Größte, dass ich endlich ein Fenster in unserem Zimmer öffnen konnte. In den vorherigen Hotels waren die Fenster alle verschlossen und die Zimmer nicht zu belüften, was mir immer einen morgendlichen Kopfschmerz einbrachte.

Merkwürdiges widerfuhr mir nachts. Wenn ich ins Bad ging, saß dort eine handgroße Spinne. Ich freute mich nicht sie zu sehen, es gruselte mich der Gedanke, dass sie unter der Badezimmertür durch krabbeln könne und zu mir ins Bett käme. Morgens war sie verschwunden. Vasiliki und das Personal sahen sie nie. Der Manager meinte, sie würde mir Glück bringen.   

Ich war glücklich! Wenn ich morgens, inzwischen alleine im Garten Yoga praktizierte, auf die schneebedeckten Berge schaute und dem Vogelgesang lauschte, war so viel Freude in mir. Einmal kam eine wiederkäuende Kuh, scharte im Blumenbeet und glotzte mich interessiert an. Auch die Affen beobachten mich, doch der Boy trieb alle immer wieder von mir weg.

Während die Gruppe weiterhin größtenteils Diät aß und untereinander Pillen tauschte, machten wir uns zu zweit und dann auch noch mit einer kleinen Gruppe auf den Weg und erkundeten die Umgebung. Rundherum gab es zahlreiche Teeplantagen und zwei kleine Dörfer, wo Menschen lebten, die auf den Plantagen arbeiteten. Sie luden uns zum Tee ein, zeigten uns, wie sie lebten und erzählten, dass sie Lipton belieferten und dieses große Teekonzern doch sehr die Preise drücken würde. Erstaunt hat mich, dass diese Dörfer eine ganz andere Architektur hatten, wie ich es aus Indien gewohnt war. Sie sind solide und fantasievoll gebaut, bunt angestrichen, sehr sauber, mit kleinen angelegten Gärten. Auch die umliegende Landschaft war sehr gepflegt.

Am dritten Tag unseres Aufenthalts machten wir eine Wanderung in ein etwas weiter oben gelegenes Dor, das sich um ein in der Mitte gelegenes Klostergelände angesiedelt hatte. Ja, nun waren wir im Buddhismus angekommen. Von weiten konnten wir schon die zahlreichen Gebetsfahnen sehen. Wir kamen zum Tempel und meditierten dort. Danach stiegen wir den Berg noch weiter hoch und besuchten einen Guru. Er hat mit uns auch meditiert und wir durften ihm Fragen stellen. Auf dem Abstieg kehrten wir noch in einem Café ein, wo es leckeren Ingwertee und selbstgebackenen Karottenkuchen gab. Daneben stellte ein Maler in einen eigenen Ausstellungsraum seine fantastischen Buddhisvatas aus. Ich erstand eine grüne Tara, die mir Gesundheit bringen soll.

Auch am nächsten Morgen fuhren wir auf dem Weg nach Dharamsala noch einmal in das Dorf, denn hier fand heute eine buddhistische Zeremonie statt. Wir durften uns an den Rand setzen und sie miterleben.

Das Leben hier bei den Buddhisten erscheint wohlhabender, friedvoller, und ruhiger.

Der Tempel der Buddhisten im Kangra Tal

Der Unterschied zwischen Yoga/Pantanjoli und Buddhismus:

Im Yoga fragen wir uns: „wie beruhige ich meinen Geist, damit ich meine Seele verstehe?“ und der Buddhist fragt: „warum leide ich und was ist dieses Ich eigentlich?

6. Dharamsala und das Gespräch mit der deutschen Nonne statt mit dem Dalai Lama

Dharamsala bedeutet Haus des Dharma (Pilgerhaus) und liegt wunderschön angeschmiegt an die Berge. Der einstig kleine Ort ist wohl in den letzten Jahrzehnten gewachsen. Er lebt hauptsächlich vom Tourismus. Der Dalai Lama ist 1959 aus Tibet hierher geflohen und wohnt etwas oberhalb des Ortes in McLeod Ganj. Er lebt hier mit Zustimmung der indischen Regierung unter vielen Tibetern. 

Der Dalai Lama ist für mich immer noch die letzte Person auf dieser Welt, die sich offiziell für den Frieden ausspricht. Nun ist er schon über 90 Jahre. Wie wird die Welt wohl ohne ihn sein?
Er war zwar zu Hause, hat uns aber leider nicht persönlich empfangen. Es war aber trotzdem sehr interessant sein Wohnhaus und die Umgebung kennen zu lernen. Sein Wohnsitz ist im Quadrat gebaut, wie die Universitäten in Marokko, aber schmucklos. Auf der einen Seite des Innenhofs steht sein persönliches Haus mit einer Wache vor der Tür. Gegenüber befindet sich der Tempel und andere Veranstaltungsräume. Bevor man in den Tempel geht, umrundet man ihn und betätigt alle Gebetsmühlen und dann erst betritt man den heiligen Raum. Buddhistische Tempel empfinde ich als richtig gemütlich mit den vielen bunten Sitzkissen. Rot ist die vorherrschende Farbe, meine Lieblingsfarbe. Die Buddha-Statuen sind unglaublich und jede sieht anders aus. Rechts und links zwischen Wohnhaus und Tempel befinden sich die Zimmer der Klosterschüler. Im Hof konnten wir sie bei ihren Depattier-Übungen, die sie fast den gesamten Tag betreiben, beobachten

Unser Hotel lag noch höher im letzten Ortsteil. Dahinter gab es nur noch Berge und Wald des Himalayas. Leider hatten wir Pech mit dem Wetter. Es gewitterte immer wieder. Jedoch konnten wir morgens Yoga auf der Dachterrasse praktizieren. Von dort hatten wir einen herrlichen Blick. Wie auch aus jedem Zimmer! Dieser Ortsteil erinnerte mich an meine Jugend auf Ibiza. Freakige Leute, flippige Kleider, Yogaklamotten und Schmuck, dazwischen kleine schnuckelige Bars und Teehäuser.

 Am nächsten Morgen streiften wir durch die Berge, kletterten hoch zu einem Wasserfall und genossen den weiteren Aufstieg ins Gebirge. Es gibt zahlreche Wanderwege. Das war der richtige ein Ort für mich, ein Wohlfühlort, fast wie Zuhause.

Von hieraus beginnen auch einige Treckingtouren, z.B. nach Tirund (3350 m) und zum Inderhara-Pass (4350 m).

In Lower Dharamsala gibt es einen phantastischen Park, in dem ebenfalls ein sehr schöner Tempel steht. In den angrenzenden Häusern befindet sich das Audienzzimmer des Dalai-Lamas mit einem angrenzenden Ruheraum, damit er sich zwischendurch erholen kann. Außerdem wird hier in den Nebengebäuden die alte, traditionale, tibetische Handwerkkunst ausgeführt, erlernt und präsentiert. Es ist ein Projekt des Dalai Lama diese Künste zu fördern. Es war sehr aufschlussreich diese Ateliers zu besuchen. Auch befindet sich in der Nähe ein Nonnenkloster. Da wir keine Gelegenheit hatten mit den Dalai Lama persönlich zu sprechen, freuten wir uns auf den Nachmittag mit der deutschen Buddhistischen Nonne. Wir konnten sie alles fragen und das taten wir auch.

Hier die Zusammenfassung ihrer Antworten. Sie wurde Nonne, weil sie immer mehr und intensiver mit dem Buddhismus beschäftigte und irgendwann keinen weltlichen Job in Deutschland mehr ausführen wollte. So entschied sie Nonne werden und den Buddhismus zu studieren. Mit der Ordination erhielt sie das rote Gewand, das aus einem Rock und einem T-Shirt besteht, worüber der lange rote Schal gewickelt wird. Ähnlich wie der in Indien übliche Sari. Auch die Glatze gehört zum Outfit. In den Haaren sitzen unsere Erfahrungen. Aus diesem Grunde schneiden z.B. die Sikhs niemals ihre Haare. Sie wollen nichts vergessen. Im Gegensatz der Buddhist, er möchte alle Anhaftungen loslassen. Ihre Mutter hat ihre Entscheidung respektiert, während ihr Vater mit ihr gebrochen hat sowie auch einige Freunde sich ebenfalls von ihr abwandten. Jedoch das erleben auch andere Menschen, wenn sie einen neuen Weg beschreiten. Der Alltag im Kloster ist wie im Ashram. Ein frühes Aufstehen so gegen 4 Uhr und Meditation, dann folgt Praxis, wie gemeinsames Rezitieren der Sutras. Weiter geht es mit Seva, also Karma Yoga, wie Pflichten im Haushalt des Klosters, dann der wichtigste Teil, das Studium der buddhistischen Lehren. Die Nahrung besteht aus Dal mit Reis und Reis mit Dal. Was mich überraschte war, die Nonnen müssen sich selber finanzieren. Es gibt keine Zuschüsse. Sie geben also nicht ihr Vermögen ab und erhalten dann alles was sie benötigen, sondern sie verfügen über eigenes Geld. Obwohl die Regel ja besagt, dass sie einfach und besitzlos leben sollten. Sie haben weder eine Krankenkasse noch bekommen sie sonstige Sozialleistungen. Man muss es sich also leisten können, Nonne zu werden. Das Kloster finanziert sich über die Gäste, die dort klösterliche Tage verbringen. Doch das langt nicht, um die Kosten zu decken.

7. New Delhi und Old Delhi – die Stadt mit vielen Perspektiven

Vom kleinen Flughafen in Dharamsala flogen wir nach Delhi. Dort verabschiedete ich die Gruppe, die sich zurück auf den Weg nach Deutschland machten. Ich hatte mich entschlossen noch eine Woche an die gemeinsame Zeit anzuhängen und alleine noch ein paar Abenteuer zu erleben. Discovery Journey (unser indischer Reiseveranstalter) hatte die Fahrkarten und Hotels für mich organisiert

Wow – erstaunlicherweise wurde ich von einer dicken Limousine und einem sehr gut aussehenden Sikh abgeholt und zu meinem Hotel gebracht. Dieses lag mitten in Delhi in einem Wohnviertel an einer großen verkehrsreichen Straße. Aber mein Zimmer war ordentlich, sauber und ruhig nach hinten raus. Ich konnte mit offenem Fenster schlafen.  Auch wanderte ich ein wenig durch den Stadtteil und stellte fest dass es interessante Architektur bei Mietshäusern gibt, mit Bäumen gesäumte Straßen, überall zwischendrin kleine Parks und unterschiedliche Geschäfte. So ganz anders, als dort, wo die Touristen laufen. Mir gefiel es hier.

In Amritsar hatte ich eine Inderin aus Delhi kennengelernt und mit ihr verabredete ich mich für den Abend. Ich sollte zu einem Starbrocke am Connaught Place kommen. Ohne zu wissen was mich erwartet, nahm ich mir ein Tucktuck und ließ mich zu dem Platz fahren. Der Platz ist riesig. Gebaut in den 30igern im Kolonialstil sieht er aus wie ein europäisches Zentrum mitten in Indien. Er besteht aus einem inneren Zirkel in dem sich ein gigantischer Park befindet und einem äußern Zirkel mit radialen sternenförmigen Straßen. Es ist eine überdimensionale Shoppingmeile. Wie sollte ich hier Starbrock finden. Zumal leider mein Telefon außerhalb des Hotels nicht funktionierte. Ich hatte es nicht geschafft, mir eine E-SIM runterzuladen.  An zahlreichen Geschäften vorbeischlendernd wurde ich von einem Inder angesprochen, der mir Komplimente zu meinem roten Kleid machte und meinte ich sehe aus, als wenn ich etwas suchen würde. Wohlwissend, das manche Menschen Geld damit verdienten, das sie anderen dorthin führen oder etwas zeigen, antwortete ich, dass ich mit einer Freundin bei Starbrock verabredet sei und nicht genau wüsste, wo es ist. Ich hatte es mir zwar vorher im Internet angeschaut, wäre aber überfordert mit der Größe des Platzes. Es war gar nicht mehr weit und er brachte mich dort hin und lud mich noch auf einem Café ein. Wie überraschend. Wir plauderten nicht lang, denn er musste weiter. Ich kaufte mir noch ein Brötchen und wartete. Doch Harsimran kam nicht. Nach einer Stunde fragte ich meine Tischnachbarin, ob ich mich mit ihrer Telefonnummer ins W-LAN ein loggen könnte (es ging nur mit einer indischen Nummer). Und siehe da, Harsimran saß in einem anderen Starbrock, ziemlich weit von mir entfernt und wartete auch schon eine Stunde. Da sie mit ihrer kleinen Tochter unterwegs war, wurde es ihr inzwischen zu spät. Schade, so haben wir uns verpasst. Ich hätte sie gern wieder getroffen und mehr von dem Leben in Delhi aus erster Hand erfahren.

Das Rote Fort

Am darauffolgenden Tag machte ich mich auf den Weg mit dem Tucktuck nach Old Delhi.

Das war sehr spannend. So gegen 9 h morgens ging ich ein Stück in die Hauptstraße entlang, gegenüber des roten Forts, dass ich später besichtigen wollte. Die Straße war wuselig. Links und rechts säumten sehr alte, teilweise prachtvolle, aber total zerfallene Häuser die Straße. Unten gab es zahlreiche Läden. Hier fuhren zwischen den Fußgängern nur noch Fahrräder und Rikschas. Doch Touristen wie ich waren noch nicht unterwegs. So genoss ich die lebendige Atmosphäre und bekam an einem Blumenstand, den ich bewunderte, eine Blume geschenkt. Ich steckte sie ins Haar, trank noch einen Tee in einem kleinen Teehaus und ging die Straße zurück zum roten Fort.

Der Mogulkaiser Shah Jahan ließ das Rote Fort als kaiserliche Residenz in der von ihm neu gegründeten Hauptstadt Shahjahanabad zwischen 1639 und 1648 erbauen (er hat auch den Taj Mahal bauen lassen).

Das Rote Fort hat mich echt beeindruckt. Es ist aus rotem Sandstein gebaut und besteht aus mehreren Gebäuden, die in einem herrlichen angelegten Park stehen. Die Paläste habe ich sehr bestaunt. Zu den beeindruckendsten Bauwerken gehören das Trommelhaus, die Perlenmoschee und das Khas Mahal. Das Khas Mahal ist der Privatbereich des Kaisers und hat total aufwendige Verzierungen, die den Glanz und die Pracht der Mogulzeit widerspiegeln. Im Süden der Anlage ist das Mumtaz Mahal, auch bekannt als „Palast der Juwelen“ zu sehen.  Es wurden persische, indische und islamische Architekturstile auf harmonische Weise verbunden. Die äußeren mehreren Mauern sind 2,5 Kilometer lang und umschließen die Palast- und Festungsanlage. Die Festung wurde direkt an den Fluss Yamuna gebaut. Denn wie in jedem orientalisch, moslemischem Gebäude gibt es zahlreiche Wasserspiele und Springbrunnen. „Wasser ist Leben“ sagen die Orientalen.

Doch in der Vergangenheit wurde es immer wieder von verschiedenen Völkern kriegerisch angegriffen und erobert. 1737 von der Armee des persischen Shah und 1761 wurde es erneut erobert und geplündert, diesmal von einer afghanischen Armee. Nach der Niederschlagung des indischen Aufstandes 1858 und der Absetzung des letzten Großmoguls, übernahmen die Briten das Fort und zerstörte einige der Pavillons und Gärten, um Kasernen zu errichten. Das gesamte Mobiliar der Residenz wurde ebenfalls von ihnen zerstört oder entwendet.

Um die Jahrhundertwende, 1900 wurden Teile der Anlage und der Gärten restauriert. Heute gehört das Rote Fort zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Indiens. Seit Juni 2007 ist die gesamte Festungs- und Palastkomplex in die Liste des schützenswerten Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Nach der Besichtigung benötigte ich eine Stärkung und ließ mich auf eine Fahrt mit der Rikscha durch Old-Delhi ein. Mein netter Rikscha-Fahrer zeigte mir die Sehenswürdigkeiten von Old-Delhi, das Rathaus, den wunderschönen Sikh-Gurdwara, aber am meisten hat mich der Gewürzmarkt begeistert. Hier war es so eng, dass auch mein Rikscha-Fahrer mit mir zu Fuß ging und der Geruch so intensiv, dass ich ständig nießen musste. Es war so lebendig, farbenfroh, laut und interessant. Hier kauften auch die Großhändler. Männer schleppten riesige Säcke und überall wurde gehandelt. Ich habe eine kleine Tüte von einer Gewürzmischung für Kartoffeln gekauft. Mal sehen wie es schmeckt.

Danach machten wir uns hungrig auf zu einem Stand, der lecker Street Food verkaufte. Wir aßen zusammen. Hm, das war das Beste, was ich in Delhi gegessen hatte.

8. Rishikesh – Bollywood und die Erholung im Veda 5

Früh morgens holte mich meine Limousine mit dem netten Sikh-Fahrer wieder ab und brachte mich zum Bahnhof. Denn ich hatte eine Fahrkarte nach Hardiwar. Das ist das Nachbarstädtchen von Rishikesh. Meine Zugfahrt dorthin dauerte 5 Stunden, obwohl es nur ca. 230 km entfernt von Delhi ist. Zum Glück wird man im Zug mit Süßigkeiten, Tee, Kaffee und sogar mit Mittagessen versorgt. Alles im Preis (20 €) inbegriffen. Die Zugfahrt war kurzweilig, weil eine nette Inderin neben mir saß, die hervorragend englisch sprach.

Ab Hardiwar nahm ich mir ein Taxi nach Rishikesh. Für mich war Rishikesh die „Welthauptstadt des Yoga“. Es liegt am Ganges im indischen Uttarakhand am Fuße des Himalayas.

Auf Empfehlung einer Freundin hatte ich ein Wellnesshotel gebucht. Nach Rishikesh fährt man ungefähr eine Stunde mit dem Auto. Doch oh Wunder, wir fuhren durch die Stadt durch auf einen landwirtschaftlichen Nutzweg. Meine Frage wohin es denn ginge, beantwortete der Fahrer mir: Veda 5 liegt außerhalb“. Es war gefühlt sehr weit außerhalb! Noch eine Stunde fuhren wir über die stark befahrene Hoppel Piste entlang des Ganges. Hier stellte ich fest, dass Rishikesh neben Yoga ein Hotspot für Abenteuersportarten wie Wildwasser-Rafting, Bungee-Jumping, Camping und Trekking ist – und scheinbar alle auf diesem Weg unterwegs waren, hauptsächlich mit Jeeps und Schlauchbooten auf dem Dach.

Nun gut, irgendwann kamen wir an! Alle Glocken läuteten, als ich das sehr weit oben am Berg gelegene Gelände von Veda 5 erreichte. Ich wurde mit einem Erfrischungsgetränk begrüßt, bekam einen Punkt zwischen die Augenbrauen gemalt und einen bunten Schal umgelegt. Ich fühlte mich willkommen und angekommen. Dann bezog ich mein wunderbares großes, geräumiges Zimmer mit einem Bad, wie ein Haman. Dazu gehörte auch ein großer Balkon, die Tür sollte ich allerdings immer schließen, wenn ich nicht da sei, weil die Affen gerne die Zimmer durchstöbern.

In einer malerischen Umgebung mit Dschungel und Bergen verbrachte ich nun 4 erholsame Tage nach all meinen Abenteuern. Jeden Tag hatte ich ayurvedische Anwendungen und Massagen, besuchte 2 Yogastunden, lag am Pool, ging zur angeleiteten Meditation und erhielt gesundes Essen nach meinem Dosha. Dabei lernte ich die anderen Gäste kennen. Es gibt nur 26 Zimmer. Wir waren aber nie mehr als 12 – 15 Gäste. Es war ein wunderbarer Ort, um zu relaxen.

Einmal fuhr ich mit dem Taxi nach Rishikesh rein. Schließlich wolle ich es erleben. Der Ort bietet eine Mischung aus Ashrams und Yogaschulen und ein Gefühl in Bollywood zu sein. Reisende aus der ganzen Welt sind von diesem Ort angezogen, alle auf Sinnsuche und Abenteuer. Es ist eine einzigartige Mischung aus tiefer Spiritualität und Naturerlebnis. Ich ließ mich durch den Ort treiben und ihn auf mich wirken, nahm mein Bad im heiligen Ganges, der hier noch sauber ist und ging über die berühmte Lakshmi Brücke. Jeden Abend findet hier die Ganga Aarti, eine wundervolle spirituelle Lichtzeremonie statt. Es werden kleine Öllampen entzündet und Blüten dem Gott Ganga geopfert. Dabei singen die Kinder aus dem Ashrams Bajans. Sehr spirituell und berührend.

Außerdem besuchte ich den ehemalige Beatles-Ashram (Mahesh Yogi Ashram). Maharishi war der Yogi, der bekannt wurde, weil er die transzentrale Meditation in den Westen brachte. Es handelt sich dabei um eine stille Meditation mit Hilfe eines Mantras. 

Zerfallen und verwildert liegt er nun gegenüber von Rishikesh mit Blick auf den Ganges. Ich bestaunte die Größe des Ashrams, die runden Häuschen, wie im Trulli-Land in Italien, die großen Meditationsräume und schaute mir die vergilbten Fotos der Beatles von 1968 an, als sie hier ihre Spiritualität entdeckten. Zahlreiche Songs wurden hier geschrieben und sind an den Wänden verewigt. Auch Fotos und Songs von anderen Musikgrößen hingen hier aus.

Ringo und Georg 1968

9. Die Rückreise

Da die Zugfahrt ließ ich sausen und entschied mich kurzfristig nach Delhi zu fliegen. Lara, eine attraktive junge Frau, die ich im Hotel kennen gelernt hatte und ich hatten denselben Flug und teilten uns das Taxi zum Flughafen. Der Fahrer hatte drei Stunden für die Fahrt eingeplant, doch wir waren schneller. So saßen wir dann drei Stunden auf dem Flughafen rum. Ich hatte meinen schweren Rucksack dabei. Auf den Langstreckenflügen darf der Koffer 20 kg Gewicht haben, aber auf den Inlandsflügen nur 15 Kg.  Ich hatte ziemlich viel eingekauft. Das rächte sich jetzt, denn ich musste die 5. Kg in meinen Rucksack umlagern und sie schleppen.

Spät abends kamen wir in Delhi an. Leider konnte ich mich nicht mehr von Lara verabschieden, denn Amresh von Discovery Journey erwartet mich mit meiner Limousine und brachte mich zum Hotel. Ich fühlte mich wie eine Prinzessin, so behütet und versorgt. Das Hotel war unglaublich, sehr feudal aber ein wenig in die Jahre gekommen. Mein Zimmer hatte noch ein richtiges Schloss und lag im Erdgeschoss. Eine große Terassentür führte in den bezaubernden Garten. Der süßliche, unbeschreiblich Duft Delhis empfing mich und die Wärme streichelte meinen Körper. Leider flog ein Mückenschwarm in mein Zimmer so hatte ich die Nacht mit tanzenden Männern und singenden Frauen zu tun und habe nicht wirklich gut geschlafen. Dafür habe ich bei Sonnenaufgang das Jabji gelesen, Yoga praktiziert und meditiert. Die Pfauen im Garten wanderten schreiend an mir vorbei. Gerne wäre ich noch geblieben….

Jedoch nach dem Frühstück wurde ich abgeholt und zum Flughafen gebracht. Der Flug nach Frankfurt war lang. Dort angekommen nahm ich die S-Bahn zum Bahnhof. Wir fuhren vorbei am Stadion, das gleich neben den Gebäuden des Deutschen Turnerbundes lag. Alte Erinnerungen stiegen in mir hoch, hatte ich doch 25 Jahre hier viel Zeit verbracht.

Der Weg vom Bahnhof zum Hotel war nur 15 Minuten. Nie wieder werde ich mit einem großen Koffer reisen, das schwor ich mir auf diesem nächtlichen Weg. Das kleine, nette Hotel unter iranischer Führung war sehr gepflegt und die Rezeptionisten überaus sympathisch. Am nächsten Morgen hatte ich ja noch Zeit, bevor ich den Bus nach Frankfurt Hahn nehmen musste, so unternahm ich einen Rundgang durch die Stadt. Frankfurt hat mir all die Jahre immer gut gefallen. Auch heute schien die Sonne über den Main. Vom Ufer aus hat man eine gute Übersicht. Frankfurt ist eigentlich klein. Rechts vom Main liegt die Kunsthalle und die kleinen Häuser von Sachsenhausen, der Frankfurter Partymeile, gegenüber die Hochhäuser der Finanzwelt. Frankfurt ist das führende Finanzzentrum Deutschlands und einer der wichtigsten weltweit. Hier ist der Sitz der europäischen Zentralbank.

Nun war ich wieder im Christentum angekommen – komplett anderers. Für mich glauben die Christen an das Geld. Geld ist Macht. Begnadet ist der Reiche. Die Erde kann man ausbeuten, denn Gott sitzt im Himmel und da will der Christ ja auch mal hin.
Ich als Turnerin muss da auch noch erwähnen, dass die Turnbewegung in Frankfurt für Freiheit, Demokratie und vor allem für mehr Gerechtigkeit gestritten hat. Hier tagte 1948 auch die erste deutschen Nationalversammlung. Doch die Revolution scheiterte und die Turnvereine wurde verboten. Deshalb gibt es keine Turnvereine, die vor 1860 gegründet wurden. Zu dem Zeitpunkt wurde es den Arbeitern wieder erlaubt Sport zu treiben. Aber politische Arbeit blieb verboten.   

Mittags nahm ich dann den Bus zum Flughafen Hahn und flog zurück nach Alicante. Am nächsten Tag begann mein Retreat „Erwecke die Göttin ich dir“! mit sechs wunderbaren Menschen, die mich schon freudig erwarteten. 

Wahe Guru

Hashimoto

Als ich diesen Befund erhielt, stand ich als Frau mittleren Alters mitten im Leben: hatte drei 3 Kinder und einen Mann zu bedienen, ein schönes Haus, den Haushalt und den Garten zu pflegen, einen verantwortungsvollen Job als Landesgeschäfts-führerin und obendrein in den Abendstunden Gymnastik- Tanz und Yoga-Gruppen. Natürlich war ich nebenbei ehrenamtlich in verschiedenen Gremien tätig, Vorsitzende des Elternvereins in der Schule, der Gymnastikabteilung im Verein und des Landesarbeitskreises Gesundheit sowie Mitglied der Sport-Deputation und des Presserats für die Auswahl der Sportler des Jahres. Damit auch die Wochenenden mir nicht zu lang wurden, gab ich noch Unterrichtsstunden in der Trainerausbildung. Ich hatte eine volle eng getaktete Woche.

Vielleicht wollte ich mir keine Zeit lassen, um über mich selber nachzudenken…..

. Und dann war ich einfach umgefallen, lag ohnmächtig im Flur herum. Mein Mann erteilte mir ein paar Ohrfeigen, um mich zurück zu holen und schickte mich zum Arzt. Über die Diagnose war ich geschockt. Als Bewegungstherapeutin und Yogalehrerin, konnte ich gar nicht verstehen, dass sich mein wundervoller Körper gegen mich selbst richtete, denn das ist die symbolische Bedeutung von Autoimmun. Der Mensch richtet seine Energie gegen sich selbst, statt nach außen.

Ich begann mich mit der Krankheit und mir selbst intensiv zu beschäftigen.

Typische Muster von Hashimoto sind:

-Selbstunterdrückung
– Selbstkritik
– Schuldgefühle ohne reale Schuld
– unterdrückte Wut
– nicht gelebte Grenzen
– dauerhafte Selbstkontrolle
– Das Gefühl „ich bin falsch!

Der Körper übernimmt die Rolle für das, was man nicht ausdrückt, nicht zulässt. Er drückt es nun in Form von Krankheit aus.

Und warum trifft es gerade die Schilddrüse?

  • sie steuert das Tempo im Leben
  • wann Aktivität und wann Rückzug
  • unsere Lebensenergie
  • unseren inneren Rhythmus
  • und auch die Umsetzungskraft

Energetisch bedeutet die Schilddrüse: „ich darf mein Lebenstempo selbst bestimmen“.

Viele Hashimoto-Betroffene leben lange in einem inneren Konflikt.

Innen                                                Außen

ich will Pause                                 ich muss funktionieren

ich will anders                                ich darf nicht

ich bin erschöpft                             ich halte durch

ich bin wütend                               ich bleibe lieb

ich brauche Raum                         ich passe mich an

Der Körper löst den Konflikt so: Der Stoffwechsel wird gebremst – Die Energie runter gefahren – damit wird eine Verlangsamung erzwungen.
Der Körper zwingt dich zu dem, was du dir nicht erlaubst.

Ich war ehrlich zu mir selber und fand mich in dieser Beschreibung wieder. Ich leistete so viel, dass ich immer am Rand der Erschöpfung war. Wut ließ ich niemals zu, denn diese wollte ich weder an meiner Familie noch an meinen Mitarbeitern auslassen, sonder reagierte immer mit Verständnis. Oder war auf mich selber wütend, weil mir etwas nicht sofort oder so gut oder schnell genug gelang. Manchmal kanalisierte ich die Wut mit Putzen oder Sport, tobte mich körperlich aus. Bald kamen zu meinen Erschöpfungszuständen noch Gallensteine und Verdauungsprobleme dazu.

Durch meinen Beruf hatte ich immer Schuldgefühle meiner Familie gegenüber. Meine Schuldgefühle wurden von meinem Lebensgefährten noch geschürt, in dem er mir oft Vorwürfe machte, ich wäre nicht gut genug. Hätte das falsche gekocht, nicht mit dem Kind gelernt oder die Fenster nicht geputzt ….
Oft war ich sehr unglücklich und um das nicht zuzulassen, habe ich noch mehr gearbeitet. Ich wurde zur Workaholikerin und redete mir ein, mir ginge es super. Weil ich das Leben lebte, was ich wollte: Ich mochte unser Haus, ich liebte meine Kinder und meine Arbeit machte mir so viel Freude gab mir viel Wertschätzung, die ich allerdings schwer annehmen konnte, jedoch zuhause niemals erhielt.

Und da kommen wir auch schon zu den häufigen Lebensgeschichten hinter Hashimoto

Kindheit/Jugend

  • sei brav
  • Konflikte sind tabu
  • Gefühle nicht willkommen
  • zu früh Verantwortung übernommen
  • immer die Starke gewesen
  • Liebe gefühlt an Leistung gekoppelt

So ähnlich war es: Meine Mutter war immer total überfordert. Sie hat übrigens auch Hashimoto. Sie konnte sich gar nicht mit unserer Seele beschäftigen. Das Leben und auch wir Kinder sollten einfach nur funktionieren: „schnell und gut“ war ihre Devise.

Erwachsenenleben

  • Harmoniebedürftig
  • Perfektionismus
  • Helferrolle
  • Tendenz zum Burnout
  • sich schwer tun eigene Bedürfnisse zu spüren oder zuzulassen

Selbstverständlich wollte ich auch keine Konflikte, weder privat noch im Büro. Vor großen Sitzungen hatte ich immer Angst, denn ich wollte meine Ideen umsetzen, hatte aber Angst vor Gegnern. Letztendlich habe ich es gemeistert und mir ist viel gelungen. Dafür habe ich sehr gelitten und habe hart gearbeitet, denn ich wollte alle mitnehmen und es perfekt machen.

Nachdem mir so einiges klar wurde und vor allem, warum ich diese Krankheit hatte, begann ich einiges zu ändern. Denn auf keinen Fall wollte ich so weitermachen und Medikamente nehmen.

Das Hals-Chakra (Vishuddha)

sein Thema ist die Wahrheit – Kommunikation und Austausch, Selbstausdruck und Gefühle
Die Frage lautete also:

  • Kann ich mit dem Herzen sprechen und meine Probleme gut auszudrücken?
  • Darf ich „Nein“ sagen?
  • Darf ich den Raum einnehmen, der mir zusteht?
  • Werde ich gehört?
  • Zählen meine Bedürfnisse in der Familie überhaupt?

Ich darf sein wie ich bin!

In unseren Zeiten haben so viele Leute Probleme mit Krankheiten des Halschakras. Dazu gehören nicht nur Halsentzündungen, Nacken- und Schulterverspannungen, sondern eben auch Schilddrüsenerkrankungen. Sie sind direkt verbunden mit dem Drang der Seele die Wahrheit auszudrücken.

Beim Hashimoto ist die Schilddrüse mal überaktiv und mal unteraktiv

Wenn dieses Chakra unter-aktiv ist, neigt man dazu sich zurück zu ziehen, introvertiert, scheu und ängstlich zu sein. Eine Schatten-Emotion des 5. Chakras ist die Verleugnung! Angst vor der eigener Stellungnahme, Angst vor der eigenen Wahrheit!

Wenn dieses Chakra über-aktiv ist, neigt man dazu, zu viel zu sprechen, um Leute zu dominieren zu überzeugen oder auf Abstand zu halten. Dann ist man auch ein schlechter Zuhörer!

Beim Hashimoto schwankt die Schilddrüse von Überfunktion zu Unterfunktion. Ich schwankte also von irrer Energie zu vollkommener Erschöpfung.

Was passte nicht in mein Leben? Mir wurde klar, dass es manchmal besser ist, alte Muster aufzugeben und Veränderungen zu zulassen, auch wenn es immer mit Verlust verbunden ist. Aber ich dachte, „etwas festzuhalten, was nicht gesund für mich ist, wird mich niemals glücklich machen!“
Schuld sind auch nie die Anderen an einer Situation. „Was an mir nicht stimmt, bin Ich!“

Mein Körper reduzierte die Energie nicht, um mich zu strafen, sondern um mich in ein anderes Leben zu führen. Langsamer, ehrlicher, wahrhaftiger, fühlender und abgegrenzter.

Viele Hashimoto-Patienten berichten: die Krankheit begann, als sie sich selber verloren hatten.

Darum sind die Heilungsimpulse auf der energetischen Ebene:

  • lernen die Wahrheit auszusprechen
  • Grenzen setzen ohne Schuld
  • Wut fühlen dürfen
  • eigene Bedürfnisse wahrnehmen

Ich war auf dem Weg meine eigene Wahrheit zu finden und wollte sie leben.

Ich habe also die tiefe esoterische Botschaft ernst genommen und versucht nicht mehr gegen mich selber zu leben.

Von der Schuld befreien

Als erstes suchte ich mir eine Psychologin und wir begannen gemeinsam meinen Schuldgefühlen auf den Grund zu gehen. Nach zwei Jahren Therapie fühlte ich mich nicht mehr ständig schuldig“.

Mehr Lebensfreude zulassen

Ich lernte das Formulieren meiner eigenen Wünsche. Ging wieder mehr tanzen und versuchte mehr Lebensfreude in meinen Alltag zu bringen.

Sich mit Menschen umgeben, die einen guttun

Als nächstes trennte ich mich von einer Kollegin, mit der ich immer wieder arbeitstechnisch Probleme hatte. Es war befreiend und der Büroalltag einfacher.
Dann schlug ich meinem Lebensgefährten vor zu einer Partnerschaftsberatung zu gehen. Es wurde zu einem furchtbaren Erlebnis. Wir waren nur einmal dort. Das hatte gereicht. Wir sollten uns gegenseitig sagen, was wir an dem anderen schätzen. Ich wusste viele verschiedene Stärken von meinem Partner aufzuzählen. Er wusste keine einzige zu sagen. Eine verletzende Erkenntnis, er schätzte mich also nicht. Kein einziges Teilchen an mir. Darum hatte ich nur Kritik von ihm erfahren. Jetzt war es amtlich; ich wollte nach 22 Jahren die Trennung. Meine Töchter waren ausgezogen und unser Sohn hatte gerade sein Abi hinter sich. Wir teilten unser Haus in zwei Wohnungen. Es war eine einfache und perfekte Lösung.

Mehr Zeit für eigene Bedürfnisse haben

Um mehr Zeit für mich zu haben, gab ich drei Kurse auf. Sie machten mir zwar Spaß, aber sie raubten mir meine freie Zeit, weil sie so schlecht in meinen Tagesablauf passten.
Nun hatte ich mehr Zeit Yoga zu praktizieren. Morgens vor meinem Büroalltag habe ich Übungen und Meditationen zur Verbesserung der Schilddrüse bzw. des Hals-Chakras gemacht. Einmal wöchentlich besuchte ich morgens früh einen Kurs bei einer befreundeten Yogalehrerin. Im Sommer fuhr ich alleine nach Frankreich zum Yoga-Festival. Das tat mir alles ausgesprochen gut.

Heilsteine

Außerdem kaufte ich mir als Heilstein, einen Tiger-Jaspis, der die gleichen Schwingungen hat, wie die gesunde Schilddrüse und trug ihn viele Monate an einer kurzen Kette.

Ernährung

Ich stellte nach und nach meine Ernährung auf anti-entzündlich um und benutzte täglich die fünf wichtigsten Gewürze für mein Frühstück.

Schreiben und Singen

Ich führte Tagebuch und schrieb mir einiges von der Seele und begann zu singen, zumindest unter der Dusche oder wenn ich allein yogierte.

Es soll auch helfen, sich etwas Blaues vorzustellen oder blaue Kleidung zu tragen. Auch bei Kopfschmerzen hilft blau. Aber es ist leider nicht meine Farbe.

Hashimoto ist oft nicht Erschöpfung durch zu wenig Energie, sondern durch zu lang unterdrückte Wahrheit.

Wahe Guru

Wenn du dich hier, in meiner Lebensbeschreibung wieder findest, na dann willkommen im Club

Babylon

Zu viele neue Wörter

Wenn ich ins Internet gehe, fühle ich mich nach Babylon versetzt. Wir bauen zusammen den höchsten Turm der Welt, aber wir verstehen uns nicht. Denn ich verstehe häufig gar nicht mehr, wovon die Rede ist. Es ist eigentlich egal, ob die Seite auf englisch, deutsch oder spanisch ist, ich verstehe sie nicht.

Neue Wörter – ich verstehe die Internetseiten nicht?
Die Sprache hat sich mit der Entwicklung von den PC´s und der Programme so sehr weiter entwickelt, nur ich mich scheinbar nicht! Mir fehlen die Worte.
Ich weiß noch, wie meine Freundin aus den USA sich immer über die Wörter amüsierte, die wir noch in den 90igern brauchten. Ein Handy, was soll das sein, ach ein Mobiltelefon. Was machst du? Du brennst eine CD? Sie hat Tränen über unsere Ausdrucksweise gelacht.

Der Newsletter

Warum fehlen mir die Wörter und ich kann auch keine Fragen stellen. Ich habe meinen ersten Newsletter mit einem entsprechenden Programm erstellt. Drei Tage habe ich mit einem Übersetzungsprogramm daran gebastelt. Den Text für den Newsletter hatte ich schneller geschrieben, als das Programm verstanden. Das Verschicken hat dann nochmal einiges meiner Zeit in Anspruch genommen.

Die Landing-Page und die Funnel

Mir werden ständig Kurse angeboten, wie ich meine Reichweite verbessere und was ich beachten soll, aber glaubt ihr, dass ich verstehe, wo von die alle reden? All diese technischen Begriffe.

Mein Programm fragt mich, ob ich eine Landing-Page erstellen will. Das Wort verstehe ich, aber den Begriff nicht. Was ist eine Landing-Page und wozu benötige ich die? Jeder der gerne bei mir Onlineyoga machen möchte oder einen Retreat besuchen, kann mir doch einfach eine Mail schreiben. Es steht doch alles auf meiner Website, was ich mache und anbiete.

Und was ist eine Funnel? Auch die sollte ich haben. Wozu benötige ich einen virtuellen Trichter? Und wo soll der installiert werden?

Wieso bin ich nicht in der Lage mir die einfachsten Programme herunter zu laden und erst recht nicht, sie wieder zu deinstallieren oder zu kündigen, wenn ich merke, ich kann nicht mit ihnen!

Alleine einem Onlineanbieter mitzuteilen, dass ich woanders wohne, ist ein Akt von Wochen und das in einer Zeit, wo wir doch alle ständig umziehen.

Ich kann endlich verstehen, warum manche Menschen Angst haben vor neuem oder fremden. Alles was wir nicht kennen, ist befremdend und macht uns ängstlich. Ich lebe im Ausland und oft ist es schwierig sich zu verständigen. Handwerker, Serviceunternehmen, Ämter … alles ist schwierig. Manche Menschen haben sogar Angst zum Arzt zu gehen, denn sie finden ja kaum in deutche die richtigen Worte um ihren Zusatnd zu beschreiben wie soll das denn dann in spanisch gehen.

In diesem Sinne:

„Das kommt mir aber spanische vor“!

Der Ausspruch “ das kommt mir aber spanische vor.“ stammt übrigens von einem Deutschen König, der aus Spanien kam und seinen spanischen Hofstaat mitbrachte. Die fremeden Gebräuche am Hofe, kamen der deutschen Bevölkerung dann spanisch vor. 

Glück im Unglück

immer positiv bleiben ist meine Devise. Deshalb habe ich auch einen Telegram-Kanal, der „positive Gedanken“ heißt. Doch manchmal fällt es sogar mir schwer.

 

Kein Strom

Frust statt Spaß beim Wandern

Nicht mehr kompatibel

Eine kalte Dusche

Kein Holz vor der Hütte

Eine Schraube locker

zuhause in Polop

Kein Strom mehr im Haus

Noch in Marokko schrieb mir meine liebe Nachbarin, die sich um Katze, Haus und Pflanzen kümmerte, dass der Strom in meinem Haus ausgefallen sei. Nun konnte ich nicht einfach den Elektriker anrufen, denn ich hatte kein Netz in Marokko oder wenn, zu horrenden Preisen. Zum Glück fand ich eine Website und eine Email-Adresse von ihm. Ich hatte gar nicht zu hoffen gewagt, dass der Dorfelektriker über eine Website verfügt und … er meine Mail las! Er war so nett und kam noch schnell und löste provisorisch das Problem, bevor ich aus dem Urlaub zurück war. Die endgültige Lösung scheint eine größere zu sein. Er kommt nochmal wieder mit mehr Zeit, aber ich war so froh, als ich nach Haus kam, hatte ich Strom.

Frust statt Spaß beim Wandern

In Marokko hatte es viel geregnet und so wollte ich bevor auch hier die nächste Schlechtwetter-front kam, eine Wanderung mit Freunden unternehmen. Dafür haben wir eine WhatsApp-Gruppe. Hier schreibe ich rein, wann und wo ich wandern möchte, beschreibe kurz die Rute, die Schwierigkeiten, die Höhenmeter und die Länge der Wanderung und wer Lust hat und es sich zutraut, kann mitgehen. Denn ich kenne viel wunderschöne Routen. Es gab allerdings in den letzten Jahren immer wieder Beschwerden, ich hätte leicht oder moderat geschrieben und dann war es doch herausfordernder als gedacht. Nun, wir leben im Gebirge. Hier geht es immer rauf und runter, aber aus diesem Grunde versuch ich die Wanderungen noch besser zu beschreiben. Manchmal erinnere ich mich auch nicht mehr so gut an die Wege, da ich sie ja nicht ständig laufe und zu Wanderungen einlade, die ich schon jahrelang nicht mehr gelaufen bin. Oft greife ich deshalb auf den Wanderführer zurück, in dem die Wanderungen in schwarz, rot und blau unterteilt sind, ähnlich wie bei Skipisten. Meine Wanderungen sind meistens rot. Schwarz ist auch für mich schwer und blau ist mir zu langweilig.

Unsere erste Wanderung in diesem Jahr führte uns auf die Bernia. Es handelt sich um eine Höhenwanderung, denn wir fuhren mit dem Auto hoch und wanderten vom Parkplatz aus auf einem wunderbaren, moderaten Waldweg, der sich parallel zur Küste entlang des Berges zieht. Dieser Wanderweg ist eine einfache Wanderung mit einer herrlichen Aussicht. Nach etwa einer Stunde mündet der Weg und geht weiter über in einen steil nach oben führenden Trampelpfad. Später gingen wir über mehrere Geröllfelder, durch Steinmännchen und Pfeilen gekennzeichnet, weiter hoch, bis zu einer spektakulären Höhle. Durch sie kann man krabbeln und auf der anderen Seite des Berges weiter wandern. Wir haben hier mit dieser unglaublichen Aussicht gepicknickt.

Wir sind zu sechst aufgebrochen. Doch einer der Teilnehmer konnte schon auf dem moderaten Waldweg nicht mit uns Schritt halten, obwohl wir für meine Verhältnisse, sehr langsam gelaufen sind. Denn wir passten uns den beiden Frauen an, die auch nicht in meinem Tempo wanderten. Am Ende des Waldweges haben wir eine längere Pause gemacht, um auf die Nachzügler zu warten. Sie kamen nicht, uns wurde kalt, so haben wir uns an den Aufstieg gemacht. Der ältere Mann war zum Glück in Begleitung einer jungen Frau. Ich machte mir keine Sorgen um ihn. Natürlich bin ich davon ausgegangen, dass er selber merkt, was gut für ihn ist und dass er mit der Gruppe nicht mithalten könne. Wenn der Waldweg schon zu anstrengend für ihn war, hätte er sich gar nicht auf den Aufstieg begeben sollen. Es war doch klar, dass er es nicht schaffen würde. Ich witzelte noch, dass ich wohl die Bergwacht benachrichtigen müsse, wenn er es versucht.


Wir vier Frauen sind langsam aufgestiegen, denn eine der Teilnehmerinnen konnte schwer bergauf laufen, aufgrund untrainierter Oberschenkelmuskulatur. Ich habe sie an die Hand genommen und den Berg hinaufgezogen.

Wie beschrieben, genossen wir oben die Aussicht im Sonnenschein, während die Freundin des zurückgebliebenen Mannes mit ihm telefonierte. Er hatte sich tatsächlich, in seinem Zustand, total untrainiert und mit einem Herzschrittmacher an den Anstieg gemacht. Er ist wohl ein paar mal gefallen, angeblich auch in eine Schlucht. Er empfand den Weg sehr gefährlich und war total wütend auf mich. Zum Glück ist er dann doch wieder umgekehrt und den selben Weg zurück gelaufen. Ich war beruhigt, dass er so einsichtig war und er hatte eine junge Frau an seiner Seite.

Nach der Pause haben wir uns dann zu viert an den Abstieg gemacht. Nach einer Stunde kamen wir wieder am Parkplatz an. Insgesamt waren wir 4 Stunden unterwegs inklusive der zwei Pausen. Da wir Kaffeedurst hatten, sind wir ins Dorf gefahren, um dort einzukehren. Erst eine Stunde später, traf der verloren gegangene Freund im Dorf ein. Er hat mich beschimpft, mich als unverantwortlich hingestellt und will nichts mehr mit mir zu tun haben. Ich habe es mir mit ihm wohl verscherzt.

Ich war geschockt von seinen harten Worten. Außerdem fühle ich mich überhaupt für niemanden verantwortlich. Einen so großen und schweren Mann hätte ich auch nicht hinter mir her ziehen können und schon gar nicht aus einer Schlucht bergen. Meine Stimmung war tagelang ziemlich am Boden. Ich bin überhaupt nicht mehr gewohnt, beschimpft zu werden und wusste nicht, wie ich damit umgehe sollte. Sollte ich überhaupt noch Freunden anbieten, mich auf meinen Wanderungen zu begleiten?

Er hatte mir kurz den Spaß an meinem Hobby genommen. Inzwischen bin ich soweit, dass ich sage er wollte mich für seine Unfähigkeit verantwortlich machen und seinen Frust auf mich abwälzen.

Zukünftig schreibe ich, dass jeder selber für sich verantwortlich ist. Es ist mein Hobby, nicht mein Job!

Blick aus der Höhle auf der Bernia

Nicht mehr kompatibel

Ich habe einen neuen Laptop. Eigentlich sollte ich mich freuen. Er ist schneller und ich weiß nicht, was er noch besser kann. Ich kenne mich nicht aus. Mein Bruder hatte ihn für mich netterweise Open Office und als Mailprogramm Thunderbird eingerichtet. Das Mailprogramm meldet immer Fehler, Serienbriefe kann man nicht mehr schreiben, also keinen Newsletter! Im Dezember hatte ich noch einen Artikel für das Yoga-Journal, über die Zuversicht geschrieben. Doch die Redaktion konnte es nicht öffnen, weil es im falschen Format war. Im Januar kam mein Buch vom Verlag zur Korrektur. Auch dieses konnte ich nicht öffnen und mit Open Office nur schwer bearbeiten. Das richtige Word-Programm hatte ich zwar gekauft, aber der einzige Mann, den ich kenne, der es mir installieren könnte, lag mit einer Grippe im Bett. Ich war verzweifelt und quälte mich an meinem Laptop, bis ich total verspannt war. Nächste Woche kommt mein Retter endlich und wird mir alles wieder einrichten, wie ich es gewohnt bin! Dann bin ich auch wieder kompatibel mit dem Verlag und kann einen Newsletter schreiben. Ich freue mich so!

Eine kalte Dusche

Anfang Januar wurde es richtig kalt hier in Spanien. Es regnete und ein eisiger Sturm fegte über das Land. Erneut fiel meine Heizung aus. Sie machte einen enormen Lärm und qualmte. Ich hatte Angst und stellte sie ab. Mein Haus hat den Luxus einer Ölheizung. Niemand hat in Spanien eine Zentralheizung und schon gar nicht ein Ölheizung. Hier hat man Klimaanlagen, die im Winter auf warm und im Sommer auf kalt gestellt werden. Somit fand ich auch keinen Heizungsmonteur. Nach unzähligen Gesprächen in einer Fremdsprache, mit Wörtern, die ich auch auf Deutsch nicht kenne, meinte ein Klempner, dass die Heizung verrußt sei und ich sollte einen Schornsteinfeger anrufen. Genauso etwas Unübliches in Spanien. Als ich vor eineinhalb Jahren das Haus kaufte und den langen Schornstein des Kaminofens im Wohnzimmer sah, fragte ich die Vorbesitzer nach einem Schornsteinfeger. Die haben mich angesehen, als wenn ich von einem anderen Planeten käme. „Wieso das denn, der ist doch erst 12 Jahre alt“ „Ach so!“

Nach einer langen Suche, bin ich fündig geworden. Der Schornsteinfeger kam mit einem Staubsauger, hat viel Lärm gemacht, aber die Heizung zeigte keine Reaktion. Ich war frustriert, fühlte mich unfähig, wusste nicht was ich tun sollte und fror. Duschen fiel auch aus, denn ich hatte auch kein heißes Wasser, weil das auch über die Heizung läuft. Zum Glück habe ich hier liebe Freundinnen, bei denen ich ab und an duschen konnte, zumindest zum Haare waschen, habe ich es getan. Kalt duschen soll ja auch gut für das Immunsystem sein.

Doch immer, wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her! (Rilke)

Beiläufig erzählte ich mein Fiasko einer Freundin aus Deutschland, die hier gerade mit ihrem Mann Urlaub machte. Und dieser geniale Ehemann wusste Rat. Er kam am nächsten Tag, brachte noch einen Freund mit (beides Fernmeldetechniker). Beide fummelten sehr lange an meiner Heizung herum, nahmen sie auseinander, reinigten sie, tauschten noch eine Düse aus und oh Wunder sie läuft! Ich konnte es kaum glauben und tanzte durch mein Haus und nahm eine heiße Dusche im eigenen Haus – was für ein Luxus!

Warum könnt ihr das“ war meine verwunderte Frage, wo doch hier jeder Klempner abgewunken hatte. „Weil wir Männer sind!“ kam prompt die Antwort. Ach so, es liegt am Penis. Aber da scheint es auch Unterschiede zu geben, dachte ich mir. Hat es mit der Größe zu tun? Diese Frage bleibt wohl unbeantwortet.

Kein Holz vor der Hütte

Wenn die Heizung nicht geht, ist es besonders doof, wenn man auch mit dem Ofen nicht heizen kann. Holz hatte ich zwar reichlich, aber viel zu große Stücke für meinen Holzofen. Zu groß ist wie keines! Reden hilft! Ich schilderte das Problem meiner Nachbarin und sie schickte mir einen Mann mit einer elektrischen Säge. Er hat mir mein Holz in kleinere Stücke geschnitten und ordentlich gestapelt. Ich wäre auch ihm am liebsten um den Hals gefallen. Was hatte ich doch nur für ein Glück.

Eine Schraube locker

Jeden Januar gehe ich zur Zahnreinigung. So auch in diesem Jahr. Gleich wurde festgestellt dass ein Zahn wackelt. Zum Glück war es nur die Schraube meines Implantates. Die wurde nun erneuert und wieder festgeschraubt. Ich kann wieder essen!

Alles ist bestens! Ich bin so dankbar, dass der Januar hinter mir liegt. Welche kosmischen Störungen lagen da wohl vor?

Doch bleibt die Erkenntnis: Ohne Männer geht es nicht!

Eine märchenhafte Reise durch Marokko

Sonnenuntergang in Marrakesch

ich hatte mir 1001 Nacht gewünscht,

Kultur, Sultans, Wüste und Berge und habe alles bekommen!

Voller Dankbarkeit bin ich wieder in Spanien gelandet. Es fiel mir schwer mich von meinem letzten Zimmer zu verabschieden. Unser Riad lag inmitten der Medina von Marrakesch. Draußen tobte das Leben und kaum schloss sich die massive Tür des Riads hinter mir, befand ich mich in einer Oase der Ruhe und Entspannung mit märchenhaften Flair.

Marrakesch

Wir brachen auf von Marrakesch. Zu dritt aus Alicante. Unsere vierte Mitreisende sollte später dazu kommen. Ahmed, mein Partner für individuelle Marokko-Reisen holte uns vom Flughafen ab.

Marrakesch war die erste Königsstadt Marokkos und wurde von einer Berber-Dynastie gegründet. Heute ist sie eine Großstadt am Rande des Atlas-Gebirges mit einer modernen Neustadt sowie einer wunderschönen Altstadt. Die Häuser leuchten rot in der Sonne und keines hat mehr als fünf Stockwerke. Mich hat die liberale und moderne Struktur der Stadt überrascht. Großzügige Avenues und ein unglaublicher Verkehr, aber fließender und gelassener als in jeder europäischen Metropole. Die Stadt ist multikulturell und ein internationaler Treffpunkt für viele unterschiedliche Events, Kongresse und Begegnungen. Mit unserer Ankunft gerieten wir ins Fußballfieber der Marokkaner, denn es finden gerade die Afrikanische Meisterschaften statt. Die Marokkaner sind Fußballbegeistert wie die Deutschen.

Am nächsten Morgen zeigte uns ein sehr sympathischer Stadtführer die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie die Koutoubia Moschee (das Gegenstück in Sevilla wurde von der selben Dynastie gebaut). Interessant ist, das die Minarette der marokkanischen Moscheen viereckig und nicht rund wie in anderen islamischen Ländern sind. Auch haben wir die älteste Hochschule von Marrakesch „Medersa Ben Youssef“ mit einer unglaublich schönen Architektur, mitten in der Medina besichtigt. Wir durchstreiften die quirligen Souks und fühlten uns ins Mittelalter versetzt, als wir die Handwerker sahen und die betörenden Düfte einatmeten.


Unsere Rundreise führte uns am folgenden Tag zunächst über eine gut ausgebaute Autobahn (ca. 320 km) nach

die Moschee von Casablanca

Casablanca

Ja, tatsächlich die riesige, moderne Stadt macht ihren Namen alle Ehre. Die Häuser sind weiß. Eigentlich wollte ich sie aussparen, aber Ahmed meinte, es wäre gut sie auf dem Weg nach Rabat zu besuchen. Vor allem wegen der berühmten Moschee Hassan II, die einzige in Marokko, die wir als Nicht-Muslime betreten dürfen. Es ist tatsächlich ein sehr imposantes Gebäude, dass erst vor ca. 10 Jahren fertig gestellt wurde. 80.000 Gläubige können hier zur selben Zeit beten. Und die Moslems benötigen Platz für ihr Gebets-Yoga. Zur Moschee führt eine lange Promenade am Atlantik entlang. Mir scheint baden im Ozean ist hier nicht möglich, denn es gibt an der Küste entlang überall Pools oder Strände von Mauern umgeben. Der Boulevard sieht mehr aus wie eine Befestigungsanlage. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Marokkaner nicht schwimmen können. Dieses Fernomen ist mir in Indien auch schon begegnet.

Rick`s Café aus dem Film „Casablanca“ gab es bis vor ein paar Jahren gar nicht. Doch eine Amerikanerin hat es nachgebaut und heute muss man lange vorher einen Tisch reservieren, um dort Einlass zu bekommen.

Rabat

Im Regen kammen wir in der heutigen Hauptstadt Marokkos an. Sie hat sich zu einer sehr modernen, ebenfalls weißen Metropole am Atlantik entwickelt. Ein breiter Fluss, der Bou Regreg trennt Rabat von seiner Schwesternstadt Salè. Die Brücke, die beide Städte verbindet, ist relativ neu. Auch hier trifft das Alte auf das Moderne. Die Französischen Kolonialbauten sind an den großen Hauptstraßen nicht zu übersehen. Daher fühlt man sich im Straßencafé fast wie in Paris.

Die Stadtbesichtigung führt uns am Mausoleum von Mohamed V. und dem Hassanturm, das Wahrzeichen der Stadt vorbei. Daneben steht das unvollendete Projekt eines Almohaden-Sultans, mit einem Minarett sowie Ruinenresten und einem Säulenwald. Er wollte die zweitgrößte Moschee der Welt bauen, ist aber vorher verstorben. Von hier haben wir einen herrlichen Blick auf die Stadt. Auch in Rabat gibt es eine gut erhaltene Medina mit kleinen Gässchen und mediterran anmutenden Häusern. Mitten in der Altstadt wurden wir in einem sehr märchenhaften Riad untergebracht.

Hier verbrachten wir auch den „Heiligen Abend“ und wurden von der Familie, der das Riad gehört, sehr gut bekocht. Obwohl die marokkanische Küche sehr fleischlastig ist, haben sie uns immer wieder mit vegetarischen Köstlichkeiten überrascht. Ich denke es war eine Herausforderung für sie Vegetarier im Hause zu haben. Auf alle Fälle sind die Marokkaner sehr gastfreundlich.

Am 25. Dezember folgen wir der Autobahn nach Tanger, um dort mittags Sonja vom Flughafen abzuholen. Nun fuhren wir zu fünft weiter nach


Chefchaouen 
in die blaue Stadt. Der Name bedeutet „zwei Hörner“ und ist nach den zwei Bergspitzen des Rif-Gebirges benannt, die von der Stadt aus zu sehen sind. Das Städtchen erinnerte mich an Altea, nur eben blau angestrichen. Sogar die Straßennamen sind auf arabisch und spanisch geschrieben. Es hat total viel Spaß gemacht durch die Gasen zu streifen und sich all die Herrlichkeiten anzuschauen, die angeboten wurden. Von hier kann man auch fantastische Wanderungen durch das Rif-Gebirge tätigen. Sonja und ich sind am letzten Morgen mal kurz auf eine Anhöhe gestiegen, um einen besseren Überblick zu erhalten. In Chefchaouen nächtigten wir ebenfalls in einem Riad. Dieses zeichnetet sich nicht nur durch seinen modernen, arabischen Einrichtungsstil aus, sondern auch für seine überdachte Dachterrasse. Endlich konnten wir morgens gemeinsam yogieren. Alle Riads verfügen über Dachterrassen. Jedoch hatte es tagelang vorher geregnet und der Regen und die Kälte hatte uns davon abgehalten morgens aufs Dach zu steigen.

Ich freue mich für Marokko über den Regen. Denn hier war alles sehr, sehr trocken nach über 8 Jahren ohne Regen!

 

Treppe in Chefchaouen

Die nur knapp 200 km nach Meknès über eine kurvige Landstraßen waren für mich sehr anstrengend. Bei besseren Wetter wäre die Fahrt bestimmt angenehmer, denn sie führt durch eine sehr ansprechende Landschaft, die Ausläufer des Rifgebirges.

Meknès
liegt auf einer fruchtbaren Hochebene und wurde von dem berüchtigten Sultan Moulay Ismail zur Königsstadt erhoben. Er war auch der einzige Sultan, der hier lebte. Er scheint, dass er nicht wirklich beliebt gewesen war, zu mindestens war er ängstlich, denn er baute sich eine eigenen kleine Stadt mit 3 Mauern und prunkvollen Stadttoren, neben der Medina. Er lebte zur Zeit des Sonnenkönigs und war erpicht darauf, sich mit den Europäern zu verbünden, deshalb wollte er gerne eine französische Prinzessin heiraten. Da er aber polygam lebte und die Franzosen das nicht schätzten, schenkte sie ihm zwei Standuhren, die nun neben seinem Grab stehen.

Fès
liegt nur 50 km weit entfernt. Für mich ist diese, die wahre Königsstadt, was sie ja auch über Jahrhunderte war. Hier befindet sich die älteste Universität der Welt, übrigens von einer Frau gegründet. In der größten Medina Marokkos mit seinen über 900 Gassen kann man sich schnell verlaufen, auch Einheimische. Es gibt viel Sehenswertes, Historisches, Spirituelles und immer wieder die farbenprächtigen Souks, die Händler- und Handwerkergassen der Kupferschmiede, Gerber, Schneider und Töpfer und auch noch ein andalusisches Viertel.

Unsere Rundreise führte uns weiter über den mittleren Atlas, ein mittelhohes Gebirge mit Eichen- und Zedernwäldern, Wasserquellen und Hochebenen, wo die Nomaden mit ihren Herden anzutreffen sind. Wir überquerten den Zad Pass (2.000 m) und das Ziz-Valley, ein bizarrer Canyon gesäumt von einem Meer aus Dattelpalmen. Es war eine lange aber abwechslungsreiche Fahrt. Gegen Abend erreichten wir dann endlich das Tor zur Wüste, Merzouga.

Merzouga
ist umgeben von den rot, goldenen Dünen der Wüste, des Erg Chebbi. Wir bezogen unsere Zimmer in einer Burg, Kasbah genannt. Nicht nur das eindrucksvolle Gebäude und der stimmungsvolle Sonnenuntergang hat uns verzaubert, sondern auch die zur Familie gehörenden jungen Männer in traditioneller Kleidung, einer schöner als der Andere! Sie servierten uns sehr zuvorkommend und charmant das Abendessen, ein Tahin.

 

Am nächsten Morgen, an meinem Geburtstag, fanden wir auch in diesem Haus ein guten Platz für unser morgendliches Yoga und erlebten einen, in sanften Gold getauchten, strahlenden Sonnenaufgang auf dem Dach der Kasbah.

Das Wüstencamp
Nach dem Frühstück wurde es spannend, denn nun sollte es auf Dromedaren weiter gehen zum Wüstencamp. Die Tiere warteten schon vor der Tür auf uns. Ich, als Wüsten-Erfahrene, weiß das Reiten nichts für mich ist und schon gar nicht auf Kamelen. Daher wanderte ich neben meinen Mitreisenden. Ich liebe es durch die Wüste zu laufen, am liebsten barfuß. Inzwischen war es zwar sonnig, aber der Sand war doch recht kühl. Immerhin war es der 30. Dezember. Die Wanderung dauerte gut 2 Stunden.

Die Camps liegen am Rande der Sanddünen und dem Beginn der Steinwüste, die sich ins Endlose zieht. Irgendwo das draußen befindet sich die Grenze zu Algerien.

So ein Wüstencamp ist natürlich etwas ganz anderes, als wenn man, wie ich vor ein paar Jahren, mit den Beduinen durch die Wüste zieht, Feuerholz sammelt, auf dem Feuer kocht und unter freiem Himmel nächtigt.

Jedoch es bietet Komfort. Zelte mit Badezimmer, fließend Wasser, Strom und sogar Wifi. Auch ein beheiztes Restaurant ist vorhanden und Liegestühle zum relaxen.

Der Wüstenfunk hatte auch geklappt – mir wurde eine Torte mit Kerzen serviert und alle sangen „Happy Birthday“. Ich war gerührt und voller Dankbarkeit über alle Gaben. Mit all dem hatte ich nun gar nicht gerechnet. Glaubte ich doch, die Feiertage einfach ausfallen lassen zu können.

Bedingt durch den Vollmond und den modernen Komfort sahen wir leider keinen großartigen Sternenhimmel. Bei meiner nächsten Reise achte ich darauf, dass wir während des Neumonds in der Wüste sein werden. Ich liebe es in die Sterne zu schauen. Wir hatten einen fantastischen Sternenhimmel auf Finca la Higuera, der für mich nun verloren ist. In den unbeheizten Zelten war es nachts bitter kalt, so wie draußen, doch gefroren haben wir nicht, Dank der sehr warmen und schwerere Decken. Nachts pinkeln gehen sollte man sich verkneifen. Der moderne Komfort hat noch einen weiteren Nachteil. Ich konnte wegen des Dröhnen des Strom-Generators nur wenig schlafen. Leider bin ich sehr geräuschempfindlich und in der Wüste suche ich die Stille.

Am letzten Tag des Jahres machten wir eine wunderbare Wanderung durch die Steinwüste. Sie ist enorm, weit, endlos und eben, von weitem schien sie langweilig, doch dann war ich total überrascht, wie schön und angenehm das Wandern in ihr war. Ich hätte noch Stunden weiter laufen können. Doch das Mittagessen rief. Wir wurden überall königlich bedient und bekocht. Selbst in der Wüste.

Am Abend war der magische Moment, als wir den Sonnenuntergang auf der höchsten Düne erlebten. Über eine Stunde hatten wir für den Anstieg gebraucht. Eine sagenhafte Atmosphäre und Wüstenlandschaf lag uns zu Füßen. Wir meditierten und genossen das Farbenspiel im Abendlicht und wanderten im Mondschein zurück zum Lager. Nach dem Abendessen spielten wir Karten, um uns die Zeit bis Mitternacht zu vertreiben.
Marokko ist ein islamisches Land. Hier hat kaum ein Haus die Lizenz Alkohol zu verkaufen. Ein Glück dachte ich, denn diese alkoholisierten Leute am Silvesterabend mochte ich nie. So war ich doch sehr überrascht, als die anderen Camp-Gäste sich kurz vor Mitternacht mit allerhand mitgebrachten Alkoholflaschen am Lagerfeuer einfanden. Vom Camp waren Musiker engagiert, die ein wenig trommelten, um die Gäste zu unterhalten und diese tanzten, kaum zu glauben, Polonaise. Ich als gebürtige Norddeutsche konnte nie etwas mit dieser Art von Fröhlichkeit anfangen. Ich sehnte mich zurück auf die Düne, aber dafür war es ja jetzt zu spät und zu kalt. Das Lagerfeuer wärmte uns zumindest ein wenig auf. Auch wenn ich gerade vor diesem Tanz-Alkohol-Polonaise-Szenarium fliehen wollte, verstehe ich, dass die Betreiber des Wüstencamps ihren Gästen etwas vertrautes bieten wollten. Trotz allem war es schön, wieder in der Wüste zu sein und es war nicht das letzte Mal! Nur, nie wieder Silvester.

 

Am 1. Januar wurden wir von einem Jeep abgeholt und durchquerten die Wüste in einer wilden Fahrt zurück nach Merzouga. Von hier starteten wir nun wieder in „unserem“ Auto eine 5 stündigen Fahrt durch weite Ebenen, Wüstenplateaus vorbei an Oasen und durch mehrere kleine Städtchen.

Wir hielten vor der Todra-Schlucht und liefen weiter zu Fuß. Es war ein eindrucksvolles Naturschauspiel, denn ihre teils überhängenden Felswände ragen an der schmalsten Stelle mehrere hundert Meter in die Höhe.

Wir genossen die Fahrt auf der berühmten „Straße der 1000 Kasbahs“, am Ufer des Dadés entlang, vorbei an bizarren roten Felsformationen bis wir das Dadés-Tal erreichten.

Dadés-Tal
Wieder übernachteten wir in einer Kasbah (Burg). Diese war so wunderschön, dass mir wirklich königlich zu mute wurde. Das Essen kam jeder französischen Gourmet Küche gleich und Mustafa, der Burgherr sah aus wie ein Sultan. Er trug immer Turban in den Farben seiner bunten Mäntel.

Hier konnten wir unser morgendliches Yoga wieder aufnehmen, wenn auch nicht auf dem Dach, dazu war es auch hier zu kalt, aber die Zimmer waren fürstlich groß.

Am nächsten morgen erwanderten wir die Oase und unternahmen eine kleine Bergwanderung, auf der wir an bizarre Felsformationen, in vielen Farben leuchtend vorbei wanderten und immer wieder wunderschöne Aussichtspunkte erklommen. Schluchten und immer wieder Ruinen von Kasbahs verzauberten unseren Blick. Das Wetter meinte es gut mit uns. Es war eine wundervolle Wanderung und Labsal für Körper und Seele.

Nach der Wanderung waren wir zu Gast bei einer Berberfamilie. Wir aßen wieder einmal die traditionelle marokkanische Suppe, Linsen und Tahin.

Rückfahrt über den Atlas
Eigentlich hatten wir vor, am darauf folgenden Tag noch weiter bis Ast Ben Handout zu fahren, da es aber wieder begann in Strömen zu regnen, beeilten wir uns über den Pass zu kommen, bevor er gesperrt würde. Denn oben schneite es.
Je höher wir kamen desto kälter wurde es und der Regen wurde zu Schnee. Die Dörfer im Gebirge wirkten wie Dörfer im Skigebieten. Nur die Orangenverkäufer und bunten Geschäfte passten nicht zum Bild.
Der Schnee wurde immer tiefer und heftiger. Auf dem Pass in 2260 m Höhe war kaum noch etwas zu erkennen und es war bitterkalt und sehr windig. Ich wiederholte im Kopf immer mein Schutz-Mantra, da mich die Straßenverhältnisse doch ein wenig ängstigten. Wir hatten mit Ahmed einen wirklich erfahrenen und guten Fahrer, dem ich sehr vertraute. Trotzdem war ich froh, als es wieder bergab ging und wir langsam ins Grüne kamen.

Spät Nachmittag erreichten wir Marrakesch im Sonnenschein.
Abends macht es Spaß, in das pulsierende Leben am großen Platz, dem „Jemaa el Fna“ einzutauchen, auf dem ein wildes Treiben mit Gauklern, Schlangenbeschwörern, Glücksspiel, Wahrsagerinnen, Künstlerinnen und Musikern sowie Garküchen herrscht.

Doch nach den viel Erlebnissen und der abwechslungsreichen Reise mit so vielen Eindrücken, war ich froh wieder ein schönes geschmackvolles Zimmer in dem Riad in der Altstadt zu beziehen, um mich zu relaxen und die Reise Revue passieren zu lassen.

Resümee

Ich komme wieder!
Im Frühjahr 2027
werden ich erneute eine Reise nach Marokko für maximal fünf Mitreisende anbieten.
Wir werden uns von Marrakesch
verzücken lassen, die Straße der 1000 Kasbahs sehen, im Atlasgebirge wandern, uns von der Wildnis und der Natur verzaubern lassen, grüne Oasen erkunden und danach in die Wüstenlandschaft eintauchen, Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge erleben, dabei unserer Seele ganz nah im morgendlichen Yoga und in der stillen Meditation kommen.

Unter Yoga-Reisen werde ich es schon sehr bald hier ausschreiben: 
https://ines-tej-in-motion.eu/1001-Nacht-in-Marokko

Falls du selber etwas organisieren möchtest, gebe ich dir gerne die Adresse meines Partners und Reiseleiters in Marokko. Ahmed stellt dir individuell alles so zusammen, wie du es dir wünscht. Für ein ultimatives „1001 Nacht Erlebnis“.

Wir blicken noch einmal zurück
und dann nach vorne!

Der Winter lädt uns ein, innezuhalten und neue Kraft zu sammeln. Es ist die perfekte Jahreszeit, um zu reflektieren und eignet sich besonders gut um altes abzulegen und neues zu etablieren.

Mein kleiner Rückblick

Mein Motto für 2025 war:
Erfülle dir deine Träume, sonst gibt es keinen Platz für Neue!“

Ja, ich bin voller Dankbar für dieses vergangene Jahr. Es ist so viel geschehen. Ich konnte meine Trauer bewältigen, war oft sehr einsam und habe viel Trost bei meinen Freundinnen gefunden, hatte innige Tage mit der Familie und konnte mir einige meiner Wünsche erfüllen!

am arabischen Meer

13 Wünsche hatte ich mir am Jahresanfang für 2025 notiert. Zum Teil habe ich sie mir erfüllt. Andere sind im Jahr noch dazu gekommen. Und manche habe ich verworfen oder verschoben.

  • Meine erste Indienreise war so unglaublich wundervoll und bereichernd, dass ich dort unbedingt noch einmal hin möchte. Ich fliege im März!
  • Meine Trauer konnte ich hinter mir lassen und kann heute in Dankbarkeit an Stijn denken
  • Über 40 Teilnehmer waren bei meinen Yogastunden dabei! Das macht mich glücklich!
  • Sadhana – das yogische Morgenritual – es wurde von mehr Yogis für sich entdeckt und das freut mich sehr!
  • Zwei Yoga-Retreats „Erwecke die Göttin in Dir“ haben im Frühling und Herbst stattgefunden. Es war so schön mit euch!
  • Zeit für liebevolle Kontakte zur Familien und Freunden – ja ich habe im Sommer eine Reise zu Freunden und Familie gemacht. Mein Enkel hat mich das erste Mal ganz alleine in Spanien besucht. Meine Tochter mit Mann und ihren jüngsten Kindern waren hier und mein Sohn mit seiner Freundin, sowie drei Freundinnen aus Bremen, Hannover und Berlin haben mich besucht.
  • Meine Angst konnte ich in Vertrauen verwandeln.
  • Eine Lösung für die Tiere finden – Lana wohnt jetzt meistens bei Uschi auf dem Land.
  • Mehr abendliche Aktivitäten – ja ich gehe tanzen und manchmal ins Kino oder ins Konzert.

Nicht geschafft habe ich:

Ein neuer Podcasthabe ich nicht aufgenommen
Sondern überraschend ein Buch geschrieben: „Es war einmal ein Paradies“ – es ist noch im Verlag und steht kurz vor der Veröffentlichung.

Endlich neue Meditationen aufschreiben – habe ich vergessen.

– Meinen YouTube-Kanal aufräumen – dazu hatte ich keine Lust. So könnt ihr mich noch ein Weilchen in „meinem Paradies“ erleben.

Sterbehilfe anbietenhat sich nicht ergeben.

Von meiner To-Want-Liste im Herbst, auf die ich ja auch 13 Wünsche geschrieben hatte, sind fast alle ab geharkt, nur zwei davon werde ich auf das nächstes Jahr schieben. Kannst du dir vorstellen welche es sind?

Blick auf das Neue

Das Jahr neigt sich nun seinem Ende entgegen und damit zieht sich die sanfte, ordnende Kraft der Venus zurück – und macht Platz für eine neue Frequenz.

2026 ist ein Merkur-Jahr
Jedes Jahr steht unter dem Einfluss eines Planeten,
dessen Energie durchströmt die Erde und ist spürbar in allem, was lebt: in dir, in den Jahreszeiten, in deinen Beziehungen und Entscheidungen.

Dem Merkur untersteht die Kraft der Umsetzung, der Kommunikation, der Bewegung und des Verstehens.

Es wird somit das Jahr, in dem Liebe und Tatkraft sich verbinden, in dem unsere Gedanken konkrete Formen annehmen und Ideen des Herzens Wirklichkeit werden.

Nummerologisch ist 26 eine gerade Zahl, also ein Jahr mit weiblicher Energie.
Die 6 steht für Schönheit und Gerechtigkeit.
Wir werden in die Lage versetzt unsere Gebete Wirklichkeit werden zu lassen. Die Schlüsselfrage heißt also: Sind wir – jeder für sich und die Menschheit im allgemeinen – konzentriert und konsequent genug? Kann ich oder können wir unsere Ziele realisieren, indem wir unsere Intuition nutzen? Können wir unsere Versprechen halten?

Die Quersumme von 2026 ist die 10 und steht für Mut und Kreativität.

Sie ist eine potenzierte 1, denn durch die Null wird die Einzerqualität verstärkt oder verringert, je nachdem wie mutig ich bin. Die Schlüsselfrage lautet als hier: Habe ich den Mut mutig zu sein. Lasse ich meine Kreativität zu oder ziehe ich mich vollständig zurück?



2026 ist im chinesischen Horoskop eine Feuerpferd. Bringt also auch hier Feuer und Leidenschaft sowie Mut und den Drang nach Veränderung mit sich.

Wie immer bleibt es spannend für uns. Wie sich das Weltpolitische auswirken wird, werden wir erleben.

Wie verbringen wir den Übergang vom alten ins neue Jahr?

Die Zeit zwischen den Jahren, die Rauhnächte habe ich viele Jahre auch gerne mit euch geteilt. Die Zeit ist gespickt mit der Sehnsucht nach Erholung und neuen Impulsen.

Lehne dich doch mal zurück, lass dich inspirieren und beame dich an den Ort deiner Träume.

Vielleicht zu einen meiner Retreats nach Spanien. Wann wenn nicht jetzt, wo es doch heißt, dass wir uns unser Träume erfüllen können.

Wir, meine Freunde und ich werden die Silvester-Nacht in der Wüste verbringen. Hoffentlich mit einem fantastischen Sternenhimmel und einem wärmenden Lagerfeuer. Denn in der Wüste ist es nachts sehr kalt, vor allem im Dezember.

 

Meine T-Wont-Liste für 2026

ich werde:

  1. eine wundervolle Reise durch Marokko erleben

  2. zum Dalai Lama nach Indien reisen

  3. 5 Kg abnehmen

  4. Inspirierende, bewegte Yogastunden unterrichten

  5. fließend spanisch sprechen

  6. mehr Singen und meine Rhythmusgefühl steigern.

  7. mich im spanischen Tanz und Kastagnetten-Spiel verbessern.

  8. Newsletter ausbauen möchtest du meinen Newsletter abonnieren?

  9. wunderbare Wanderungen machen

  10. mich mit den Menschen umgeben, die mir am Herzen liegen.

  11. zwei herrliche Retreats veranstalten

  12. Zum Yogafestival nach Frankreich fahren

  13. das Leben genießen

Mein Motto für 26 lautet:
„Man muss mit allem rechnen – auch mit dem Guten!“