immer positiv bleiben ist meine Devise. Deshalb habe ich auch einen Telegram-Kanal, der „positive Gedanken“ heißt. Doch manchmal fällt es sogar mir schwer.
Kein Strom
Frust statt Spaß beim Wandern
Nicht mehr kompatibel
Eine kalte Dusche
Kein Holz vor der Hütte
Eine Schraube locker

Kein Strom mehr im Haus
Noch in Marokko schrieb mir meine liebe Nachbarin, die sich um Katze, Haus und Pflanzen kümmerte, dass der Strom in meinem Haus ausgefallen sei. Nun konnte ich nicht einfach den Elektriker anrufen, denn ich hatte kein Netz in Marokko oder wenn, zu horrenden Preisen. Zum Glück fand ich eine Website und eine Email-Adresse von ihm. Ich hatte gar nicht zu hoffen gewagt, dass der Dorfelektriker über eine Website verfügt und … er meine Mail las! Er war so nett und kam noch schnell und löste provisorisch das Problem, bevor ich aus dem Urlaub zurück war. Die endgültige Lösung scheint eine größere zu sein. Er kommt nochmal wieder mit mehr Zeit, aber ich war so froh, als ich nach Haus kam, hatte ich Strom.
Frust statt Spaß beim Wandern
In Marokko hatte es viel geregnet und so wollte ich bevor auch hier die nächste Schlechtwetter-front kam, eine Wanderung mit Freunden unternehmen. Dafür haben wir eine WhatsApp-Gruppe. Hier schreibe ich rein, wann und wo ich wandern möchte, beschreibe kurz die Rute, die Schwierigkeiten, die Höhenmeter und die Länge der Wanderung und wer Lust hat und es sich zutraut, kann mitgehen. Denn ich kenne viel wunderschöne Routen. Es gab allerdings in den letzten Jahren immer wieder Beschwerden, ich hätte leicht oder moderat geschrieben und dann war es doch herausfordernder als gedacht. Nun, wir leben im Gebirge. Hier geht es immer rauf und runter, aber aus diesem Grunde versuch ich die Wanderungen noch besser zu beschreiben. Manchmal erinnere ich mich auch nicht mehr so gut an die Wege, da ich sie ja nicht ständig laufe und zu Wanderungen einlade, die ich schon jahrelang nicht mehr gelaufen bin. Oft greife ich deshalb auf den Wanderführer zurück, in dem die Wanderungen in schwarz, rot und blau unterteilt sind, ähnlich wie bei Skipisten. Meine Wanderungen sind meistens rot. Schwarz ist auch für mich schwer und blau ist mir zu langweilig.
Unsere erste Wanderung in diesem Jahr führte uns auf die Bernia. Es handelt sich um eine Höhenwanderung, denn wir fuhren mit dem Auto hoch und wanderten vom Parkplatz aus auf einem wunderbaren, moderaten Waldweg, der sich parallel zur Küste entlang des Berges zieht. Dieser Wanderweg ist eine einfache Wanderung mit einer herrlichen Aussicht. Nach etwa einer Stunde mündet der Weg und geht weiter über in einen steil nach oben führenden Trampelpfad. Später gingen wir über mehrere Geröllfelder, durch Steinmännchen und Pfeilen gekennzeichnet, weiter hoch, bis zu einer spektakulären Höhle. Durch sie kann man krabbeln und auf der anderen Seite des Berges weiter wandern. Wir haben hier mit dieser unglaublichen Aussicht gepicknickt.
Wir sind zu sechst aufgebrochen. Doch einer der Teilnehmer konnte schon auf dem moderaten Waldweg nicht mit uns Schritt halten, obwohl wir für meine Verhältnisse, sehr langsam gelaufen sind. Denn wir passten uns den beiden Frauen an, die auch nicht in meinem Tempo wanderten. Am Ende des Waldweges haben wir eine längere Pause gemacht, um auf die Nachzügler zu warten. Sie kamen nicht, uns wurde kalt, so haben wir uns an den Aufstieg gemacht. Der ältere Mann war zum Glück in Begleitung einer jungen Frau. Ich machte mir keine Sorgen um ihn. Natürlich bin ich davon ausgegangen, dass er selber merkt, was gut für ihn ist und dass er mit der Gruppe nicht mithalten könne. Wenn der Waldweg schon zu anstrengend für ihn war, hätte er sich gar nicht auf den Aufstieg begeben sollen. Es war doch klar, dass er es nicht schaffen würde. Ich witzelte noch, dass ich wohl die Bergwacht benachrichtigen müsse, wenn er es versucht.
Wir vier Frauen sind langsam aufgestiegen, denn eine der Teilnehmerinnen konnte schwer bergauf laufen, aufgrund untrainierter Oberschenkelmuskulatur. Ich habe sie an die Hand genommen und den Berg hinaufgezogen.
Wie beschrieben, genossen wir oben die Aussicht im Sonnenschein, während die Freundin des zurückgebliebenen Mannes mit ihm telefonierte. Er hatte sich tatsächlich, in seinem Zustand, total untrainiert und mit einem Herzschrittmacher an den Anstieg gemacht. Er ist wohl ein paar mal gefallen, angeblich auch in eine Schlucht. Er empfand den Weg sehr gefährlich und war total wütend auf mich. Zum Glück ist er dann doch wieder umgekehrt und den selben Weg zurück gelaufen. Ich war beruhigt, dass er so einsichtig war und er hatte eine junge Frau an seiner Seite.
Nach der Pause haben wir uns dann zu viert an den Abstieg gemacht. Nach einer Stunde kamen wir wieder am Parkplatz an. Insgesamt waren wir 4 Stunden unterwegs inklusive der zwei Pausen. Da wir Kaffeedurst hatten, sind wir ins Dorf gefahren, um dort einzukehren. Erst eine Stunde später, traf der verloren gegangene Freund im Dorf ein. Er hat mich beschimpft, mich als unverantwortlich hingestellt und will nichts mehr mit mir zu tun haben. Ich habe es mir mit ihm wohl verscherzt.
Ich war geschockt von seinen harten Worten. Außerdem fühle ich mich überhaupt für niemanden verantwortlich. Einen so großen und schweren Mann hätte ich auch nicht hinter mir her ziehen können und schon gar nicht aus einer Schlucht bergen. Meine Stimmung war tagelang ziemlich am Boden. Ich bin überhaupt nicht mehr gewohnt, beschimpft zu werden und wusste nicht, wie ich damit umgehe sollte. Sollte ich überhaupt noch Freunden anbieten, mich auf meinen Wanderungen zu begleiten?
Er hatte mir kurz den Spaß an meinem Hobby genommen. Inzwischen bin ich soweit, dass ich sage er wollte mich für seine Unfähigkeit verantwortlich machen und seinen Frust auf mich abwälzen.
Zukünftig schreibe ich, dass jeder selber für sich verantwortlich ist. Es ist mein Hobby, nicht mein Job!

Nicht mehr kompatibel
Ich habe einen neuen Laptop. Eigentlich sollte ich mich freuen. Er ist schneller und ich weiß nicht, was er noch besser kann. Ich kenne mich nicht aus. Mein Bruder hatte ihn für mich netterweise Open Office und als Mailprogramm Thunderbird eingerichtet. Das Mailprogramm meldet immer Fehler, Serienbriefe kann man nicht mehr schreiben, also keinen Newsletter! Im Dezember hatte ich noch einen Artikel für das Yoga-Journal, über die Zuversicht geschrieben. Doch die Redaktion konnte es nicht öffnen, weil es im falschen Format war. Im Januar kam mein Buch vom Verlag zur Korrektur. Auch dieses konnte ich nicht öffnen und mit Open Office nur schwer bearbeiten. Das richtige Word-Programm hatte ich zwar gekauft, aber der einzige Mann, den ich kenne, der es mir installieren könnte, lag mit einer Grippe im Bett. Ich war verzweifelt und quälte mich an meinem Laptop, bis ich total verspannt war. Nächste Woche kommt mein Retter endlich und wird mir alles wieder einrichten, wie ich es gewohnt bin! Dann bin ich auch wieder kompatibel mit dem Verlag und kann einen Newsletter schreiben. Ich freue mich so!
Eine kalte Dusche
Anfang Januar wurde es richtig kalt hier in Spanien. Es regnete und ein eisiger Sturm fegte über das Land. Erneut fiel meine Heizung aus. Sie machte einen enormen Lärm und qualmte. Ich hatte Angst und stellte sie ab. Mein Haus hat den Luxus einer Ölheizung. Niemand hat in Spanien eine Zentralheizung und schon gar nicht ein Ölheizung. Hier hat man Klimaanlagen, die im Winter auf warm und im Sommer auf kalt gestellt werden. Somit fand ich auch keinen Heizungsmonteur. Nach unzähligen Gesprächen in einer Fremdsprache, mit Wörtern, die ich auch auf Deutsch nicht kenne, meinte ein Klempner, dass die Heizung verrußt sei und ich sollte einen Schornsteinfeger anrufen. Genauso etwas Unübliches in Spanien. Als ich vor eineinhalb Jahren das Haus kaufte und den langen Schornstein des Kaminofens im Wohnzimmer sah, fragte ich die Vorbesitzer nach einem Schornsteinfeger. Die haben mich angesehen, als wenn ich von einem anderen Planeten käme. „Wieso das denn, der ist doch erst 12 Jahre alt“ „Ach so!“
Nach einer langen Suche, bin ich fündig geworden. Der Schornsteinfeger kam mit einem Staubsauger, hat viel Lärm gemacht, aber die Heizung zeigte keine Reaktion. Ich war frustriert, fühlte mich unfähig, wusste nicht was ich tun sollte und fror. Duschen fiel auch aus, denn ich hatte auch kein heißes Wasser, weil das auch über die Heizung läuft. Zum Glück habe ich hier liebe Freundinnen, bei denen ich ab und an duschen konnte, zumindest zum Haare waschen, habe ich es getan. Kalt duschen soll ja auch gut für das Immunsystem sein.
Doch immer, wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her! (Rilke)
Beiläufig erzählte ich mein Fiasko einer Freundin aus Deutschland, die hier gerade mit ihrem Mann Urlaub machte. Und dieser geniale Ehemann wusste Rat. Er kam am nächsten Tag, brachte noch einen Freund mit (beides Fernmeldetechniker). Beide fummelten sehr lange an meiner Heizung herum, nahmen sie auseinander, reinigten sie, tauschten noch eine Düse aus und oh Wunder sie läuft! Ich konnte es kaum glauben und tanzte durch mein Haus und nahm eine heiße Dusche im eigenen Haus – was für ein Luxus!
„Warum könnt ihr das“ war meine verwunderte Frage, wo doch hier jeder Klempner abgewunken hatte. „Weil wir Männer sind!“ kam prompt die Antwort. Ach so, es liegt am Penis. Aber da scheint es auch Unterschiede zu geben, dachte ich mir. Hat es mit der Größe zu tun? Diese Frage bleibt wohl unbeantwortet.
Kein Holz vor der Hütte
Wenn die Heizung nicht geht, ist es besonders doof, wenn man auch mit dem Ofen nicht heizen kann. Holz hatte ich zwar reichlich, aber viel zu große Stücke für meinen Holzofen. Zu groß ist wie keines! Reden hilft! Ich schilderte das Problem meiner Nachbarin und sie schickte mir einen Mann mit einer elektrischen Säge. Er hat mir mein Holz in kleinere Stücke geschnitten und ordentlich gestapelt. Ich wäre auch ihm am liebsten um den Hals gefallen. Was hatte ich doch nur für ein Glück.
Eine Schraube locker
Jeden Januar gehe ich zur Zahnreinigung. So auch in diesem Jahr. Gleich wurde festgestellt dass ein Zahn wackelt. Zum Glück war es nur die Schraube meines Implantates. Die wurde nun erneuert und wieder festgeschraubt. Ich kann wieder essen!
Alles ist bestens! Ich bin so dankbar, dass der Januar hinter mir liegt. Welche kosmischen Störungen lagen da wohl vor?
Doch bleibt die Erkenntnis: Ohne Männer geht es nicht!