Eine märchenhafte Reise durch Marokko

Sonnenuntergang in Marrakesch

ich hatte mir 1001 Nacht gewünscht,

Kultur, Sultans, Wüste und Berge und habe alles bekommen!

Voller Dankbarkeit bin ich wieder in Spanien gelandet. Es fiel mir schwer mich von meinem letzten Zimmer zu verabschieden. Unser Riad lag inmitten der Medina von Marrakesch. Draußen tobte das Leben und kaum schloss sich die massive Tür des Riads hinter mir, befand ich mich in einer Oase der Ruhe und Entspannung mit märchenhaften Flair.

Marrakesch

Wir brachen auf von Marrakesch. Zu dritt aus Alicante. Unsere vierte Mitreisende sollte später dazu kommen. Ahmed, mein Partner für individuelle Marokko-Reisen holte uns vom Flughafen ab.

Marrakesch war die erste Königsstadt Marokkos und wurde von einer Berber-Dynastie gegründet. Heute ist sie eine Großstadt am Rande des Atlas-Gebirges mit einer modernen Neustadt sowie einer wunderschönen Altstadt. Die Häuser leuchten rot in der Sonne und keines hat mehr als fünf Stockwerke. Mich hat die liberale und moderne Struktur der Stadt überrascht. Großzügige Avenues und ein unglaublicher Verkehr, aber fließender und gelassener als in jeder europäischen Metropole. Die Stadt ist multikulturell und ein internationaler Treffpunkt für viele unterschiedliche Events, Kongresse und Begegnungen. Mit unserer Ankunft gerieten wir ins Fußballfieber der Marokkaner, denn es finden gerade die Afrikanische Meisterschaften statt. Die Marokkaner sind Fußballbegeistert wie die Deutschen.

Am nächsten Morgen zeigte uns ein sehr sympathischer Stadtführer die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie die Koutoubia Moschee (das Gegenstück in Sevilla wurde von der selben Dynastie gebaut). Interessant ist, das die Minarette der marokkanischen Moscheen viereckig und nicht rund wie in anderen islamischen Ländern sind. Auch haben wir die älteste Hochschule von Marrakesch „Medersa Ben Youssef“ mit einer unglaublich schönen Architektur, mitten in der Medina besichtigt. Wir durchstreiften die quirligen Souks und fühlten uns ins Mittelalter versetzt, als wir die Handwerker sahen und die betörenden Düfte einatmeten.


Unsere Rundreise führte uns am folgenden Tag zunächst über eine gut ausgebaute Autobahn (ca. 320 km) nach

die Moschee von Casablanca

Casablanca

Ja, tatsächlich die riesige, moderne Stadt macht ihren Namen alle Ehre. Die Häuser sind weiß. Eigentlich wollte ich sie aussparen, aber Ahmed meinte, es wäre gut sie auf dem Weg nach Rabat zu besuchen. Vor allem wegen der berühmten Moschee Hassan II, die einzige in Marokko, die wir als Nicht-Muslime betreten dürfen. Es ist tatsächlich ein sehr imposantes Gebäude, dass erst vor ca. 10 Jahren fertig gestellt wurde. 80.000 Gläubige können hier zur selben Zeit beten. Und die Moslems benötigen Platz für ihr Gebets-Yoga. Zur Moschee führt eine lange Promenade am Atlantik entlang. Mir scheint baden im Ozean ist hier nicht möglich, denn es gibt an der Küste entlang überall Pools oder Strände von Mauern umgeben. Der Boulevard sieht mehr aus wie eine Befestigungsanlage. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Marokkaner nicht schwimmen können. Dieses Fernomen ist mir in Indien auch schon begegnet.

Rick`s Café aus dem Film „Casablanca“ gab es bis vor ein paar Jahren gar nicht. Doch eine Amerikanerin hat es nachgebaut und heute muss man lange vorher einen Tisch reservieren, um dort Einlass zu bekommen.

Rabat

Im Regen kammen wir in der heutigen Hauptstadt Marokkos an. Sie hat sich zu einer sehr modernen, ebenfalls weißen Metropole am Atlantik entwickelt. Ein breiter Fluss, der Bou Regreg trennt Rabat von seiner Schwesternstadt Salè. Die Brücke, die beide Städte verbindet, ist relativ neu. Auch hier trifft das Alte auf das Moderne. Die Französischen Kolonialbauten sind an den großen Hauptstraßen nicht zu übersehen. Daher fühlt man sich im Straßencafé fast wie in Paris.

Die Stadtbesichtigung führt uns am Mausoleum von Mohamed V. und dem Hassanturm, das Wahrzeichen der Stadt vorbei. Daneben steht das unvollendete Projekt eines Almohaden-Sultans, mit einem Minarett sowie Ruinenresten und einem Säulenwald. Er wollte die zweitgrößte Moschee der Welt bauen, ist aber vorher verstorben. Von hier haben wir einen herrlichen Blick auf die Stadt. Auch in Rabat gibt es eine gut erhaltene Medina mit kleinen Gässchen und mediterran anmutenden Häusern. Mitten in der Altstadt wurden wir in einem sehr märchenhaften Riad untergebracht.

Hier verbrachten wir auch den „Heiligen Abend“ und wurden von der Familie, der das Riad gehört, sehr gut bekocht. Obwohl die marokkanische Küche sehr fleischlastig ist, haben sie uns immer wieder mit vegetarischen Köstlichkeiten überrascht. Ich denke es war eine Herausforderung für sie Vegetarier im Hause zu haben. Auf alle Fälle sind die Marokkaner sehr gastfreundlich.

Am 25. Dezember folgen wir der Autobahn nach Tanger, um dort mittags Sonja vom Flughafen abzuholen. Nun fuhren wir zu fünft weiter nach


Chefchaouen 
in die blaue Stadt. Der Name bedeutet „zwei Hörner“ und ist nach den zwei Bergspitzen des Rif-Gebirges benannt, die von der Stadt aus zu sehen sind. Das Städtchen erinnerte mich an Altea, nur eben blau angestrichen. Sogar die Straßennamen sind auf arabisch und spanisch geschrieben. Es hat total viel Spaß gemacht durch die Gasen zu streifen und sich all die Herrlichkeiten anzuschauen, die angeboten wurden. Von hier kann man auch fantastische Wanderungen durch das Rif-Gebirge tätigen. Sonja und ich sind am letzten Morgen mal kurz auf eine Anhöhe gestiegen, um einen besseren Überblick zu erhalten. In Chefchaouen nächtigten wir ebenfalls in einem Riad. Dieses zeichnetet sich nicht nur durch seinen modernen, arabischen Einrichtungsstil aus, sondern auch für seine überdachte Dachterrasse. Endlich konnten wir morgens gemeinsam yogieren. Alle Riads verfügen über Dachterrassen. Jedoch hatte es tagelang vorher geregnet und der Regen und die Kälte hatte uns davon abgehalten morgens aufs Dach zu steigen.

Ich freue mich für Marokko über den Regen. Denn hier war alles sehr, sehr trocken nach über 8 Jahren ohne Regen!

 

Treppe in Chefchaouen

Die nur knapp 200 km nach Meknès über eine kurvige Landstraßen waren für mich sehr anstrengend. Bei besseren Wetter wäre die Fahrt bestimmt angenehmer, denn sie führt durch eine sehr ansprechende Landschaft, die Ausläufer des Rifgebirges.

Meknès
liegt auf einer fruchtbaren Hochebene und wurde von dem berüchtigten Sultan Moulay Ismail zur Königsstadt erhoben. Er war auch der einzige Sultan, der hier lebte. Er scheint, dass er nicht wirklich beliebt gewesen war, zu mindestens war er ängstlich, denn er baute sich eine eigenen kleine Stadt mit 3 Mauern und prunkvollen Stadttoren, neben der Medina. Er lebte zur Zeit des Sonnenkönigs und war erpicht darauf, sich mit den Europäern zu verbünden, deshalb wollte er gerne eine französische Prinzessin heiraten. Da er aber polygam lebte und die Franzosen das nicht schätzten, schenkte sie ihm zwei Standuhren, die nun neben seinem Grab stehen.

Fès
liegt nur 50 km weit entfernt. Für mich ist diese, die wahre Königsstadt, was sie ja auch über Jahrhunderte war. Hier befindet sich die älteste Universität der Welt, übrigens von einer Frau gegründet. In der größten Medina Marokkos mit seinen über 900 Gassen kann man sich schnell verlaufen, auch Einheimische. Es gibt viel Sehenswertes, Historisches, Spirituelles und immer wieder die farbenprächtigen Souks, die Händler- und Handwerkergassen der Kupferschmiede, Gerber, Schneider und Töpfer und auch noch ein andalusisches Viertel.

Unsere Rundreise führte uns weiter über den mittleren Atlas, ein mittelhohes Gebirge mit Eichen- und Zedernwäldern, Wasserquellen und Hochebenen, wo die Nomaden mit ihren Herden anzutreffen sind. Wir überquerten den Zad Pass (2.000 m) und das Ziz-Valley, ein bizarrer Canyon gesäumt von einem Meer aus Dattelpalmen. Es war eine lange aber abwechslungsreiche Fahrt. Gegen Abend erreichten wir dann endlich das Tor zur Wüste, Merzouga.

Merzouga
ist umgeben von den rot, goldenen Dünen der Wüste, des Erg Chebbi. Wir bezogen unsere Zimmer in einer Burg, Kasbah genannt. Nicht nur das eindrucksvolle Gebäude und der stimmungsvolle Sonnenuntergang hat uns verzaubert, sondern auch die zur Familie gehörenden jungen Männer in traditioneller Kleidung, einer schöner als der Andere! Sie servierten uns sehr zuvorkommend und charmant das Abendessen, ein Tahin.

 

Am nächsten Morgen, an meinem Geburtstag, fanden wir auch in diesem Haus ein guten Platz für unser morgendliches Yoga und erlebten einen, in sanften Gold getauchten, strahlenden Sonnenaufgang auf dem Dach der Kasbah.

Das Wüstencamp
Nach dem Frühstück wurde es spannend, denn nun sollte es auf Dromedaren weiter gehen zum Wüstencamp. Die Tiere warteten schon vor der Tür auf uns. Ich, als Wüsten-Erfahrene, weiß das Reiten nichts für mich ist und schon gar nicht auf Kamelen. Daher wanderte ich neben meinen Mitreisenden. Ich liebe es durch die Wüste zu laufen, am liebsten barfuß. Inzwischen war es zwar sonnig, aber der Sand war doch recht kühl. Immerhin war es der 30. Dezember. Die Wanderung dauerte gut 2 Stunden.

Die Camps liegen am Rande der Sanddünen und dem Beginn der Steinwüste, die sich ins Endlose zieht. Irgendwo das draußen befindet sich die Grenze zu Algerien.

So ein Wüstencamp ist natürlich etwas ganz anderes, als wenn man, wie ich vor ein paar Jahren, mit den Beduinen durch die Wüste zieht, Feuerholz sammelt, auf dem Feuer kocht und unter freiem Himmel nächtigt.

Jedoch es bietet Komfort. Zelte mit Badezimmer, fließend Wasser, Strom und sogar Wifi. Auch ein beheiztes Restaurant ist vorhanden und Liegestühle zum relaxen.

Der Wüstenfunk hatte auch geklappt – mir wurde eine Torte mit Kerzen serviert und alle sangen „Happy Birthday“. Ich war gerührt und voller Dankbarkeit über alle Gaben. Mit all dem hatte ich nun gar nicht gerechnet. Glaubte ich doch, die Feiertage einfach ausfallen lassen zu können.

Bedingt durch den Vollmond und den modernen Komfort sahen wir leider keinen großartigen Sternenhimmel. Bei meiner nächsten Reise achte ich darauf, dass wir während des Neumonds in der Wüste sein werden. Ich liebe es in die Sterne zu schauen. Wir hatten einen fantastischen Sternenhimmel auf Finca la Higuera, der für mich nun verloren ist. In den unbeheizten Zelten war es nachts bitter kalt, so wie draußen, doch gefroren haben wir nicht, Dank der sehr warmen und schwerere Decken. Nachts pinkeln gehen sollte man sich verkneifen. Der moderne Komfort hat noch einen weiteren Nachteil. Ich konnte wegen des Dröhnen des Strom-Generators nur wenig schlafen. Leider bin ich sehr geräuschempfindlich und in der Wüste suche ich die Stille.

Am letzten Tag des Jahres machten wir eine wunderbare Wanderung durch die Steinwüste. Sie ist enorm, weit, endlos und eben, von weitem schien sie langweilig, doch dann war ich total überrascht, wie schön und angenehm das Wandern in ihr war. Ich hätte noch Stunden weiter laufen können. Doch das Mittagessen rief. Wir wurden überall königlich bedient und bekocht. Selbst in der Wüste.

Am Abend war der magische Moment, als wir den Sonnenuntergang auf der höchsten Düne erlebten. Über eine Stunde hatten wir für den Anstieg gebraucht. Eine sagenhafte Atmosphäre und Wüstenlandschaf lag uns zu Füßen. Wir meditierten und genossen das Farbenspiel im Abendlicht und wanderten im Mondschein zurück zum Lager. Nach dem Abendessen spielten wir Karten, um uns die Zeit bis Mitternacht zu vertreiben.
Marokko ist ein islamisches Land. Hier hat kaum ein Haus die Lizenz Alkohol zu verkaufen. Ein Glück dachte ich, denn diese alkoholisierten Leute am Silvesterabend mochte ich nie. So war ich doch sehr überrascht, als die anderen Camp-Gäste sich kurz vor Mitternacht mit allerhand mitgebrachten Alkoholflaschen am Lagerfeuer einfanden. Vom Camp waren Musiker engagiert, die ein wenig trommelten, um die Gäste zu unterhalten und diese tanzten, kaum zu glauben, Polonaise. Ich als gebürtige Norddeutsche konnte nie etwas mit dieser Art von Fröhlichkeit anfangen. Ich sehnte mich zurück auf die Düne, aber dafür war es ja jetzt zu spät und zu kalt. Das Lagerfeuer wärmte uns zumindest ein wenig auf. Auch wenn ich gerade vor diesem Tanz-Alkohol-Polonaise-Szenarium fliehen wollte, verstehe ich, dass die Betreiber des Wüstencamps ihren Gästen etwas vertrautes bieten wollten. Trotz allem war es schön, wieder in der Wüste zu sein und es war nicht das letzte Mal! Nur, nie wieder Silvester.

 

Am 1. Januar wurden wir von einem Jeep abgeholt und durchquerten die Wüste in einer wilden Fahrt zurück nach Merzouga. Von hier starteten wir nun wieder in „unserem“ Auto eine 5 stündigen Fahrt durch weite Ebenen, Wüstenplateaus vorbei an Oasen und durch mehrere kleine Städtchen.

Wir hielten vor der Todra-Schlucht und liefen weiter zu Fuß. Es war ein eindrucksvolles Naturschauspiel, denn ihre teils überhängenden Felswände ragen an der schmalsten Stelle mehrere hundert Meter in die Höhe.

Wir genossen die Fahrt auf der berühmten „Straße der 1000 Kasbahs“, am Ufer des Dadés entlang, vorbei an bizarren roten Felsformationen bis wir das Dadés-Tal erreichten.

Dadés-Tal
Wieder übernachteten wir in einer Kasbah (Burg). Diese war so wunderschön, dass mir wirklich königlich zu mute wurde. Das Essen kam jeder französischen Gourmet Küche gleich und Mustafa, der Burgherr sah aus wie ein Sultan. Er trug immer Turban in den Farben seiner bunten Mäntel.

Hier konnten wir unser morgendliches Yoga wieder aufnehmen, wenn auch nicht auf dem Dach, dazu war es auch hier zu kalt, aber die Zimmer waren fürstlich groß.

Am nächsten morgen erwanderten wir die Oase und unternahmen eine kleine Bergwanderung, auf der wir an bizarre Felsformationen, in vielen Farben leuchtend vorbei wanderten und immer wieder wunderschöne Aussichtspunkte erklommen. Schluchten und immer wieder Ruinen von Kasbahs verzauberten unseren Blick. Das Wetter meinte es gut mit uns. Es war eine wundervolle Wanderung und Labsal für Körper und Seele.

Nach der Wanderung waren wir zu Gast bei einer Berberfamilie. Wir aßen wieder einmal die traditionelle marokkanische Suppe, Linsen und Tahin.

Rückfahrt über den Atlas
Eigentlich hatten wir vor, am darauf folgenden Tag noch weiter bis Ast Ben Handout zu fahren, da es aber wieder begann in Strömen zu regnen, beeilten wir uns über den Pass zu kommen, bevor er gesperrt würde. Denn oben schneite es.
Je höher wir kamen desto kälter wurde es und der Regen wurde zu Schnee. Die Dörfer im Gebirge wirkten wie Dörfer im Skigebieten. Nur die Orangenverkäufer und bunten Geschäfte passten nicht zum Bild.
Der Schnee wurde immer tiefer und heftiger. Auf dem Pass in 2260 m Höhe war kaum noch etwas zu erkennen und es war bitterkalt und sehr windig. Ich wiederholte im Kopf immer mein Schutz-Mantra, da mich die Straßenverhältnisse doch ein wenig ängstigten. Wir hatten mit Ahmed einen wirklich erfahrenen und guten Fahrer, dem ich sehr vertraute. Trotzdem war ich froh, als es wieder bergab ging und wir langsam ins Grüne kamen.

Spät Nachmittag erreichten wir Marrakesch im Sonnenschein.
Abends macht es Spaß, in das pulsierende Leben am großen Platz, dem „Jemaa el Fna“ einzutauchen, auf dem ein wildes Treiben mit Gauklern, Schlangenbeschwörern, Glücksspiel, Wahrsagerinnen, Künstlerinnen und Musikern sowie Garküchen herrscht.

Doch nach den viel Erlebnissen und der abwechslungsreichen Reise mit so vielen Eindrücken, war ich froh wieder ein schönes geschmackvolles Zimmer in dem Riad in der Altstadt zu beziehen, um mich zu relaxen und die Reise Revue passieren zu lassen.

Resümee

Ich komme wieder!
Im Frühjahr 2027
werden ich erneute eine Reise nach Marokko für maximal fünf Mitreisende anbieten.
Wir werden uns von Marrakesch
verzücken lassen, die Straße der 1000 Kasbahs sehen, im Atlasgebirge wandern, uns von der Wildnis und der Natur verzaubern lassen, grüne Oasen erkunden und danach in die Wüstenlandschaft eintauchen, Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge erleben, dabei unserer Seele ganz nah im morgendlichen Yoga und in der stillen Meditation kommen.

Unter Yoga-Reisen werde ich es schon sehr bald hier ausschreiben: 
https://ines-tej-in-motion.eu/1001-Nacht-in-Marokko

Falls du selber etwas organisieren möchtest, gebe ich dir gerne die Adresse meines Partners und Reiseleiters in Marokko. Ahmed stellt dir individuell alles so zusammen, wie du es dir wünscht. Für ein ultimatives „1001 Nacht Erlebnis“.

The top of germany

Meine Reise in die Sommerfrische war sehr erquickend und es war eine Reise der Superlative!

„The Top of Germany

Ich war in Ihringen am Kaiserstuhl, dem wärmsten Ort Deutschland, dann in der südlichsten Stadt, in Freiburg. Bei wunderbarem Wetter habe ich ganz besonders liebgewonnene Menschen getroffen.

Weiter ging die Reise über den größten See Deutschlands, den Bodensee. Im Shop der bekanntesten Kirche, Kloster Birnau habe ich mich mit Räucherutensilien ausgestattet.
Leider regnete es dann am Pilsensee ohne Unterbrechung. Hier wohnt meine „älteste“ Freundin, d.h. wir kennen uns seitdem wir als Babys zusammen ausgefahren wurden. Für uns war das Wetter egal, wir hatten uns so viel zu erzählen!
 

 

Danach verbrachte ich auf der Alm in Italien oberhalb Brixens eine Woche mit lieben Freunden. Es war die pure Erholung mit gemischtem Wetter. Doch es gab genug Sonnenstunden, dass wir wandern konnten und die herrliche Berglandschaft bestaunten. Dabei sammelten wir Pilze und Heidelbeeren. Köstlich! Morgens Yoga und abends Meditation ließ uns ruhig und entspannt werden.

 

 


Mit dem Flixbus ging es weiter nach Garmisch. Hier, gleich unter der Zugspitze, dem höchsten Berg Deutschlands, wohnt eine Herzensfreundin. Wir machten eine wunderbare Wanderung um den höchst gelegenen See Deutschlands dem Eibsee. Nebenbei fährt auch die einzigartigste Seilbahn auf die Zugspitze. „The Top of Germany“ steht dort dran.

Auf dem Weg Richtung Norden fuhr ich über München, die teuerste Stadt Deutschlands und traf mich zu einem Kaffee für 6,20 € mit meiner Freundin. Wir kennen uns aus unseren gemeinsamen Jugendtagen in Hannover und fuhren dann gemeinsam zu ihr in die fränkischen Schweiz. Hier besuchten wir zwei Tage später die Wagner Festspiele, von außen! Noch ein “Top of Germany!”

Irgendwann kam ich dann in Heiligenrode bei meiner Tochter und ihrer kleinen Familie an. Wir genossen die gemeinsamen Tage und machten einen Ausflug nach Helgoland, der am weitesten im Meer gelegenen Insel.

An einen anderen Tag fuhr ich mit einer Freundin nach Hamburg, um uns das Werk von Katharina Grosse anzuschauen. Das war auch super groß und bunt. Es passte also zu meinen Superlativen!  
In Bremen verbrachte ich viel Zeit mit meiner Mutter. Es war schön bei ihr zu sein und Zeit mit ihr zu verbringen, aber eben auch sehr anstrengend.
Außerdem begegnete ich in meiner Heimatstadt lieben Freundinnen, gab eine Yogastunde in meinem „alten“ Verein und verbrachte ein paar Sonnenstunden im „Café Sand“ mit meinen Kindern und Enkeln.

Ausgerechnet am Todestag von Stijn flog ich zurück in meine Wahlheimat. Dabei hatte ich ein ziemlich mulmiges Gefühl. Doch ich bin hier heil und glücklich wieder angekommen!Meine Freundin Sonja hat mich erwartet und mich mit einem lekeren Essen begrüßt. Ich bin ihr sehr dankbar, dass sie sich drei Wochen in der spnischen Hitze um mein Haus, meine Pflanzen und um den frechen Kater gekümmert hat.

Die Sommerferien sind nun zu Ende und ich stecke gerade mitten in anderen emotionalen Herausforderungen. Auch ich benötige manchmal einen neuen Blick, um mich innerlich wieder neu auszurichten. Meine Mitte finden! Sind wir in unserer Mitte, finden wir unser Glück!

Da bin ich nämlich gerade angekommen. Zurück in Spanien in meinem kleinen Bergdorf bei meinem Hund und meiner Katze, die mich freudig begrüßt haben und bin sehr froh wieder Zuhause zu sein.

Hier bin ich nun angekommen in meinem neuen Leben und sollte doch eigentlich super zufrieden sein. Doch nun gilt es mein Leben mit neuen Inhalten zu füllen. Mein Yoga hilft mir dabei sehr!

Und wie geht es dir, Fühlst du auch die unbestimmte Sehnsucht nach mehr?
Warum hast du schon länger dieses unbestimmte Gefühl von: „kommt da noch was, oder war es das schon?“

Dann bist du bei mir genau richtig und wir praktizieren Yoga gemeinsam! Und finden neue Wege!

Donnerstags um 7 h startet wieder das Guten Morgen Yoga.

Sonntags um 10 h findet ja fast rund ums Jahr das beliebte Frühstücksyoga statt.
Du kannst jederzeit einsteigen. 

Und natürlich in jeder Lebenskrise kannst du auch persönliche Kundalini-Yoga-Stunden bei mir buchen.

Falls du noch eine kleine Auszeit brauchst – vom 12. – 19. November 2025 ist bei der Yoga-Verwöhn-Woche ein Zimmer frei geworden!

Oder du Erweckst die Göttin in dir“ im Frühling vom 15. – 22. April 2026.

Etwas ganz Neues

Wir planen eine Urlaubswoche für alle, die Lust haben vom 30.1. – 6.2. 2026
dem dunklen Deutschland zu entfliehen, Sonne tanken und in die asiatischen Bewegungskünste einzutauchen.
Wir, meine Freundin Rosa Rossi und ich bieten euch (Männer sind auch Willkommen) morgens und abends abwechselnd eine Einheit Qigong, Thai Chi, Kundalini-Yoga, Vinyasa Flow und Ying Yoga sowie Meditation an. Alles zum Kennenlernen!

Melde dich gleich, wenn du und vielleicht mit deinem Partner dazu Lust hast.
Die Ausschreibung folgt.

Wenn nicht gerade Retreats im Teotihuacan stattfinden, biete ich hier jeden Mittwoch um 10.30 h wieder eine Yogaeinheit in der Jurte an.

Der Winter scheint gut gefüllt und meine Marokkoreise findet ja auch noch statt. Die ist aber schon ausgebucht! Vielleicht noch einmal im nächsten Jahr!

Komme gut durch den Herbst mit dem schönen Licht und voller Liebe!

Bis bald auf der Matte

Deine 

Ines Tej Krishan

 

 

Ich war in Indien

Indien hat mich überrascht, war nervenaufreibend, wunderschön, sinnlich, spirituell, freundlich, abwechslungsreich, spannend, meditativ, heiß und laut.

Schon in der Antike galt Indien als Wunderland: Handel mit Gewürzen, Perlen, Diamanten, Elfenbein, Schildpatt und Duftölen machte den Subkontinent bereits im alten Rom bekannt. Auch Alexander der Große ist bis ins heutige Indien vorgedrungen. Und nicht zu vergessen sind Marco Polos Erzählungen und dann die Entdeckung des Seewegs (um das Kap der Guten Hoffnung) von den Portugiesen im Mittelalter. Seitdem ist das Land im Bewusstsein der „westlichen Welt“.

 Ich besuchte neun Städte/Orte in sechs verschieden Bundesstaten (es gibt mehr als 20), die fast immer eine eigene Sprache und Schriftbild haben.

  1. New Delhi / Delhi

Wir, eine wunderbare Gruppe Yogalehrer mit Freunden, trafen uns in Delhi. Es war die richtige Entscheidung eine Gruppenreise mit Yogalehrern zu buchen. Wir genossen die gemeinsamen Yogastunden, dass wir mal angeleitet wurden und nur in uns hineinfühlen konnten. Auch der Austausch ist immer bereichernd.  Wir, eine wunderbare Gruppe Yogalehrer mit Freunden, trafen uns in Delhi. Es war die richtige Entscheidung eine Gruppenreise mit Yogalehrern zu buchen. Wir genossen die gemeinsamen Yogastunden, dass wir mal angeleitet wurden und nur in uns hineinfühlen konnten. Auch der Austausch ist immer bereichernd.  

Von Delhi hatte ich vorher nichts Gutes gehört. Alle sagten, es wäre schrecklich und sie wollten nur schnell wieder weg. So hat es mich sehr überrascht, wie schön New Delhi ist. Enorm großflächig und grün. Bäume, Pflanzen, Kühe, Affen, Hunde und alle sehen gesund aus. 
Die Autos fahren zum größten Teil mit Gas. Selbst uralte LKW`s und die berühmten Tuk-tuks fahren mit Gas und alle wild durcheinander. Der Verkehr ist unglaublich. Ein irrsinniges Gewusel ohne jegliche Ordnung. Oder liegt die Ordnung im Chaos.

Wir haben am ersten Abend Yoga im Park praktiziert. Auch Inder haben ich in Parks und auf den Grünflächen, mitten auf den Kreiseln Kopfstand machen sehen.

Das indische Essen habe ich schon immer gemocht. Und von Bettlern wurden wir kaum belästigt. Nicht mehr als woanders.

Wir haben die Gurdwara von Delhi, einen Hindutempel und eine christliche Kirche besucht. Ich war erstaunt über das rege religiöse Leben der Inder, die es in ihren Alltag integrieren. Das Christentum zumindest in Deutschland wird doch gar nicht mehr gelebt.
Als Christ wird sich nur bekannt, weil man Angst davor hat, dass andere Kulturen Überhand nehmen, aber nicht, wegen der eigenen religiösen Kultur.

Auch die Inder sagten mir, dass Hindu-Paare durchschnittlich ein bis zwei Kinder hätten, aber die Moslems mehr bekommen würden und somit der prozentuelle Anteil der moslemischen Bevölkerung jedes Jahr steigt, was die Hindus beängstigt.

Natürlich haben wir das ewige Feuer für Gandhi besucht und am Abend eine außergewöhnliche Lichtershow gesehen. Ihr könnt mir glauben, wegen meines früheren langjährigen Jobs, bin ich von Shows verwöhnt. Doch diese war phänomenal!

Ich wäre gern noch geblieben und hätte mir die anderen Stadtteile angesehen aber wir zogen weiter.

Angekommen in Delhi

2. Amritsar in Punjab

Die Reise war vom Kundalini-Yoga-Verband, 3HO ausgeschrieben und so ist für uns ein Besuch des goldenen Tempels von Amritsar obligatorisch. Das Kundalini-Yoga kommt aus dem Sikhismus. Wir verbinden uns mit unserem Eingangsmantra ONG NAMO GURU DEV NAMO mit der goldenen Kette der zehn Sikh-Gurus. Die Sikhs haben nur einen Gott. Markenzeichen ist ihr Vollbart und ein bunter Turban. Sie sind auch in Indien eine Minderheit.

Ich wusste, dass der Tempel schön ist, wieviel tausend Bilder hatte ich von ihm gesehen. Doch die Bilder waren nichts im Vergleich zur Wirklichkeit. Ich war so berührt und beeindruckt, er ist unbeschreiblich. Er steht mitten in einem künstlich angelegten, glitzernden See. Der goldene Tempel ist das höchste Heiligtum, das Mekka der Sikhs.
Er wurde vom fünften Guru Arjun Dev ca. 1600 erbaut. Nach dem zehnten Guru folgte eine heilige Schrift, Siri Guru Granth Sahib. Es ist der letzte und ewige Guru der Sikhs. Er wurde 1708 als Guru eingeweiht.

Aus dem heiligen Buch wird am Tage im Tempel zitiert und abends wird es in einer Zeremonie, außerhalb des Tempels, zu Bett gebracht.

Drei Tage haben wir hier mehr oder weniger in der Umgebung des Tempels verbracht. Dort in der Langer-Halle zusammen mit tausenden von Sikhs gegessen. Dann selbstverständlich auch Seva (selbstloses Dienen) gemacht. Ich wusch mit den indischen Frauen die Teller. Sie waren gar nicht mit mir zufrieden. Die Metallteller und Schüsseln wurden enorm mit Seife geschrubbt, gespült und poliert. Die Inder sind ein sehr reinliches Volk. Auch wenn es für Europäer nicht so aussieht. Sie waschen, seifen und putzen ständig und dabei wird sich gefreut und gelacht. 

Wir haben uns zu dritt in der Frauenreihe über eine Stunde angestellt, um in das Innere des Tempels zu gelangen. Der Weg führt über einen Steg. Das war allerdings eine sehr kurze Wartezeit. Es kann auch schon mal mehr als drei Stunden dauern. Es war eng, kuschelig und meditativ. Wir chanteten zusammen WAHE GURU WAHE GURU WAHE GURU SATE NAM. Das war schon ein wirkliches Erlebnis. Doch Mütter mit Kleinkindern und alte Frauen haben Vorrang und diese drängelten sich durch die eng beieinanderstehenden Frauen in der eingegitterten Schlange. Jede Alte oder Mutter hatte natürlich Gefolgsfrauen. So entstand die gesamte Zeit ein enormer Druck. Die jungen Mütter drängelte lächelnd und waren freundlich, doch die Alten sehr griesgrämig und zum Teil gewalttätig. Sie waren tatsächlich so, wie in den Romanen beschrieben. Hier werden sie immer als herrisch dargestellt.

Im goldenen Tempel haben wir zwei Stunden meditiert und die enorme Energie und Friedlichkeit gespürt. Zuallerletzt haben wir auch noch drei Männer aus unserer Gruppe getroffen. Sie hatten viel länger gebraucht, um in den Tempel zu gelangen.

Im Tempelsee nahm ich am dritten Tag mein heiliges Bad. Dafür hatte ich einen Stein von Zuhause mitgenommen. Ihm habe ich meine Traurigkeit übertragen und ihm während des Bades versenkt. Nun ist meine Traurigkeit in Indien geblieben – hoffentlich! Auf alle Fälle fühle ich mich seitdem leichter.  

Im März dieses Jahres war astrologisch einiges los auf unserem Planeten. Und diese transformative Phase war ein guter Zeitpunkt für intensive innere Arbeit, Neubewertungen und vielleicht auch unerwarteter Wendungen.

 

Meditieren In Amritsar

3. Mumbei in Maharashtra

 Nach der spirituellen Zeit in Amritsar kam der Schock in Mumbai. Eine Stadt der Extreme, laut und hektisch auf den Straßen, Reichtum und Armut sowie alt und modern dicht beieinander. Wir besuchten verschiedene Slums. Im ersten, besonders dunklen, lebten nur Männer. Sie arbeiten in Werkstätten zum Teil in Schichten. Die, die gerade nicht arbeiteten lagen zwischen ihren Kollegen und schliefen. Sie wuschen sich auf der Straße unter einem Wasserhahn am Eingang der Werkstatt und da hingen auch ihre Zahnputzbecher. Es gab verschiedene Werkstätten, Plastikmüllverarbeitung, Tongefäße-Herstellung, Schneidereien oder Metallverarbeitung. Manche Häuser hatten noch ein Stockwerk. In diesen wurde unten gearbeitet und oben geschlafen. Es war erschütternd so ein Leben ohne Perspektive zu sehen. Das man da irgendwann zur Flasche greift, war sogar mir verständlich. Die meisten jungen Männer kamen vom Land und suchten in der Stadt ihr Glück. Sie kamen voller Hoffnung und landeten in der ausweglosen Finsternis. Von ihrem Gehalt wird Kost und Logie abgezogen und der Rest geht direkt an ihre Familien. Die Familie ist das Wichtigste für die Inder. In einem anderen Slum gab es normales familiäres Leben, einen Tempel, Läden, eine Schule und einen Markt. Und dann kamen wir zur menschlichen Waschmaschine. Dort arbeiten 7.000 Männer und waschen täglich 1.000.000 Wäschestücke. Zum größten Teil per Hand. Auf den Dächern wird die Wäsche nach Farben sortiert und getrocknet. Wie es funktioniert, dass die Hotels und Privatleute ihre Wäsche zurückbekommen, blieb mir auch nach einer einstündigen Besichtigung ein Rätsel.

Kaum hatten wir die Slums hinter uns, fuhren wir in das vornehmste Hotel Mumbais zum Lunch. Das Hotel Taj Mahal bot uns einen krassen Gegensatz. Dort die Armut und nun hier der Reichtum und der Überfluss.

 

Wäsche waschen in Mumbai

4. Hampi in Karnataka

Wir flogen weiter zu der Ruinenstadt. Im Mittelalter war Hampi einer der größten und reichsten Städte Asiens. Hier kämpfte Shiva nachdem Parvati ihn aus der Meditation geweckt hatte, gegen die Dämonen und ließ Hampi zur internationalen Größe heranwachsen. Wie immer in der Geschichte ist der Mensch von Gier, Neid, Macht und Ehre getrieben und so wurde das blühende Hindureich von Moslemkönigen aus dem Norden erobert und zerstört. Die Stadt geriet in Vergessenheit, die Natur überwucherte sie mit einem Dschungel. Erst Jahrhunderte später wurde sie wieder entdeckt. Sie liegt in einer hügeligen Felsenlandschaft. Der Affenkönig, Hanuman hat dort seinen Palast hoch oben auf einem Berg. Es erinnerte mich an den Film „Dschungelbuch“.
Er ist der Sohn von dem Halbgott des Windes, Vayu und einer wunderschönen Nymphe, die in einen Affen verwandelt wurde. Von daher hat auch Hanuman die Affengestalt. Es heißt er lebt noch, da der Wind noch da ist und die Affen auch. Sie spielen mit den Felsen. Wunderschön!

Am Rande von Hampi liegt ein buntes Zigeunerdorf. Ach ja, das Wort darf man nicht mehr sagen, aber wie übersetze ich gipsy? Unser Hotel lag in Hospet. Das Dorf ist touristisch nicht relevant. Wir erlebten hier das Holi-Fest. Sehr außergewöhnlich! Die ganze Stadt war außer Rand und Band! Alle waren bunt besprüht und riefen uns fröhlich zu „Happy Holi“ zu.

Am Abend fuhren wir mit dem Schlafwagen 500 km weiter gen Süden nach Mysore.

 

Der steinernde Wagen

5. Mysore auch in Karnataka

Mysore ist autark, ein Stadtstaat in Indien, der von einem Maharadscha der Wodeyar-Dynastie regiert wird.
Auch während der englischen Besatzung hatte der regierende Maharadscha ein Arrangement mit den Engländern und behielt seine Stellung.  Mysore ist reich, mit schönen Häusern und Parks und mittendrinn dieser herrliche opulente Amba-Vilas-Palast. In der Architektur des Palastes sind hinduistische, islamische, gotische und rajputische Elemente vereint. Den vorderen Teil des Palastes ist zur Besichtigung freigegeben, sehr prachtvoll, beeindruckend und riesig sind die Zimmer und Hallen.

Mysore ist auch die Stadt der Seide, des Sandelholzes, der Räucherstäbchen und der Blumen. Hier ließ ich mir ein indisches Seidenkleid schneidern und wir besuchen den jahrhundertealten Devaraja-Markt, auf dem Gewürze, Seide und Sandelholz angeboten werden.

 

Ein Marktstand in Mysore

6. Coorg auch noch in Karnataka

 Mit dem Bus fuhren wir weiter gen Süden und übernachteten auf der „Windflower  Kaffeeplantage“. Es war ein Traum! Inmitten einer tropischen Landschaft gab es kleine Gästehäuschen. Wir genossen die gute Luft, die Ruhe und die Natur und lernten eine Menge über Kaffee-Anbau. Leider wird nur noch die Hälfte der Plantage betrieben, denn es gibt nicht mehr genug Landarbeiter. Nur noch wenige Leute wollen in diesem Paradies arbeiten. Sie ziehen in die Großstädte und landen in den Slums, weil sie dort auf ihr Glück und einen besseren Verdienst hoffen

Mit dem Bus ging es danach weiter durch eine herrliche bewaldetet Berglandschaft an die Küste.

Erholung auf der Kaffeeplantage

7. Neeleshwar Hermitage in Kerala

Dieses ruhige Strandresort befindet sich inmitten eines Kokosnusshains zwischen dem arabischen Meer und dem Ufer der Lakkadivensee (Back-Water).
Wir haben uns hier nur noch ausgeruht und wurden richtig verwöhnt. Eine Ayurvedische Ärztin erstellte eine Anamnese und verordnete uns persönliche Massagen. Ein vedischer Astrologe schaute für uns in die Sterne, der Koch verwöhnte uns mit immer neuen Kreationen und die übrige Zeit ließen wir die Seele am Pool oder am Meer baumeln. An einem Nachmittag machten wir eine Schifffahrt auf den Back-Waters. Ich kam mir vor wie im Film. „So etwas kann doch nicht die Realität sein“! dachte ich immer wieder.

Die Gruppe reiste ab und ich blieb noch einen Tag allein an diesem paradiesischen Ort. Das Personal nahm mich in seine Mitte, damit ich mich nicht allein fühlte und sorgte mit doppelter Aufmerksamkeit für mich.

Die Menschen in Indien, egal in welcher Situation sie leben, sind so liebevoll, hilfsbereit, fröhlich und zufrieden. Naja, wer tanzende und singende Götter hat, kann ja auch nur ein fröhliches Wesen haben.

Ein Tag später brachte mich ein sehr um mein Wohl besorgter Taxifahrer bis auf meinen Platz im indischen Intercity. Der Stuart fragte mich nach meinen Namen und nicht nach der Fahrkarte. Ich wurde mit Getränken, Snacks und Abendessen versorgt. Alles war im Preis inbegriffen. Eine sehr komfortable Zugreise. Ich fuhr bis Kollam und dann mit dem Taxi noch eine Stunde bis zum Ashram von Amma.

 

am arabischen Meer

8. Amritapuri  auch in Kerala

Etwa 120 km nördlich von Thiruvananthapuram und 120 km südlich von Kochi befindet sich der Ashram von Amma. Mata Amritanandamayi, wie die Inder sagen.

Ihr Elternhaus liegt auch auf dem Gelände des ehemaligen Dorfes Parayakadavu, was so viel wie Paria-Ufer bedeutete. Die Mehrheit der Einheimischen gehört zur Kaste der Arayan. Eine sehr alte Kaste. Das Kastensystem wurde zwar von Indira Gandhi abgeschafft aber es existiert noch bis heute. Die Kinder üben die gleichen Berufe aus, wie die Eltern und heiraten meist in derselben Kaste.
Amma war dunkler als ihre Geschwister und von Kindheit an anders als andere Kinder. Sie interessierte sich für die Menschen und ihre Sorgen. Saß am Bett der Alten und kranken und hörte einfach nur zu. Sie entwickelte sich zur spirituellen Führerin und ist bekannt als diejenige, die alle umarmt. Sie ist die Mutter für alle, sie schenkt bedingungslose Liebe.

„In der heutigen Welt gibt es zwei Arten von Armut: Die Armut, die durch einen Mangel an Essen, Kleidung und Obdach entsteht und die Armut aufgrund fehlender Liebe und fehlenden Mitgefühls.“

Ich sage ja auch immer: „Wenn du dich selber liebst und dich geliebt fühlst, eins mit deinem Gott oder Göttin bist, läuft das Leben von allein !“

Heute leben in Ammas Ashram 3000 Devoties plus Gäste aus Indien und der ganzen Welt.  
Ich kam dort nachts um 23.30 h an. Die Rezeption hatte bereits geschlossen und ich dachte schon, ich müsste draußen schlafen. Zum Glück ist es in Indien nicht kalt! Doch mir wurde geholfen und ich bekam eine Pritche für die Nacht. Sehr spartanisch aber ein Zimmer!
Am nächsten Morgen konnte ich mich registrieren und bekam einen einfachen, hellen, freundlichen Raum mit Bad und Küche. Das hatte ich für 5 € am Tag nicht erwartet.
Das Ashram-Leben gefällt mir sehr. Wir beten morgens um 4.50 h eine gute Stunde im Tempel. Danach praktizierte ich Yoga und ging zum Sonnenaufgang ans Meer zum Meditieren. Es gib zwei Sorten von Essen, indisch, im Preis inbegriffen oder man kauft sich etwas im West-Restaurant für kleines Geld. Am Vormittag und Nachmittag macht ich Seva. Da ich nur für 5 Tage dort verweilen wollte, ging ich immer dorthin, wo gerade jemand fehlte. Ich rollte Pizzateig, schnibbelte Gemüse, reichte den Menschen, bevor sie von Ama umarmt wurden, einen warmen Waschlappen, damit sie nicht so schwitzig sind und wusch jeden Abend Berge von Geschirr. Zwischendurch versuchte ich mich auszuruhen. Leider war im Ashram eine Baustelle und der Presslufthammer störte mich doch sehr in meiner Ruhe. Auch die Tempelfeste außerhalb des Ashrams sorgten in der Woche für Lärmbelästigung.  

Meistens nachmittags kam eine strahlende Amma, die viele Stunden am Stück Darshan gab, einen Menschen nach dem Anderen segnete und umarmte. Dabei schien sie einfach nicht müde zu werden. Es folgten Satsangs (Predigt) und am Ende sangen wir Bahjans (heilige Lieder).  Amma immer mittendrin. Die Zeremonie dauert immer mindestens 4 Stunden. Ich schaute erst einmal nur zu. Als Sikh waren mir die Rituale fremd. Auch wusste ich gar nicht, ob ich überhaupt zum Darshan gehen wollte. Was sollte das für mich ändern, wenn Ama mich umarmt. Ich fühle mich auch so von meinem Gott geliebt. Ich verbinde mich in der Meditation und bin glücklich und zufrieden. Ich brauche keinen lebenden Guru, keine Mutter und keinen Vater mehr. Auch nach drei Tagen hatte ich keinen Schimmer, wie das System beim Darshan funktionierte. Doch dann wurde ich von anderen Devoties einfach zum Zeremonienmeister geschoben, der mir zwei Zettel gab und ich wurde auf einen Stuhl in einer Schlange platziert, wo ich von Sitz zu Sitz aufrückte, bis ich wieder vorne bei Amma saß. Nur dieses Mal wurde mir der Waschlappen gereicht. Dann wurde ich gerufen und sollte mein Kärtchen abgeben. „warum hast du zwei“? wurde ich gefragt. „ich weiß es nicht, ich verstehe dieses System nicht“!  Alle lachten, Amma nahm mich in den Arm und flüsterte mir liebe Worte auf Deutsch zu. Ich erhielt von ihr zwei Prasats (von Amma gesegnetes Geschenk, die meistens aus einem Bonbon und einem Blütenblatt besteht) doppelt hält eh besser! Ich war sehr berührt und schon war es vorbei. Danach konnte ich noch eine Weile auf der Bühne Platz nehmen und in Ammas Nähe meditieren oder einfach nur verweilen. Es war schön der doch sehr energievolle Umarmung nachzuspüren.

Bei Amma traf ich Ramona. Eine ehemalige Mitbewohnerin und Freundin. Wir fuhren gemeinsam mit dem Zug weiter ins Inland.

Obwohl Amma und auch viele andere Führer in Indien predigen auf die Natur und Umwelt zu achten und in den Ressorts und Ashrams auch sorgfältig mit allem umgegangen wird, ist der Inder doch sehr sorglos und schmeißt alles, was er nicht braucht einfach weg! In die Landschaft! Sie sind so reinlich, die indischen Toiletten, Steh-Klos, wie früher auch in Südeuropa üblich, sind so hygienisch und es gibt kein Toilettenpapier, sondern Intimduschen, viel besser. Die Kinder werden mit Stoff gewickelt und die Frauen kochen leckeres Essen, welches dann von Fahrradboten ins Büro zu den Ehemännern gefahren wird. Super! Doch ein Bewusstsein für Müll ist noch nicht vorhanden. In Mumbai hatten wir tausend Männer in der Plastikmüllsortierung arbeitend gesehen und dann werden die Plastikflaschen einfach aus dem fahrenden Zug geworfen. Wie noch vor 10 Jahren hier in Spanien. Unbegreiflich!

Anleger vom Ammas Ashram

9. Tenkasi in Tamil Nadu

Der Bundesstaat hat einiges zu bieten, aber ich habe mir nichts mehr angeschaut. Nach den vielen Eindrücken brauchte ich Ruhe und die fand ich im Aum Pranava Ashram, indem Ramona seit einiger Zeit lebt. Ein wirklich schöner Ashram mitten in der Wildnis.  Es ist ist ein Ort der Meditation, des Yoga und der spirituellen Gedanken. Der Ashram beherbergt ein Kinderheim für Mädchen und kümmert sich um Ältere, die ein friedliches Leben und Unterstützung brauchen. Ein Kuhstall mit 90 Rindern und rundherum Ländereien, Gemüsegarten, Felder und Obstbäume. Hier herrschte ein aktives, soziales Leben unter den rund 90 Menschen, die hier dauerhaft leben. Ich blieb drei Tage hier und beobachtete das Treiben: Kinder, Ältere, Betreuer, Mitarbeiter, Gärtner, dir beschäftigten Frauen in der Küche und im Stall, Kühe, Hunde, Katzen, Eichhörnchen, Krähen, Pfauen und Affen ….. Alles ließ mich eine familiäre Atmosphäre von Liebe und Fürsorge spüren.
Dann lief mein Visum aus und ein Fahrer brachte mich dreieinhalb Stunden über enge Bergstraßen mit viel Verkehr zum internationalen Flughafen von Trivandrum. Irre, wie viele Autos, Motorräder, schwerebeladene LKWs und Tuk-tuks nachts unterwegs sind. Auch die letzte Fahrt war noch ein Abenteuer!

Indien – immer wieder!