Warum lebe ich in Spanien?

Oft bin ich danach gefragt worden und nun sage ich es euch!

Wegen der Liebe – 
ist oft meine erste spontane Antwort. Ja ich bin damals hierher zu meinem Freund gezogen. Ich hatte mich verliebt in ihn und in sein von ihm geschaffenen Land und das Leben mit ihm!

Es gibt noch viele andere Gründe

Mir fehlt das „Heimat-Gen“

Ich fühle mich als Europäerin. Deutschland habe ich nie als meine Heimat empfunden. Mein ganzes Leben, schon als Kind war ich lieber südlich der Alpen. Oft habe ich mich gefragt, warum bin ich hier geboren? Immer war ich traurig, wenn wir wieder nach „Hause“ mussten. Das blieb auch so als Teenager. Damals wollte ich schon auswandern, wusste nur nicht wie. Einen Italiener heiraten wäre einfach gewesen. Es gab zwar viele Liebschaften, doch nichts Ernstes.

Dann sind mein erster Mann und ich nach Ibiza ausgewandert. Mein erster Versuch im Süden zu leben. Das Projekt ist gescheitert, vielleicht schreibe ich ein anderes Mal darüber.

Wir gingen zurück nach Hannover und ich bin dankbar für das Leben, das ich in Hannover und Bremen hatte.

Drei bezaubernde Kinder und ein erfülltes Berufsleben. Was will man mehr!
Und doch blieb die Sehnsucht nach dem Süden!

In Deutschland hat mich vieles gestört

Vor allem das Wetter, die Dunkelheit, der graue Himmel, die Tristesse und damit die schlecht gelaunten Menschen, die immer an allem rummeckern, nörgeln und unzufrieden sind. Es kommt mir vor, als wenn eine ganze Nation im Mangel leben würde.

 
Es herrscht eine Neid-Kultur. Alle wollen haben, was der Andere hat! 
Neid führt auch zu Unzufriedenheit und Kriminalität. Die Straffälligkeit wird höher und die Menschen fühlen sich nicht mehr sicher. Die Überfälle werden tatsächlich statistisch gesehen brutaler.
Es ist auch zu eng in Deutschland. Zu viele Menschen leben auf wenigen Quadratkilometern. Das Land ist eng besiedelt. Jedes Stück Land scheint kultiviert. Jeder Wald ist aufgeräumt.

Die Steuerausgaben – man zahlt in Deutschland fast 50 % Steuern. Deutschland steht glaube ich an 2. Stelle weltweit in der Höhe der Steuerabgaben.

Doch wohin fließen diese Gelder? Das Gesundheitssystem ist stets schlechter geworden. Auch für Bildung, Kunst, Sport. und Kultur werden diese Steuergelder nicht ausgegeben. Denn die Schulen sind marode, das Schulsystem eine Katastrophe, die Turnhallen kaputt und die Schwimmbäder werden geschlossen. Die Eintrittsgelder in Museen und Theater sind so hoch, dass sich nur die wohlhabende Bevölkerung Kultur leisten kann. Unglaublich.

Unbeschreiblich finde ich auch die Straßenverhältnisse und den Verkehr. Es gibt nicht nur viele kaputte Straßen und ewige Baustellen, sondern auch noch aggressive Autofahrer.

In den Verkehr fließen die Steuergelder also auch nicht! Auch nicht in die öffentlichen Verkehrsmittel. Denn man kann nicht davon ausgehen, dass der Zug pünktlich ist oder wirklich fährt. Wenn ich dort bin, habe ich manchmal das Gefühl, ich wäre in einem „Dritte Welt-Land“. In Indien hat es übrigens besser funktioniert.

Die deutsche Bahn hat inzwischen mehr Züge im Einsatz, dafür hat sie einigen Strecken stillgelegt. Als ich klein war, hatten wir eine Märklin Eisenbahn. Damals wusste ich schon, dass mehr Züge auf weniger Schienen nicht funktioniert.

Oder findest du, dass sich irgendetwas in Deutschland in den letzten 10 Jahren verbessert hat? Schreibe es mir gerne!

 

Ich lebe in Freiheit und Schönheit

Ich lebe hier im Licht. Zum Thema Licht habe ich ja schon im Juni 2024 einen Artikel veröffentlicht.

Wenn ich aus dem Haus gehe, ist es wahrscheinlich, dass angenehme Temperarturen herrschen, die Sonne scheint und die Nachbarn sind freundlich, obwohl ich hier die Ausländerin bin.

Bedingt durch die Sonne und das Licht sind die Menschen hier gut gelaunt. Alles ist entspannter, wird mit Gelassenheit hingenommen. Wir leben mehr draußen und genießen das Leben.

Fast das gesamte Jahr frühstücken wir auf der Terrasse, außer es regnet.   

Ich schwimme bis November im Mittelmeer. Natürlich kann man ganzjährig baden aber ich bin Schwimmerin, d. h. ich schwimme eine Stunde. Wenn die Wassertemperatur unter 19 ° sinkt, wird es für mich zu kalt.

Straßen-Cafe´s und Märkte prägen das bunte Dorfleben

Die Spanier sind ein fröhliches Volk. Sie feiern gerne. So gibt es Feste in jeder Jahreszeit. Sie sind das soziale Leben der Bevölkerung. Alle werden, soweit sie es wollen, integriert.  

Obst und Gemüse aus der Region ist ganzjährig erhältlich. Natürlich achten wir auch darauf, dass wir das essen, was gerade reif ist. Also es gibt nicht ganzjährig Wassermelonen oder Avocados. Auch die werden in bestimmten Jahreszeiten hier vom anderen Ende der Welt geholt. Solche Früchte kaufe ich natürlich nicht. Die sind nur für die Touristen!

Das Gesundheitssystem ist meiner Ansicht nach wesentlich besser und menschlicher. Jeder Ort hat ein den Einwohnern entsprechendes großes „Centro de Salud“ mit entsprechend vielen Ärzten. Gesundheitszentrum hört sich auch besser an. Die Ärzte sind staatlich angestellt. Es gibt eine staatliche Krankenkasse, in die alle einzahlen und der alle versichert sind. Egal ob Manager oder Putzfrau. Dem Reichen steht es frei sich noch zusätzlich privat zu versichern und dann Privatärzte aufzusuchen. Dem staatlichen Krankenkassensystem stehen also angestellte Ärzte gegenüber. Das ist wesentlich sinnvoller als in Deutschland, wo es viele Krankenkassen gibt, die in Konkurrenz zueinanderstehen und denen dann kleine, private Wirtschaftsbetriebe (private Arztpraxen) gegenüberstehen. Wie soll das denn funktionieren? Hier wird der Patient dem Arzt zugeteilt und dieser entscheidet, was zu tun und sinnvoll ist. Nicht wie in Deutschland, wo Ärzte Anordnungen treffen, um ihre Geräte zu amortisieren. Sicher, es gibt keine freie Arztwahl, aber es ist immer jemand für die Kranken da. 

Im Hospital sind alle Patienten gleich. Alle erhalten einen Pyjama vom Krankenhaus, hellblau mit dunkelblauer Paspel. Alle Zimmer sind gleich und die Behandlung ebenfalls freundlich.

Übrigens ist auch in den Schulen noch Schulkleidung üblich. Sehr gut!
In die Jugend wird investiert – Schulen, Kindergärten, Sport und Kultur.

Die Rentner haben überall freien Eintritt oder bezahlen die Hälfte.

Der Straßenbau funktioniert super gut. Ich hatte vorher noch nie erlebt, wie schnell und effizient Straßen repariert oder ganze Straßenzüge erneuert werden können.

Ein Multikulti-Leben
Das Leben ist multikulturell. Die Spanier sind gastfreundlich. Hier Leben Menschen aus ganz Europa und Afrika. An der Küste ist mindestens 50 % der Bevölkerung nicht aus Spanien – also Migranten, wie man in Deutschland böse sagt.
Den größten Teil der Migranten stellen die Rentner. Die meisten sind sicherlich wegen des Klimas hier. Aber auch jüngere Menschen kommen hier her, weil sie es in ihren Ländern satthaben und lieber hier in Ruhe leben und arbeiten wollen. Die Nordländer fliehen vor der Dunkelheit. Die Araber, Afrikaner und die Menschen aus dem Osten vor den Kriegen.

Gerade verzeichnen wir einen Zustrom an Amerikanern, sozusagen „Trump-Flüchtlinge“. Manchmal habe ich das Gefühl, als ob die gesamte Welt auf der Flucht aus ihrer Heimat ist.

Politik
Der Rechtsdruck macht sich in allen Ländern bemerkbar. Wir haben hier zum Glück noch eine sozialistische Regierung.
Die Außenpolitik ist ebenfalls noch bemerkenswert. Spanien hat Palästina als Staat anerkannt und Netanjahu als Kriegsverbrecher deklariert. Das finde ich absolut richtig.

 

No todo que brilla es oror – Nicht alles was glänzt ist Gold, das sagt man auch in Spanien!

Ja, tatsächlich, es gibt auch Nachteile. Ich musste lange darüber nachdenken, weil ich immer so positiv bin, aber hier sind sie:

Wenn du die Sprache nicht sprichst, bist du benachteiligt und gefangen in deiner deutschen Community. Das würde mich sehr stören, weil ich gerade dieses Multikulti liebe. 

Die Sommer sind sehr heiß. Je älter man wird, um so unangenehmer ist es für den Organismus. Die alten Menschen verlasen ihre Häuser hier im Sommer nicht. Alle Fensterläden sind runtergezogen und sie leben im Dunklen. Tatsächlich ist Spanien die Nationalität mit dem höchsten Vitamin D-Mangel. Dazu kommen die Waldbrände, wie in diesem Jahr sogar in den deutschen Nachrichten zu verfolgen war.  

Die Winter sind auch mit 15 ° kalt, wenn man keine Zentralheizung hat. Hier braucht man wirklich warme Kleidung. 

Das Mittelmeer, die Badewanne Europas, hat 300 Sonnentage allerdings kann das Wetter sehr schnell umschlagen und plötzlich kommt ein Unwetter „Gotta Fria“, der kalte Tropfen, liebevoll umschrieben von den Einheimischen. Denken wir an die Flutkatastrophe in Valencia letztes Jahr. Dazu gibt es oft Wind. Manchmal bring er den Sand der Sahara mit. Dann sind alle Autos, Fenster …. staubig und mit Sand bedeckt. 

Der Bauwahn – Was mich aber am Meisten stört, ist das so viel gebaut wird. Immer wieder werden dafür schöne Landschaften vernichtet. OK, Spanien ist ein riesiges Land mit einer geringeren Bevölkerungsdichte als Deutschland und hat unglaublich viel unbebaute, wilde Flächen.

Jedoch sind es die Küstenlandschaften die von diesem Wahn betroffen sind. Hier, wo ich wohne, lebe ich ja auch wegen der Schönheit und Wildheit der Landschaft. Denn ich gehe gerne wandern.
Es entsteht eine Urbanisatin neben der nächsten. Die Häuser werden dann an Touristen und Überwinterer verkauft oder vermietet. Sie stehen also zum größten Teil leer. So kann man hier im Winter durch ausgestorbene Wohnviertel laufen. Die Menschen, die hier leben und nicht genug Geld verdienen, um sich ein Haus zu kaufen, haben keine Chance auf eine Mietwohnung. Die Regierung kämpft schon lange gegen die Wohnungsnot, aber die Eurozeichen in den Pupillen der Baulöwen sind größer!

 

Trotz aller Schwierigkeiten machen es die Spanier sehr gut!

 

Vergessen

Manchmal bin ich neben der Spur – Wer bin ich dann?

In meinem früheren Leben war ich ein Hippiemädchen, dass zusammen mit ihrem Mann, einem Musiker durch Europa reiste, zwei Kinder gebar und ihr Geld mit kellnern oder anderen Jobs in Hotels und Restaurants verdiente.

In meinem 2. Leben wurde ich zu einer Geschäftsfrau, die erst einen eigenen Laden hatte und dann die Geschäftsführung eines Verbandes mit 40.000 Mitgliedern übernahm. Nebenbei versuchte ich eine gute Ehefrau für einen Zahntechniker zu sein und eine gute Mutter für meine, inzwischen drei Kinder.

Dann lebte ich plötzlich als Yogalehrerin mit einem Aussteiger in Spanien zusammen. Er meinte, er wäre ein Einsteiger. Wir lebten mitten in Nirgendwo in einem einfachen selbstgebauten Holzhaus genossen das gemeinsame Leben, veranstalteten Yoga-Retreats, schafften Naturerlebnisse und schöne Events für unsere Gäste. Ich bekochte uns und verwöhnte unsere Besucher. Als er krank wurde pflegte ich ihn bis zu seinem Tod

Nun bin ich nichts mehr, bin vergessen worden?
Alle Männer sind gestorben, alle Kinder sind erwachsen. Alle Jobs sind gemacht und beendet.

Früher sagte ich immer „Urlaub bedeutet, nichts tun müssen und dafür den ganzen Tag Zeit haben“. Jetzt habe ich immer Zeit und nichts wirklich zu tun! Keiner will was von mir! Niemand interessiert sich für mich. Die Tage sind lang!

Das muss ich erst einmal lernen auszuhalten!

Noch praktiziere ich Yoga und schreibe gerne rauf, was mich bewegt. So ist mein Buch entstanden „es war einmal ein Paradies“ die Geschichte meines 3. Lebens.  So sind auch meine Meditationen entstanden die ich auf Insightimer für dich hochgeladen habe. Aber vor allem dieser Blog.

So habe ich mir immer mein Alter vorgestellt. Ich lebe meinen Traum!

 Ich lebe in meinem süßen kleinem spanischen Dorfhaus. Das Dorf liegt nicht weit entfernt vom Meer in einer wunderbaren Bergkulisse. Es ist ein richtig hübsches, altes, authentisches Dorf an einem Berghang gelegen mit einer eigenen Burgruine. Es verfügt über eine sehr gute Infrastruktur und ich habe nette Nachbarn.

Nur womit fülle ich meine Tage, für was außer Yoga unterrichten schlägt mein Herz. Und woher sollen die Yogaschüler kommen, die ich so gerne unterrichten und mit denen ich meine Erkenntnisse teilen möchte. 

Ich habe einen Kurs, der gut angenommen. Dafür bin ich so dankbar. Zeigt es mir doch, dass sich Menschen für mein Yoga begeistern. Das Frühstücksyoga am Sonntagmorgen von 10 – 11 h ist eine abwechslungsreiche Stunde und macht uns allen, mir und meinen Teilnehmern so viel Freude!

Doch eine Stunde in der Woche ist mir zu wenig!

Seit Jahren versuche ich auf Facebook und Instagram Menschen zu gewinnen, die morgens um 7 h mit mir einen 30 Minutigen Yoga-Quickie online machen. Damit sie entspannt, flexibel und energievoll in ihren Tag starten können. So wie ich in meinem 2 Leben.

Doch es klappt nicht! Ich bin total unzufrieden und oft verzweifelt, weil ich nicht weiß, wie ich es schaffen soll.

Multimedia, also Facebook und Instagram ist ja recht unterhaltsam aber auf Dauer vielleicht doch nicht mein Medium. Ich möchte mich nicht immer wieder anbieten – mich verkaufen! Das ist schon fast Prostitution! Nee das gefällt mir nicht!

Ablenkung

Sich abzulenken von dem was nicht klappt ist erst einmal immer die beste Idee. Also meditiere ich, laufe mit dem Hund, frühstücke, putze, springe in den Pool, lerne spanisch stricke, häkle oder schreibe meine Gedanken auf. Koche, döse in der Sonne und lasse Langeweile zu, gehe wieder mit dem Hund, machen den Tieren Futter, trommle, tanze und singe, um die öden Gedanken zu vertreiben. Dann spiele ich auf meinem Telefon herum, trinke Rotwein, schaue Komödien im TV und gehe wieder mit dem Hund.

So habe ich meinen Tag ausgefüllt, aber morgens um 7 ist wieder keiner da, der mit mir yogiert!  

GutenMorgenYoga – eine sehr gute Entscheidung!

Ich lade euch ein zum 30-minütigen
Yoga-Quicky – für mehr Flexibalität, Gelassenheit und Energie in Deinem Alltag!
Immer Donnerstags morgens um 7 h

monatlich 40 € dafür hast du jeden Morgen zu andern Zeit mit anderen Lehrern, eine Yogaeinheit! Alles über mich buchbar! 

Der YogaQuicky am Morgen ist ein Zoom-Meeting.

 

The top of germany

Meine Reise in die Sommerfrische war sehr erquickend und es war eine Reise der Superlative!

„The Top of Germany

Ich war in Ihringen am Kaiserstuhl, dem wärmsten Ort Deutschland, dann in der südlichsten Stadt, in Freiburg. Bei wunderbarem Wetter habe ich ganz besonders liebgewonnene Menschen getroffen.

Weiter ging die Reise über den größten See Deutschlands, den Bodensee. Im Shop der bekanntesten Kirche, Kloster Birnau habe ich mich mit Räucherutensilien ausgestattet.
Leider regnete es dann am Pilsensee ohne Unterbrechung. Hier wohnt meine „älteste“ Freundin, d.h. wir kennen uns seitdem wir als Babys zusammen ausgefahren wurden. Für uns war das Wetter egal, wir hatten uns so viel zu erzählen!
 

 

Danach verbrachte ich auf der Alm in Italien oberhalb Brixens eine Woche mit lieben Freunden. Es war die pure Erholung mit gemischtem Wetter. Doch es gab genug Sonnenstunden, dass wir wandern konnten und die herrliche Berglandschaft bestaunten. Dabei sammelten wir Pilze und Heidelbeeren. Köstlich! Morgens Yoga und abends Meditation ließ uns ruhig und entspannt werden.

 

 


Mit dem Flixbus ging es weiter nach Garmisch. Hier, gleich unter der Zugspitze, dem höchsten Berg Deutschlands, wohnt eine Herzensfreundin. Wir machten eine wunderbare Wanderung um den höchst gelegenen See Deutschlands dem Eibsee. Nebenbei fährt auch die einzigartigste Seilbahn auf die Zugspitze. „The Top of Germany“ steht dort dran.

Auf dem Weg Richtung Norden fuhr ich über München, die teuerste Stadt Deutschlands und traf mich zu einem Kaffee für 6,20 € mit meiner Freundin. Wir kennen uns aus unseren gemeinsamen Jugendtagen in Hannover und fuhren dann gemeinsam zu ihr in die fränkischen Schweiz. Hier besuchten wir zwei Tage später die Wagner Festspiele, von außen! Noch ein “Top of Germany!”

Irgendwann kam ich dann in Heiligenrode bei meiner Tochter und ihrer kleinen Familie an. Wir genossen die gemeinsamen Tage und machten einen Ausflug nach Helgoland, der am weitesten im Meer gelegenen Insel.

An einen anderen Tag fuhr ich mit einer Freundin nach Hamburg, um uns das Werk von Katharina Grosse anzuschauen. Das war auch super groß und bunt. Es passte also zu meinen Superlativen!  
In Bremen verbrachte ich viel Zeit mit meiner Mutter. Es war schön bei ihr zu sein und Zeit mit ihr zu verbringen, aber eben auch sehr anstrengend.
Außerdem begegnete ich in meiner Heimatstadt lieben Freundinnen, gab eine Yogastunde in meinem „alten“ Verein und verbrachte ein paar Sonnenstunden im „Café Sand“ mit meinen Kindern und Enkeln.

Ausgerechnet am Todestag von Stijn flog ich zurück in meine Wahlheimat. Dabei hatte ich ein ziemlich mulmiges Gefühl. Doch ich bin hier heil und glücklich wieder angekommen!Meine Freundin Sonja hat mich erwartet und mich mit einem lekeren Essen begrüßt. Ich bin ihr sehr dankbar, dass sie sich drei Wochen in der spnischen Hitze um mein Haus, meine Pflanzen und um den frechen Kater gekümmert hat.

Die Sommerferien sind nun zu Ende und ich stecke gerade mitten in anderen emotionalen Herausforderungen. Auch ich benötige manchmal einen neuen Blick, um mich innerlich wieder neu auszurichten. Meine Mitte finden! Sind wir in unserer Mitte, finden wir unser Glück!

Da bin ich nämlich gerade angekommen. Zurück in Spanien in meinem kleinen Bergdorf bei meinem Hund und meiner Katze, die mich freudig begrüßt haben und bin sehr froh wieder Zuhause zu sein.

Hier bin ich nun angekommen in meinem neuen Leben und sollte doch eigentlich super zufrieden sein. Doch nun gilt es mein Leben mit neuen Inhalten zu füllen. Mein Yoga hilft mir dabei sehr!

Und wie geht es dir, Fühlst du auch die unbestimmte Sehnsucht nach mehr?
Warum hast du schon länger dieses unbestimmte Gefühl von: „kommt da noch was, oder war es das schon?“

Dann bist du bei mir genau richtig und wir praktizieren Yoga gemeinsam! Und finden neue Wege!

Donnerstags um 7 h startet wieder das Guten Morgen Yoga.

Sonntags um 10 h findet ja fast rund ums Jahr das beliebte Frühstücksyoga statt.
Du kannst jederzeit einsteigen. 

Und natürlich in jeder Lebenskrise kannst du auch persönliche Kundalini-Yoga-Stunden bei mir buchen.

Falls du noch eine kleine Auszeit brauchst – vom 12. – 19. November 2025 ist bei der Yoga-Verwöhn-Woche ein Zimmer frei geworden!

Oder du Erweckst die Göttin in dir“ im Frühling vom 15. – 22. April 2026.

Etwas ganz Neues

Wir planen eine Urlaubswoche für alle, die Lust haben vom 30.1. – 6.2. 2026
dem dunklen Deutschland zu entfliehen, Sonne tanken und in die asiatischen Bewegungskünste einzutauchen.
Wir, meine Freundin Rosa Rossi und ich bieten euch (Männer sind auch Willkommen) morgens und abends abwechselnd eine Einheit Qigong, Thai Chi, Kundalini-Yoga, Vinyasa Flow und Ying Yoga sowie Meditation an. Alles zum Kennenlernen!

Melde dich gleich, wenn du und vielleicht mit deinem Partner dazu Lust hast.
Die Ausschreibung folgt.

Wenn nicht gerade Retreats im Teotihuacan stattfinden, biete ich hier jeden Mittwoch um 10.30 h wieder eine Yogaeinheit in der Jurte an.

Der Winter scheint gut gefüllt und meine Marokkoreise findet ja auch noch statt. Die ist aber schon ausgebucht! Vielleicht noch einmal im nächsten Jahr!

Komme gut durch den Herbst mit dem schönen Licht und voller Liebe!

Bis bald auf der Matte

Deine 

Ines Tej Krishan

 

 

Die verschiedenen Phasen, die unser Leben beschreiben.

Der 18 Jahre Rhythmus.

In unserer Jugend (0–18 Jahre) sind wir voller Energie und werden u.a. durch unsere ständigen hormonellen Veränderungen angetrieben. Unser Drüsensystem ist also in der Jugend besonders aktiv, was einerseits Schwung, andererseits aber auch Unruhe bringt.

In den der darauffolgenden Phase von 18–36 Jahren gestalten wir unser Leben –Karriere und Familie.

Zwischen 36 bis 54 Jahren wollen wir mehr Stabilität aber auch Herausforderungen.

Dann zwischen 54 und 72 Jahren spüren wir langsam unser Alter, auch wenn wir es häufig nicht wahrhaben wollen und uns noch fit fühlen.

Ab 72 Jahren beginnt die letzte Lebens-Phase, uns wird die Vergänglichkeit des Lebens bewusster.

Der 7 Jahre -Rhythmus

Dieser beruht auf der Tatsache, dass nach 7 Jahren alle Zellen erneuert und wir somit ein komplett neuer Mensch sind.

Dieser 7 Jahre Rhythmus ist auch den 7 Chakren zugeordnet. Diese sind also nicht nur Energiezentren in unserem Körper, sondern sie bestimmen auch, was gerade Thema in unserem Leben ist! So ändert sich auch alle 7 Jahre die Zeit für uns und wir setzten uns andere Ziele und durchleben andere Phasen. Der Mensch durchlebt also alle 7 Chakren bis zu zwei Mal, wenn er 98 Jahre wird.

 

0 – 7 Jahre – Urvertrauen 1. Chakra
Die ersten sieben Lebensjahre unterliegen dem Wurzel-Chakra und somit geht es um unser Urvertrauen.
Wo leben wir, wer sind unsere Eltern, sind sie verlässlich? Sind sie immer für uns da? Oder lassen sie uns oft alleine. Wir müssen Vertrauen in unsere Umgebung aufbauen, uns sicher, geborgen und wohl fühlen.

Am Anfang unseres Lebens haben mit unserer Verdauung zu tun, der Essensaufnahme und Ausscheidung. Dann müssen wir Fuß fassen in unserer kleinen Welt, bekommen Zähne, lernen Laufen und unsere Umwelt zu begreifen!

So können Probleme mit dem Urvertrauen auf ein unausgewogenes 1. Chakra hinweisen.
Es kann mit Schmerzen in den Beinen und Füßen, Knochen und Zähnen einhergehen. Aber auch Verdauungsprobleme mit dem Dickdarm stehen im Zusammenhang mit dem 1. Chakra.

 

7 – 14 Jahre Kreativität 2. Chakra
In der zweiten Phase, im Sakral-Chakra entwickelt sich unsere Kreativität und unsere Sexualität.
Wenn wir ein Talent haben, wird es in diesen Jahren entdeckt und hoffentlich gefördert und nicht unterdrückt.
Langsam entwickelt der Mensch in diesen Jahren seine Geschlechtsreife und kommt in die Pubertät.
Auch entwickelt sich der Geschmack, was finden wir schön, was nicht, wie kleiden wir uns, wie dekorieren wir unser Zimmer, wen oder was mögen wir leiden. Oft verlieben wir uns das 1. Mal. Wie gut sind wir nun aufgeklärt, wie verständnisvoll gehen unsere Eltern mit unseren hormonellen Veränderungen um und wie viel Vertrauen haben sie in uns?

Wichtig ist, sich selber auszuprobieren und die eigene Kreativität zu entwickeln.
Störungen im 2. Chakra können Probleme mit der eigenen Sexualität sein, sich vor anderen verstecken, Scham, Akne, … Dadurch können sich auf körperlicher Ebene Krankheiten der Sexualorgane sowie mit der Blase oder Nieren herauskristallisieren.

 

14 bis 21 Jahre Power und Durchhaltevermögen 3. Chakra
In der Zeit des Nabel-Chakras sollten wir lernen uns durchzusetzen und umzusetzen, was wir wollen.
Jetzt heißt es zu lernen und zu zeigen, was wir können und das durchzusetzen, um den richtigen Weg einzuschlagen. Denn, wenn wir das tun, was uns Spaß macht, machen wir es so gut, dass es uns ernähren wird. Oft haben Eltern andere Vorstellung vom Leben ihrer Kinder und wollen für sie all das, was sie selber nicht erreicht haben. Zum Glück gibt es aber auch viele Eltern, die Ihrer Kinder in dem bestärken, was sie können.

Aber alles hat mit Durchhaltevermögen und Power zu tun. Egal für was man sich entscheidet: Schulabschluss, Wettkämpfe im Sport, Berufswahl und Erlernen eines Berufes!
Ist das 3. Chakra passiv, kann es zu Unentschlossenheit und Schüchternheit führen. Man bekommt nicht, was man wünschst. Es werden Luftschlösser gebaut, große Pläne gemacht, aber nichts gelingt. Ein anderer Wesenszug kann auch durch Ärger und unterdrückte Wut entstehen, die sich später mit Gallensteinen, Bluthochdruck ect. rächen.

 

21 – 28 Jahre Liebe und Mitgefühl 4. Chakra
In der Zeit des Herz-Chakras geht es um die wirkliche Liebe, Bindung und Übernahme von Verantwortung für sich selber und für andere!
Wir gehen Beziehungen ein und es ist der beste Moment Kinder zu bekommen!
Das 4. Chakra ist außer mit dem Herzen und der Herzensbildung mit der Atmung verbunden. Ein -und Ausatmen bedeutet auch der intensive Austausch mit anderen. Die ehrliche Kommunikation.
Wenn ich Eigenliebe entwickle, kann ich Liebe zulassen, Toleranz und Empathie verspüren. Wenn das nicht kappt und ich im 4. Chakra blockiere (versteinertes Herz), Ängste vor seelischen Verletzungen habe, Sorgen und Kummer, kann es zu Erkrankungen des Herzens oder der Lunge führen.

 

28 – 35 Jahre Wahrhaftigkeit 5. Chakra
Diese Jahre unterliegen dem Hals-Chakra. Hier geht es um unsere Wahrhaftigkeit, um den kreativen Selbstausdruck
Wenn wir ehrlich zu uns und anderen sind, in jeglicher Beziehung sagen, was wir erwarten, was wir können und wollen kommen wir in unserm Leben gut voran! Wir sind fähig uns mit anderen auszutauschen und können glücklich sein!
Mit dem Herzen sprechen ist oft schwer. Oft wird nur das gesagt, was vermeintlich von einem erwartet wird. Wer kennt nicht den Kloß im Hals, wenn eine Kommunikation nicht dem eigenen Herzen entspricht und man womöglich noch beschimpft wird. Es gibt enorm viele Mandelentzündungen, Erkrankungen der Schilddrüse, Bandscheibenvorfälle im Nacken die alle auf Probleme mit dem kreativen Selbstausdruck dem 5. Chakra zusammenhängen.

 

35 – 42 Jahre des 6. Chakras Intuition
In dieser Zeit folgen wir mehr denn je mit Hilfe des 3. Auges unserer Intuition.
Wir sind in unserem Leben soweit gefestigt, folgen intuitiv unserem Herzen, handeln mit Leichtigkeit im Job, in der Beziehung, im Freundeskreis. Beginnen aber auch unser Leben zu überdenken und sehen neue und andere Wege, die sich uns auftun.
Oft wird das Leben neu überdacht und es heißt der Mensch kommt in die Midlifecrisis! Vielleicht wird schon mal an eine Veränderung gedacht!
So viele Menschen habe ich kennengelernt die in dieser Phase um die 40 ihr Leben real oder gedanklich ganz neugestaltet haben! Mich eingeschlossen.

Wenn es hier eine Störung gibt, neigst du eventuell dazu, dich auf Autoritäten zu verlassen, dich leicht verwirren zu lassen oder dich zu viel in deine Phantasiewelt zurückziehen.

 

42 – 49 Jahre 7. Chakra Grenzenlosigkeit
Im Kronen-Chakra geht es um die Grenzenlosigkeit – Licht und Leichtigkeit, Weisheit und Harmonie
Nun sollten wir wissen, wer und was wir sind und Eins-Sein mit uns und unserer Welt. Manch einer verwirklicht erst jetzt, was er sich in der Zeit des 6. Chakras erdacht hat.
Es ist die Zeit der Klarheit und Zufriedenheit mit dem, was man geschaffen hat. Der Wettstreit liegt hinter uns! Wir wissen, was wir können! Wir entwickeln noch einmal richtig Spaß an dem, was wir sind und tun. 

Wenn du hier blockiert bist, kann es sein, dass du recht unbeugsam in deinem Denken bist, die Dinge intellektualisierst, eventuell süchtig nach Spirituellem bist oder dies überhaupt nicht zulässt oder auch deine körperlichen Bedürfnisse vernachlässigst.

Wenn wir älter werden, beginnen wir die Chakren erneut auf höherer Ebene zu durchleben!

 In den Jahren von 49 – 56 vertrauen wir im 1. Chakra auf uns!

Wir vertrauen darauf, dass wir den richtigen Weg genommen haben und sollten in unserer Situation gefestigt sein!

 Auch im 2. Chakra in den Jahren von 56 – 63 ist wieder die Zeit der Kreativität und Sexualität.
Hier passiert zumindest bei Frauen sehr viel. Ein erneut großer Veränderungsprozess ist die Menopause und bringt oft große seelische und Veränderungen mit sich, die bis zu Änderungen der Lebensumstände reichen können!

 In der Zeit des 3. Chakras ab 63 – 70 beginnt bei den meisten Menschen das Leben als Rentner oder Pensionär.
Jetzt heißt es nochmal Kraft zu entwickeln, um diese Zeit wirklich für sich zu nutzen und Zufriedenheit zu entfalten. Diejenigen die sich hier gehen lassen, haben dann schon mit dem Leben abgeschlossen. Ich kann euch sagen, ich befinde mich gerade am Ende dieser Phase und sie hat mich sehr viel Kraft gekostet. Mit 63 ging ich in Rente und zog zu meinem Freund nach Spanien. Ich dachte, ich könne einfach das tun, was mein Herz mir sagt! Ich hatte so viele Ideen und Projekte entwickelt, die mir soo unendlich viel Freude bereitete, aber nun wollte ich in ruhigere Fahrwasser treten. Und es wurden 7 sehr anstrengende Jahre. Ich habe ein Buch darübergeschrieben „Es war einmal ein Paradies“ vielleicht erscheint es Ende des Jahres. Pünktlich, wenn ich dieses Chakra abschließe.

 Im 4. Chakra ab 70 Jahre sind wir wieder beim Herzchakra, Liebe und Mitgefühl!
Nur wenn wir gelernt haben uns wirklich nah zu sein und uns selber zu lieben, gehen wir bewusst in diese Zeit. Vielleicht gewinnt der Partner noch einmal mehr an Bedeutung und Herzensnähe! Wir haben mehr Zeit für unsere Enkel oder soziale Projekte.
Das Alter bringt auch mit sich, dass sich Krankheiten bei uns oder auch den anderen einstellen. Was wir mit Sorge betrachten oder Verluste erleiden müssen.

 Bis 84 herrscht dann erneut das Halschakra
Ja, nun spätestens sollten wir ehrlich mit uns und den anderen sein und vielleicht auch verzeihen und verstehen!

In den Jahren bis 91 folgen wir ganz unserer Intuition!
Wir kennen unseren Weg, erleben selten Überraschungen und gehen mit dem
7. Chakra in die Harmonie der Unendlichkeit über!

So ist es der Wunsch – ich bin ja noch nicht so weit aber ich übe daran.
Das Kundalini-Yoga lehrt mich, dass wahres Glück nur entsteht, wenn Körper, Geist und Seele im Einklang sind. Ohne den Einklang können wir uns in den Höhen und Tiefen des Lebens verloren fühlen.

 

 

Veröffentlicht unter Yoga

Angekommen

Nach meinem kleinen Reisebericht über meine Indienreise wurde ich gefragt, wie denn die Rückreise war und wie ich angekommen bin. Was blieb zurück?

Das möchte ich nun heute beantworten.

 Das kaputte Telefon

Ach ja, ich hatte noch gar nicht erwähnt, dass mein Telefon schon bei Ama in Amritapuri seinen Geist aufgegeben hatte. Ich konnte also niemanden benachrichtigen, dass ich zurückkomme. Ich war abgeschnitten von der Welt und fühlte mich ein wenig wie in meiner Jugend. 

Mein Flug ging nach Madrid. Zum Zeitpunkt der Buchung wusste ich noch nicht, ob ich noch in Madrid bleibe oder mit dem Zug weiter nach Alicante fahren wollte.

Noch im Aum Pranava Ashram wurde mir klar, dass ich mich von der Reise und den vielen Eindrücken sowie dem kontinuierlichen Schlafmangel 8aus verschiedenen Gründen) sehr erschöpft fühlte und gern nach Hause wollte. Ich sehnte mich nach Ruhe und meinem eigenen Bett. Für eine weiter Besichtigung in Madrid war ich nicht mehr bereit.

Nun wünschte ich mir eine Abholung in Alicante vom Bahnhof und auch, dass das Pärchen, dass mein Haus hütete an jenem Abend zu Hause wäre, und nicht gerade essen geht, wenn ich ankomme. Ich hatte keinen Schlüssel mitgenommen. Doch wie benachrichtige ich sie? Zum Glück viel mir der Name der Webseite einer Freundin ein, die ich dann auf dem PC des Ashrams googelte und ihr eine Nachricht schicken konnte, in der ich sie bat, eine weitere Freundin zu bitten mich vom Bahnhof abzuholen und über eine andere gemeinsame Freundin meine Housesitter zu benachrichtigen. Ein wenig kompliziert, aber alles hat wunderbar geklappt.

Meine Rückreise
Die Reise von Tenkasi in Südindien nach Hause in meine Wahlheimat, ein kleines spanisches Bergdorf an der Costa Blanca, war sehr anstrengend, insgesamt 28 Stunden und die Ankunft nicht ganz so sanft, wie gehofft.

Wie ich schon im Letzten Artikel erzählte, fuhr ich mit dem Taxi vom Ashram abends spät über enge Bergstraßen mit viel Verkehr zum internationalen Flughafen von Trivandrum. Die Fahrt teilte ich mir mit einer Inderin. Sie dauerte dreieinhalb Stunden, weil auch nachts auf Indiens Straßen viel Verkehr herrschte.  Autos, Busse, Motorräder, schwerbeladene LKWs und Tuk-tuks waren nachts genauso, wie am Tage unterwegs.

Als ich um 0.30 h im Flughafen eintraf, war er fast menschenleer. Noch knapp drei Stunden waren es noch bis zum Boarding und ich war sehr müde und erschöpft. Es gab nichts zu gucken, keine Ablenkung und ich wollte es mir nicht bequem machen, damit ich nicht einschlief. Zum Glück wurde es nach einer Stunde lebendiger. Immer mehr Menschen kamen in den Wartebereich, eine riesige helle Halle. Sofort fielen mir die schlecht gekleideten und lärmenden Engländerinnen auf. Sie trugen enge Shorts und T-Shirts, die jede Speckfalte erkennen ließen. Wie schade, dass wir Europäer vergessen haben uns gut zu kleiden. Wie schön sind dagegen die Inderin. Unabhängig vom Alter, Figur oder Herkunft tragen sie schöne Kleider oder hüllen sich in glänzende Saris, die die Figur umspielen oder nur ein klein bisschen Haut im Bereich der Taille zeigen.  Warum will die westliche Frau, sich wie die Männer kleiden? Glaubt sie sich zu emanzipieren indem sie männlich wirkt? Oder möchte sie einfach nur unattraktiv sein, weil sie Anerkennung für ihr Können und nicht für ihr Aussehen sucht. Aber warum läuft dann die gesamte Werbung über Sex? Anny way!

Der Flug
Wir hatten pünktlich Boarding und der Flug nach Doha mit Qatar Air war sehr kurzweilig. Warum wir allerdings nachts um kurz nach 4 h ein warmes Essen serviert bekamen und man uns nicht schlafen ließ, verstand ich nicht.
Leider hatte ich in Doha nur einen sehr kurzen Aufenthalt und musste in diesem kleinen Zeitfenster noch die enorme Strecke durch den gesamten Flughafen zurückzulegen, um meinen Anschluss-Flug nach Madrid zu bekommen. Gerne hätte ich hier einen längeren Aufenthalt gehabt. Es ist ein beindruckender Flughafen mit großen Hallen, toll dekoriert und interessanten Geschäften. Der Reichtum ist hier überall zu spüren.

Der nächste Flug, auch mit Qatar Air, war nicht so angenehm, da ein überdimensionales Pärchen neben mir saß. Der Bügel zwischen uns war hochgeklappt und der junge Mann hatte solche Ausmaße, dass er einen Teil meines Sitzes mit beanspruchte. Es war eine sehr unbequeme Reise. Am Ende fühlte ich mich total schief. Der Service an Bord war wieder ausgezeichnet, doch das Essen identisch mit dem Nachtmahl. Was hätte ich mich nun, , über einen Kaffee und ein Croissant am Vormittag gefreut.   

Landung

Vom Flughafen in Madrid nahm ich mir ein Taxi zum Bahnhof, kaufte mir eine Fahrkarte nach Alicante und kam mit einer halbe Stunde Verspätung dort an. Marlene wartet schon auf mich und ich wurde auch zu Hause liebevoll empfangen. Ach, war ich glücklich wieder in meinem Bett zu schlafen.

Ankunft
Ich hätte mir Zeit gewünscht. Zeit mit mir alleine, um mich zu regenerieren, um zu reflektieren und langsam wieder im Alltag anzukommen. Doch ich hatte ja noch Besuch, sehr lieben Besuch, aber ich war eben nicht alleine. Das Problem mit dem Telefon musste gelöst werden, Einladungen für den Yogaretreat und der Link für das Online-Yoga versandt, Termine mit Handwerkern, die ich schon vor der Indienreise beauftragt hatte, abgesprochen und die Betreuung der Tiere und der Blumen während des Retreats, der 10 Tage später stattfinden sollte, ebenfalls organisiert werden. Der Alltag nahm mich sofort wieder in seine en Bann!

Ich hätte mehr Zeit gebraucht. Indien hängt mir auch noch jetzt, 2 Monate später, nach.

Der Yoga-Retreat
Zwei Wochen nach meiner Ankunft fand mein Yoga-Frühlings-Retreat statt. Wie immer im
Ca Teotihuancan, dem Sitz der Göttinnen statt. Dort ziehe ich während der Veranstaltungszeit auch ein. So bedeutete es für mich, kaum zu Hause angekommen, schon wieder unterwegs zu sein und im fremden Bett zu schlafen. Die gleiche Unruhe galt auch für meine treue Hündin, die in diesen Fällen bei meiner Freundin bleibt. 
Der Yoga-Retreat war wunderschön. Es war ein verlängertes Wochenende in der stillen Kraft der Berge, mit der fantastischen Aussicht auf das Meer. Es gab wieder viel Zeit, um sich mit dem Herzen zu verbinden und das Glück in sich selbst zu spüren und sich für die Fülle des Lebens zu öffnen. Kundalini Yoga, bewusste Begegnung, Meditation, Pranayama und Tanz unterstützen dabei das Herz zu weiten, die Lebensenergie zu aktivieren und sich mit der inneren Freude zu verbinden.

Wir zelebrierten mit dem super nette Frauen eine wirklich wundervolle und glückliche gemeinsame Zeit. Wir praktizierten morgens Yoga, erlebten am Tage kleine Wanderungen oder Besichtigungen, aßen lecker und tanzten, sangen und meditierten abends zusammen.

Es hat mit sehr viel Freude bereitet und ich freue mich schon auf die Yoga-Verwöhn-Woche im November.
Wir laden Dich ein mit deiner Seele in Kontakt zu treten – inmitten der kraftvollen Natur der Berge an der Costa Blanca. Durch achtsame Yogapraxis, heilende Meditationen und herzöffnende Rituale schaffen wir einen geschützten Raum, in dem du dich in deiner ganzen Strahlkraft zeigen darfst. „Erwecke auch du die Göttin in Dir“
Dieses Wochenende ist eine Einladung, dich selbst zu beschenken.
Sehnst du dich nach mehr Tiefe, Verbindung und gelebter Selbstliebe? Dann folge dem Ruf deines Herzens?

Wann: 12. – 19. November 2025

Wo: Altea de Vella, Coata Blanca

Beitrag: € 390 EUR
zzgl. Übernachtung & Verpflegung z.B. im DZ inkl. Verpflegung € 420

Anmeldung



Der Alltag hatte mich wieder. Doch Indien bleibt immer in meinem Herzen. 

 

 

Ich war in Indien

Indien hat mich überrascht, war nervenaufreibend, wunderschön, sinnlich, spirituell, freundlich, abwechslungsreich, spannend, meditativ, heiß und laut.

Schon in der Antike galt Indien als Wunderland: Handel mit Gewürzen, Perlen, Diamanten, Elfenbein, Schildpatt und Duftölen machte den Subkontinent bereits im alten Rom bekannt. Auch Alexander der Große ist bis ins heutige Indien vorgedrungen. Und nicht zu vergessen sind Marco Polos Erzählungen und dann die Entdeckung des Seewegs (um das Kap der Guten Hoffnung) von den Portugiesen im Mittelalter. Seitdem ist das Land im Bewusstsein der „westlichen Welt“.

 Ich besuchte neun Städte/Orte in sechs verschieden Bundesstaten (es gibt mehr als 20), die fast immer eine eigene Sprache und Schriftbild haben.

  1. New Delhi / Delhi

Wir, eine wunderbare Gruppe Yogalehrer mit Freunden, trafen uns in Delhi. Es war die richtige Entscheidung eine Gruppenreise mit Yogalehrern zu buchen. Wir genossen die gemeinsamen Yogastunden, dass wir mal angeleitet wurden und nur in uns hineinfühlen konnten. Auch der Austausch ist immer bereichernd.  Wir, eine wunderbare Gruppe Yogalehrer mit Freunden, trafen uns in Delhi. Es war die richtige Entscheidung eine Gruppenreise mit Yogalehrern zu buchen. Wir genossen die gemeinsamen Yogastunden, dass wir mal angeleitet wurden und nur in uns hineinfühlen konnten. Auch der Austausch ist immer bereichernd.  

Von Delhi hatte ich vorher nichts Gutes gehört. Alle sagten, es wäre schrecklich und sie wollten nur schnell wieder weg. So hat es mich sehr überrascht, wie schön New Delhi ist. Enorm großflächig und grün. Bäume, Pflanzen, Kühe, Affen, Hunde und alle sehen gesund aus. 
Die Autos fahren zum größten Teil mit Gas. Selbst uralte LKW`s und die berühmten Tuk-tuks fahren mit Gas und alle wild durcheinander. Der Verkehr ist unglaublich. Ein irrsinniges Gewusel ohne jegliche Ordnung. Oder liegt die Ordnung im Chaos.

Wir haben am ersten Abend Yoga im Park praktiziert. Auch Inder haben ich in Parks und auf den Grünflächen, mitten auf den Kreiseln Kopfstand machen sehen.

Das indische Essen habe ich schon immer gemocht. Und von Bettlern wurden wir kaum belästigt. Nicht mehr als woanders.

Wir haben die Gurdwara von Delhi, einen Hindutempel und eine christliche Kirche besucht. Ich war erstaunt über das rege religiöse Leben der Inder, die es in ihren Alltag integrieren. Das Christentum zumindest in Deutschland wird doch gar nicht mehr gelebt.
Als Christ wird sich nur bekannt, weil man Angst davor hat, dass andere Kulturen Überhand nehmen, aber nicht, wegen der eigenen religiösen Kultur.

Auch die Inder sagten mir, dass Hindu-Paare durchschnittlich ein bis zwei Kinder hätten, aber die Moslems mehr bekommen würden und somit der prozentuelle Anteil der moslemischen Bevölkerung jedes Jahr steigt, was die Hindus beängstigt.

Natürlich haben wir das ewige Feuer für Gandhi besucht und am Abend eine außergewöhnliche Lichtershow gesehen. Ihr könnt mir glauben, wegen meines früheren langjährigen Jobs, bin ich von Shows verwöhnt. Doch diese war phänomenal!

Ich wäre gern noch geblieben und hätte mir die anderen Stadtteile angesehen aber wir zogen weiter.

Angekommen in Delhi

2. Amritsar in Punjab

Die Reise war vom Kundalini-Yoga-Verband, 3HO ausgeschrieben und so ist für uns ein Besuch des goldenen Tempels von Amritsar obligatorisch. Das Kundalini-Yoga kommt aus dem Sikhismus. Wir verbinden uns mit unserem Eingangsmantra ONG NAMO GURU DEV NAMO mit der goldenen Kette der zehn Sikh-Gurus. Die Sikhs haben nur einen Gott. Markenzeichen ist ihr Vollbart und ein bunter Turban. Sie sind auch in Indien eine Minderheit.

Ich wusste, dass der Tempel schön ist, wieviel tausend Bilder hatte ich von ihm gesehen. Doch die Bilder waren nichts im Vergleich zur Wirklichkeit. Ich war so berührt und beeindruckt, er ist unbeschreiblich. Er steht mitten in einem künstlich angelegten, glitzernden See. Der goldene Tempel ist das höchste Heiligtum, das Mekka der Sikhs.
Er wurde vom fünften Guru Arjun Dev ca. 1600 erbaut. Nach dem zehnten Guru folgte eine heilige Schrift, Siri Guru Granth Sahib. Es ist der letzte und ewige Guru der Sikhs. Er wurde 1708 als Guru eingeweiht.

Aus dem heiligen Buch wird am Tage im Tempel zitiert und abends wird es in einer Zeremonie, außerhalb des Tempels, zu Bett gebracht.

Drei Tage haben wir hier mehr oder weniger in der Umgebung des Tempels verbracht. Dort in der Langer-Halle zusammen mit tausenden von Sikhs gegessen. Dann selbstverständlich auch Seva (selbstloses Dienen) gemacht. Ich wusch mit den indischen Frauen die Teller. Sie waren gar nicht mit mir zufrieden. Die Metallteller und Schüsseln wurden enorm mit Seife geschrubbt, gespült und poliert. Die Inder sind ein sehr reinliches Volk. Auch wenn es für Europäer nicht so aussieht. Sie waschen, seifen und putzen ständig und dabei wird sich gefreut und gelacht. 

Wir haben uns zu dritt in der Frauenreihe über eine Stunde angestellt, um in das Innere des Tempels zu gelangen. Der Weg führt über einen Steg. Das war allerdings eine sehr kurze Wartezeit. Es kann auch schon mal mehr als drei Stunden dauern. Es war eng, kuschelig und meditativ. Wir chanteten zusammen WAHE GURU WAHE GURU WAHE GURU SATE NAM. Das war schon ein wirkliches Erlebnis. Doch Mütter mit Kleinkindern und alte Frauen haben Vorrang und diese drängelten sich durch die eng beieinanderstehenden Frauen in der eingegitterten Schlange. Jede Alte oder Mutter hatte natürlich Gefolgsfrauen. So entstand die gesamte Zeit ein enormer Druck. Die jungen Mütter drängelte lächelnd und waren freundlich, doch die Alten sehr griesgrämig und zum Teil gewalttätig. Sie waren tatsächlich so, wie in den Romanen beschrieben. Hier werden sie immer als herrisch dargestellt.

Im goldenen Tempel haben wir zwei Stunden meditiert und die enorme Energie und Friedlichkeit gespürt. Zuallerletzt haben wir auch noch drei Männer aus unserer Gruppe getroffen. Sie hatten viel länger gebraucht, um in den Tempel zu gelangen.

Im Tempelsee nahm ich am dritten Tag mein heiliges Bad. Dafür hatte ich einen Stein von Zuhause mitgenommen. Ihm habe ich meine Traurigkeit übertragen und ihm während des Bades versenkt. Nun ist meine Traurigkeit in Indien geblieben – hoffentlich! Auf alle Fälle fühle ich mich seitdem leichter.  

Im März dieses Jahres war astrologisch einiges los auf unserem Planeten. Und diese transformative Phase war ein guter Zeitpunkt für intensive innere Arbeit, Neubewertungen und vielleicht auch unerwarteter Wendungen.

 

Meditieren In Amritsar

3. Mumbei in Maharashtra

 Nach der spirituellen Zeit in Amritsar kam der Schock in Mumbai. Eine Stadt der Extreme, laut und hektisch auf den Straßen, Reichtum und Armut sowie alt und modern dicht beieinander. Wir besuchten verschiedene Slums. Im ersten, besonders dunklen, lebten nur Männer. Sie arbeiten in Werkstätten zum Teil in Schichten. Die, die gerade nicht arbeiteten lagen zwischen ihren Kollegen und schliefen. Sie wuschen sich auf der Straße unter einem Wasserhahn am Eingang der Werkstatt und da hingen auch ihre Zahnputzbecher. Es gab verschiedene Werkstätten, Plastikmüllverarbeitung, Tongefäße-Herstellung, Schneidereien oder Metallverarbeitung. Manche Häuser hatten noch ein Stockwerk. In diesen wurde unten gearbeitet und oben geschlafen. Es war erschütternd so ein Leben ohne Perspektive zu sehen. Das man da irgendwann zur Flasche greift, war sogar mir verständlich. Die meisten jungen Männer kamen vom Land und suchten in der Stadt ihr Glück. Sie kamen voller Hoffnung und landeten in der ausweglosen Finsternis. Von ihrem Gehalt wird Kost und Logie abgezogen und der Rest geht direkt an ihre Familien. Die Familie ist das Wichtigste für die Inder. In einem anderen Slum gab es normales familiäres Leben, einen Tempel, Läden, eine Schule und einen Markt. Und dann kamen wir zur menschlichen Waschmaschine. Dort arbeiten 7.000 Männer und waschen täglich 1.000.000 Wäschestücke. Zum größten Teil per Hand. Auf den Dächern wird die Wäsche nach Farben sortiert und getrocknet. Wie es funktioniert, dass die Hotels und Privatleute ihre Wäsche zurückbekommen, blieb mir auch nach einer einstündigen Besichtigung ein Rätsel.

Kaum hatten wir die Slums hinter uns, fuhren wir in das vornehmste Hotel Mumbais zum Lunch. Das Hotel Taj Mahal bot uns einen krassen Gegensatz. Dort die Armut und nun hier der Reichtum und der Überfluss.

 

Wäsche waschen in Mumbai

4. Hampi in Karnataka

Wir flogen weiter zu der Ruinenstadt. Im Mittelalter war Hampi einer der größten und reichsten Städte Asiens. Hier kämpfte Shiva nachdem Parvati ihn aus der Meditation geweckt hatte, gegen die Dämonen und ließ Hampi zur internationalen Größe heranwachsen. Wie immer in der Geschichte ist der Mensch von Gier, Neid, Macht und Ehre getrieben und so wurde das blühende Hindureich von Moslemkönigen aus dem Norden erobert und zerstört. Die Stadt geriet in Vergessenheit, die Natur überwucherte sie mit einem Dschungel. Erst Jahrhunderte später wurde sie wieder entdeckt. Sie liegt in einer hügeligen Felsenlandschaft. Der Affenkönig, Hanuman hat dort seinen Palast hoch oben auf einem Berg. Es erinnerte mich an den Film „Dschungelbuch“.
Er ist der Sohn von dem Halbgott des Windes, Vayu und einer wunderschönen Nymphe, die in einen Affen verwandelt wurde. Von daher hat auch Hanuman die Affengestalt. Es heißt er lebt noch, da der Wind noch da ist und die Affen auch. Sie spielen mit den Felsen. Wunderschön!

Am Rande von Hampi liegt ein buntes Zigeunerdorf. Ach ja, das Wort darf man nicht mehr sagen, aber wie übersetze ich gipsy? Unser Hotel lag in Hospet. Das Dorf ist touristisch nicht relevant. Wir erlebten hier das Holi-Fest. Sehr außergewöhnlich! Die ganze Stadt war außer Rand und Band! Alle waren bunt besprüht und riefen uns fröhlich zu „Happy Holi“ zu.

Am Abend fuhren wir mit dem Schlafwagen 500 km weiter gen Süden nach Mysore.

 

Der steinernde Wagen

5. Mysore auch in Karnataka

Mysore ist autark, ein Stadtstaat in Indien, der von einem Maharadscha der Wodeyar-Dynastie regiert wird.
Auch während der englischen Besatzung hatte der regierende Maharadscha ein Arrangement mit den Engländern und behielt seine Stellung.  Mysore ist reich, mit schönen Häusern und Parks und mittendrinn dieser herrliche opulente Amba-Vilas-Palast. In der Architektur des Palastes sind hinduistische, islamische, gotische und rajputische Elemente vereint. Den vorderen Teil des Palastes ist zur Besichtigung freigegeben, sehr prachtvoll, beeindruckend und riesig sind die Zimmer und Hallen.

Mysore ist auch die Stadt der Seide, des Sandelholzes, der Räucherstäbchen und der Blumen. Hier ließ ich mir ein indisches Seidenkleid schneidern und wir besuchen den jahrhundertealten Devaraja-Markt, auf dem Gewürze, Seide und Sandelholz angeboten werden.

 

Ein Marktstand in Mysore

6. Coorg auch noch in Karnataka

 Mit dem Bus fuhren wir weiter gen Süden und übernachteten auf der „Windflower  Kaffeeplantage“. Es war ein Traum! Inmitten einer tropischen Landschaft gab es kleine Gästehäuschen. Wir genossen die gute Luft, die Ruhe und die Natur und lernten eine Menge über Kaffee-Anbau. Leider wird nur noch die Hälfte der Plantage betrieben, denn es gibt nicht mehr genug Landarbeiter. Nur noch wenige Leute wollen in diesem Paradies arbeiten. Sie ziehen in die Großstädte und landen in den Slums, weil sie dort auf ihr Glück und einen besseren Verdienst hoffen

Mit dem Bus ging es danach weiter durch eine herrliche bewaldetet Berglandschaft an die Küste.

Erholung auf der Kaffeeplantage

7. Neeleshwar Hermitage in Kerala

Dieses ruhige Strandresort befindet sich inmitten eines Kokosnusshains zwischen dem arabischen Meer und dem Ufer der Lakkadivensee (Back-Water).
Wir haben uns hier nur noch ausgeruht und wurden richtig verwöhnt. Eine Ayurvedische Ärztin erstellte eine Anamnese und verordnete uns persönliche Massagen. Ein vedischer Astrologe schaute für uns in die Sterne, der Koch verwöhnte uns mit immer neuen Kreationen und die übrige Zeit ließen wir die Seele am Pool oder am Meer baumeln. An einem Nachmittag machten wir eine Schifffahrt auf den Back-Waters. Ich kam mir vor wie im Film. „So etwas kann doch nicht die Realität sein“! dachte ich immer wieder.

Die Gruppe reiste ab und ich blieb noch einen Tag allein an diesem paradiesischen Ort. Das Personal nahm mich in seine Mitte, damit ich mich nicht allein fühlte und sorgte mit doppelter Aufmerksamkeit für mich.

Die Menschen in Indien, egal in welcher Situation sie leben, sind so liebevoll, hilfsbereit, fröhlich und zufrieden. Naja, wer tanzende und singende Götter hat, kann ja auch nur ein fröhliches Wesen haben.

Ein Tag später brachte mich ein sehr um mein Wohl besorgter Taxifahrer bis auf meinen Platz im indischen Intercity. Der Stuart fragte mich nach meinen Namen und nicht nach der Fahrkarte. Ich wurde mit Getränken, Snacks und Abendessen versorgt. Alles war im Preis inbegriffen. Eine sehr komfortable Zugreise. Ich fuhr bis Kollam und dann mit dem Taxi noch eine Stunde bis zum Ashram von Amma.

 

am arabischen Meer

8. Amritapuri  auch in Kerala

Etwa 120 km nördlich von Thiruvananthapuram und 120 km südlich von Kochi befindet sich der Ashram von Amma. Mata Amritanandamayi, wie die Inder sagen.

Ihr Elternhaus liegt auch auf dem Gelände des ehemaligen Dorfes Parayakadavu, was so viel wie Paria-Ufer bedeutete. Die Mehrheit der Einheimischen gehört zur Kaste der Arayan. Eine sehr alte Kaste. Das Kastensystem wurde zwar von Indira Gandhi abgeschafft aber es existiert noch bis heute. Die Kinder üben die gleichen Berufe aus, wie die Eltern und heiraten meist in derselben Kaste.
Amma war dunkler als ihre Geschwister und von Kindheit an anders als andere Kinder. Sie interessierte sich für die Menschen und ihre Sorgen. Saß am Bett der Alten und kranken und hörte einfach nur zu. Sie entwickelte sich zur spirituellen Führerin und ist bekannt als diejenige, die alle umarmt. Sie ist die Mutter für alle, sie schenkt bedingungslose Liebe.

„In der heutigen Welt gibt es zwei Arten von Armut: Die Armut, die durch einen Mangel an Essen, Kleidung und Obdach entsteht und die Armut aufgrund fehlender Liebe und fehlenden Mitgefühls.“

Ich sage ja auch immer: „Wenn du dich selber liebst und dich geliebt fühlst, eins mit deinem Gott oder Göttin bist, läuft das Leben von allein !“

Heute leben in Ammas Ashram 3000 Devoties plus Gäste aus Indien und der ganzen Welt.  
Ich kam dort nachts um 23.30 h an. Die Rezeption hatte bereits geschlossen und ich dachte schon, ich müsste draußen schlafen. Zum Glück ist es in Indien nicht kalt! Doch mir wurde geholfen und ich bekam eine Pritche für die Nacht. Sehr spartanisch aber ein Zimmer!
Am nächsten Morgen konnte ich mich registrieren und bekam einen einfachen, hellen, freundlichen Raum mit Bad und Küche. Das hatte ich für 5 € am Tag nicht erwartet.
Das Ashram-Leben gefällt mir sehr. Wir beten morgens um 4.50 h eine gute Stunde im Tempel. Danach praktizierte ich Yoga und ging zum Sonnenaufgang ans Meer zum Meditieren. Es gib zwei Sorten von Essen, indisch, im Preis inbegriffen oder man kauft sich etwas im West-Restaurant für kleines Geld. Am Vormittag und Nachmittag macht ich Seva. Da ich nur für 5 Tage dort verweilen wollte, ging ich immer dorthin, wo gerade jemand fehlte. Ich rollte Pizzateig, schnibbelte Gemüse, reichte den Menschen, bevor sie von Ama umarmt wurden, einen warmen Waschlappen, damit sie nicht so schwitzig sind und wusch jeden Abend Berge von Geschirr. Zwischendurch versuchte ich mich auszuruhen. Leider war im Ashram eine Baustelle und der Presslufthammer störte mich doch sehr in meiner Ruhe. Auch die Tempelfeste außerhalb des Ashrams sorgten in der Woche für Lärmbelästigung.  

Meistens nachmittags kam eine strahlende Amma, die viele Stunden am Stück Darshan gab, einen Menschen nach dem Anderen segnete und umarmte. Dabei schien sie einfach nicht müde zu werden. Es folgten Satsangs (Predigt) und am Ende sangen wir Bahjans (heilige Lieder).  Amma immer mittendrin. Die Zeremonie dauert immer mindestens 4 Stunden. Ich schaute erst einmal nur zu. Als Sikh waren mir die Rituale fremd. Auch wusste ich gar nicht, ob ich überhaupt zum Darshan gehen wollte. Was sollte das für mich ändern, wenn Ama mich umarmt. Ich fühle mich auch so von meinem Gott geliebt. Ich verbinde mich in der Meditation und bin glücklich und zufrieden. Ich brauche keinen lebenden Guru, keine Mutter und keinen Vater mehr. Auch nach drei Tagen hatte ich keinen Schimmer, wie das System beim Darshan funktionierte. Doch dann wurde ich von anderen Devoties einfach zum Zeremonienmeister geschoben, der mir zwei Zettel gab und ich wurde auf einen Stuhl in einer Schlange platziert, wo ich von Sitz zu Sitz aufrückte, bis ich wieder vorne bei Amma saß. Nur dieses Mal wurde mir der Waschlappen gereicht. Dann wurde ich gerufen und sollte mein Kärtchen abgeben. „warum hast du zwei“? wurde ich gefragt. „ich weiß es nicht, ich verstehe dieses System nicht“!  Alle lachten, Amma nahm mich in den Arm und flüsterte mir liebe Worte auf Deutsch zu. Ich erhielt von ihr zwei Prasats (von Amma gesegnetes Geschenk, die meistens aus einem Bonbon und einem Blütenblatt besteht) doppelt hält eh besser! Ich war sehr berührt und schon war es vorbei. Danach konnte ich noch eine Weile auf der Bühne Platz nehmen und in Ammas Nähe meditieren oder einfach nur verweilen. Es war schön der doch sehr energievolle Umarmung nachzuspüren.

Bei Amma traf ich Ramona. Eine ehemalige Mitbewohnerin und Freundin. Wir fuhren gemeinsam mit dem Zug weiter ins Inland.

Obwohl Amma und auch viele andere Führer in Indien predigen auf die Natur und Umwelt zu achten und in den Ressorts und Ashrams auch sorgfältig mit allem umgegangen wird, ist der Inder doch sehr sorglos und schmeißt alles, was er nicht braucht einfach weg! In die Landschaft! Sie sind so reinlich, die indischen Toiletten, Steh-Klos, wie früher auch in Südeuropa üblich, sind so hygienisch und es gibt kein Toilettenpapier, sondern Intimduschen, viel besser. Die Kinder werden mit Stoff gewickelt und die Frauen kochen leckeres Essen, welches dann von Fahrradboten ins Büro zu den Ehemännern gefahren wird. Super! Doch ein Bewusstsein für Müll ist noch nicht vorhanden. In Mumbai hatten wir tausend Männer in der Plastikmüllsortierung arbeitend gesehen und dann werden die Plastikflaschen einfach aus dem fahrenden Zug geworfen. Wie noch vor 10 Jahren hier in Spanien. Unbegreiflich!

Anleger vom Ammas Ashram

9. Tenkasi in Tamil Nadu

Der Bundesstaat hat einiges zu bieten, aber ich habe mir nichts mehr angeschaut. Nach den vielen Eindrücken brauchte ich Ruhe und die fand ich im Aum Pranava Ashram, indem Ramona seit einiger Zeit lebt. Ein wirklich schöner Ashram mitten in der Wildnis.  Es ist ist ein Ort der Meditation, des Yoga und der spirituellen Gedanken. Der Ashram beherbergt ein Kinderheim für Mädchen und kümmert sich um Ältere, die ein friedliches Leben und Unterstützung brauchen. Ein Kuhstall mit 90 Rindern und rundherum Ländereien, Gemüsegarten, Felder und Obstbäume. Hier herrschte ein aktives, soziales Leben unter den rund 90 Menschen, die hier dauerhaft leben. Ich blieb drei Tage hier und beobachtete das Treiben: Kinder, Ältere, Betreuer, Mitarbeiter, Gärtner, dir beschäftigten Frauen in der Küche und im Stall, Kühe, Hunde, Katzen, Eichhörnchen, Krähen, Pfauen und Affen ….. Alles ließ mich eine familiäre Atmosphäre von Liebe und Fürsorge spüren.
Dann lief mein Visum aus und ein Fahrer brachte mich dreieinhalb Stunden über enge Bergstraßen mit viel Verkehr zum internationalen Flughafen von Trivandrum. Irre, wie viele Autos, Motorräder, schwerebeladene LKWs und Tuk-tuks nachts unterwegs sind. Auch die letzte Fahrt war noch ein Abenteuer!

Indien – immer wieder!